Equus Bass 770: Alter Gaul trifft junges Pony

Von Jürgen Pander

Der Autobauer Equus ist neu, sein Konzept altmodisch: Die Amerikaner setzen kompromisslos auf Retro-Design. Der Bass 770 sieht aus wie ein Muscle-Car aus den Siebzigern, geht aber ab wie ein moderner Supersportwagen. Beim Preis hört die Nostalgie allerdings auf.

Equus Bass 770: Auf alte Zeiten Fotos
EQUUS

So alt sieht kein anderer Neuwagen aus: Auf den ersten Blick wirkt der Bass 770 des amerikanischen Autobauers Equus, als ob sich beim Autodesign seit vier Jahrzehnten nichts getan hat. Seine Karosserieform ist eine Hommage an legendäre Pony-Cars, eine Mischung aus Ikonen von damals, den Ford Mustang und den Dodge Charger. Ein klassisches Fastback, fast fünf Meter lang, zwei Türen, weit zurückversetzte Passagierkabine. Logisch, dass ein V8-Motor unter der Haube sitzt.

Equus Automotive aus Rochester Hills im Norden von Detroit hat jetzt die Orderbücher für den Bass 770 geöffnet. Mit dem Pferde-Logo im Kühlergrill ist der Hersteller in bester Gesellschaft: Porsche, Ferrari und der Ford Mustang tragen schließlich auch einen Gaul als Markenzeichen. Für das US-Unternehmen gibt es ohnehin keine Alternative - Equus ist Latein und heißt Pferd.

Die Rückkehr der Träumer

"Der Equus Bass 770 soll vor allem die Muscle-Cars der siebziger Jahre feiern", sagt Michail Oualid, der Sprecher des Unternehmens. Bislang bedienten ausschließlich europäische oder japanische Hersteller den Markt der Luxus-GT-Fahrzeuge, "und die haben meist nichts mehr mit den ursprünglichen Modellen zu tun", so Ouaid. "Aber Luxus bedeutet nicht nur, ein hochwertiges Produkt zu verkaufen, sondern auch einen Traum."

Das Traumfabrikat von Equus steht auf 18-Zoll-Rädern, verfügt über ein Aluminium-Chassis sowie eine Karosserie aus Alu und Carbon, was trotz eines fetten 6,2-Liter-V8-Kompressormotors zu einem vergleichsweise moderaten Leergewicht von 1650 Kilogramm führt. Über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe gelangt die Leistung von 640 PS (maximales Drehmoment 602 Nm) an die Hinterräder.

Als Fahrleistungen gibt Equus eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h und ein Beschleunigungsvermögen von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden an. Der Motor stammt von General Motors, dort wird er beispielsweise in der Corvette ZR1 eingesetzt.

Der Wagen erfülle alle weltweit gültigen Sicherheits- und Abgasstandards, versichert Equus. "Technologie ist wichtig", sagt Firmensprecher Ouaid, "aber sie ist kein Selbstzweck". Der Sinn dieses Autos sei es vielmehr, einen "Traum auf Rädern" zu verkörpern. Es ist allerdings ein ziemlich verblasster Traum. 1973, nach der ersten großen Ölkrise und dem darauffolgenden Benzinpreisschock, war er praktisch ausgeträumt.

Wie im Film

Die Autos aus dieser Ära sind heute jedoch begehrt bei Sammlern: Ford, Chevrolet oder Dodge haben bereits seit einigen Jahren die Baureihen aus den Sechzigern und Siebzigern als modernisierte Modelle reanimiert.

Equus Automotive geht einerseits einen Schritt weiter und setzt auf ein kompromisslos konsequentes Retro-Design. Andererseits steckt unter der nostalgischen Hülle jede Menge Hightech. Das macht den Bass 770 zu einem Modemobil für Sehrgutverdiener: 250.000 US-Dollar kostet der Wagen in der einfachsten Ausführung, umgerechnet also rund 185.000 Euro.

Mit der ursprünglichen Idee eines stark motorisierten und dennoch billigen Mittelklassewagens - ein Plymouth Road Runner kostete 1968 beispielsweise rund 2800 Dollar - hat dieses Konzept also nichts mehr zu tun. Statt einer preiswerten Traumerfüllung verspricht Equus-Sprecher Ouaid das ganz große Kino: "Am Lenkrad dieses Autos fühlt man sich wie der Hauptdarsteller eines Films, wenn nicht gar wie der Regisseur", sagt er. Möglicher Titel: Der Pferde-Narr.

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insgesamt 89 Beiträge
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1. Für den Preis...
PaddyO 12.10.2013
Für den Preis kann man sich locker einen echten Shelby GT 500 hinstellen. Und hat noch genug Geld über sich einen Tesla S für jeden Tag zu kaufen und vielleicht noch einen echten Dodge Challenger oder eine Chevelle SS.
2. würde Opel
Blackzxr 12.10.2013
mal solche (oder ähnliche)Autos bauen, dann müßte man die Werke nicht schließen...!!! von mir aus auch mit 4-6 Zylinder und/ mit Gas..
3. Sehr schönes Auto
PolitBarometer 12.10.2013
Zitat von sysopDer Autobauer Equus ist neu, sein Konzept altmodisch: Die Amerikaner setzen kompromisslos auf Retro-Design. Der Bass 770 sieht aus wie ein Musclecar aus den Siebzigern, geht aber ab wie ein moderner Supersportwagen. Beim Preis hört die Nostalgie allerdings auf. Equus Bass 770: Neues US-Musclecar mit V8-Kompressormotor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/equus-bass-770-neues-us-musclecar-mit-v8-kompressormotor-a-926450.html)
Ein schönes Fahrzeug und eine liebevolle Hommage an längst vergangene Zeiten. Nur für mich leider unerschwinglich :-)
4.
deepfritz 12.10.2013
Finde die Idee nicht schlecht, nur warum diese übertriebene Leistung? 400 Ps hätten locker gereicht wenn das Gewicht geringer wäre. Das Interieur und die ganze Struktur sollten spartanischer sein. 1.600 kg sind gut für einen Cruiser, für einen Sportwagen ist es zu schwer!
5. vollkommen nutzlos
emporda 12.10.2013
Es gibt Autos, die braucht wirklich niemand. Wer es nicht glaubt, der soll mit der Schüssel von Lindau/Bodensee nach Flensburg und zurück fahren und dann die Tankrechnungen aufaddieren. Ich komme mit meinem Mittelklasse Auto mit allem Komfort mit nur 50 Liter Diesel für die 1955 km aus
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