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Entbindung im Auto: Standesamt will bizarren Geburtsort eintragen

Sechs Tage nach der Entbindung hat ein Baby in Thüringen noch keine Geburtsurkunde. Der Grund: Die Eltern wehren sich gegen den vom Standesamt eingetragenen Geburtsort. Der ist in der Tat ungewöhnlich: "Auf der Fahrt zwischen Jena und Sulzbach-Rosenberg" soll er heißen.

Schleiz - Wegen des ungewöhnlichen Ortes ihrer Entbindung gibt es sechs Tage nach der Geburt der kleinen Nina noch immer keine Geburtsurkunde: Das Mädchen kam auf der Autobahn 9 in Thüringen vorzeitig zur Welt, kurz vor dem Kilometer 208 in Richtung Nürnberg, wie die "Ostthüringer Zeitung" heute berichtete. Demzufolge wurde die Mutter vom Ehemann selbst entbunden und anschließend in das Krankenhaus nach Schleiz gebracht.

Auf der Urkunde sollte nach dem Willen des Schleizer Standesamtes als Geburtsort "auf der Fahrt zwischen Jena und Sulzbach-Rosenberg" eingetragen werden, womit sich die Eltern aber nicht einverstanden erklärten. Nach ihrer Meinung hätte entweder die Gemeinde Lemnitz eingetragen werden müssen, auf deren Gemarkung sich der Kilometer 208 befindet, oder Schleiz, wo die Mutter nach der Geburt medizinisch versorgt wurde.

Ein Sprecher des thüringischen Innenministeriums erklärte dazu heute in Erfurt, für die Beurkundung von Geburten in Fahrzeugen sei der Standesbeamte zuständig, in dessen Bezirk die Kindesmutter das Fahrzeug verlasse. Wenn der Ort bekannt sei, in dem ein Kind in einem Fahrzeug zur Welt gebracht werde, sei er einzutragen. Sei er nicht bekannt, sei einzutragen, dass die Geburt während der Fahrt eingetreten ist. Dabei seien die Orte anzugeben, zwischen denen sie sich ereignet habe.

har/ap

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