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Erdgas-Autos: Sauber sparen

Von Jürgen Pander

Der augenblicklich sauberste fossile Kraftstoff für Autos ist Erdgas. Deshalb warb Bundesumweltminister Jürgen Trittin bei der IAA für den verstärkten Einsatz von Fahrzeugen mit Erdgasantrieb. Allerdings, schränkte der Minister ein, sei der Gasantrieb keine Allroundlösung.

Jürgen Trittin auf der IAA: Der Bundesminister wirbt dort für den verstärkten Einsatz von Autos mit Erdgasantrieb
DPA

Jürgen Trittin auf der IAA: Der Bundesminister wirbt dort für den verstärkten Einsatz von Autos mit Erdgasantrieb

Mit dieser Einschätzung liegt Trittin völlig richtig. Denn der Erdgasantrieb lohnt sich vor allem dann, wenn die Fahrzeuge hohe Kilometerleistungen absolvieren müssen. In diesem Fall ist auch der positive Effekt für die Umwelt am größten. Schwefelfreies Erdgas verbrennt wesentlich sauberer als Benzin oder Diesel und verursacht im Vergleich zu Benzin bis zu 25 Prozent weniger Kohlendioxid. Damit weist Erdgas die günstigste CO2-Bilanz aller fossilen Energieträger auf. Zudem sinkt bei Erdgasbetrieb der Ausstoß von reaktiven Kohlenwasserstoffen um etwa 80 Prozent, der von Kohlenmonoxid um rund 75 Prozent und Schwefeloxid-, Ruß- oder andere Partikelemissionen werden nahezu völlig vermieden.

Den Ministerbesuch bei der IAA nutzten der Automobilhersteller Opel und der Mineralölkonzern BP zum Eintritt in den Trägerkreis Erdgasfahrzeuge, dessen ideeller Träger das Bundesumweltministerium ist. Mit BP schloss sich übrigens der erste Mineralölkonzern dieser Gruppierung an. Das Unternehmen kündigte an, dass von den 1000 BP-Tankstellen in Deutschland derzeit 40 Betriebe mit Erdgastanksäulen ausgerüstet werden. Insgesamt gibt es im Moment rund 220 Erdgastankstellen hierzulande; bis Ende nächsten Jahres soll diese Ziffer auf 300 steigen.

Parallel dazu wächst auch die Zahl der direkt von den Herstellern angebotenen Erdgasfahrzeuge. Fiat (Multipla), Opel (Zafira), Volvo (V 70, S 80) bieten bereits Erdgasautos an, Ford und VW wollen mit mehreren Modellen folgen. Darüber hinaus können zahlreiche andere Modelle fast aller Hersteller auf Erdgasbetrieb umgerüstet werden. Neben der monovalenten (nur mit Erdgas betriebene Motoren) Antriebsart kann auch die bivalente Varianten (zusätzlicher Benzintank im Fahrzeug) gewählt werden. Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich je nach Modell auf mehrere tausend Mark.

Doch diese Investition rechnet sich je nach Fahrleistung rasch. Erdgas kostet rund 30 Prozent weniger als Diesel und ist um die Hälfte billiger als Benzin. Der Preis für ein Kilogramm liegt zwischen 1 und 1,20 Mark, was einem Benzinpreis von 80 Pfennig bis 1 Mark entspricht. Und diese deutliche Entlastung von Erdgas im Rahmen der so genannten Öko-Steuerreform gilt vorerst bis 2009. Erdgas-Autofahrer kalkulieren pro 100 Kilometer rund 8 Mark an Treibstoffkosten bei praktisch gleicher Leistung der Fahrzeuge.

Die regionalen Erdgasunternehmen bieten außerdem Zuschüsse und Anschubfinanzierungen beim Kauf eines Erdgasautos oder bei der Umrüstung auf Erdgas an. In Deutschland sind derzeit bereits 10.000 Erdgasautos auf den Straßen. Weitere Informationen über die Erdgas-Modelle, die Förderung und das Tankstellennetz finden sich unter www. erdgasfahrzeuge.de.

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