Blitz-Marathon in NRW: Rekordkontrolle mit Ansage
Sie hätten es wissen müssen: Tausende Autofahrer wurden bei Tempokontrollen in ganz Nordrhein-Westfalen innerhalb eines Tages geblitzt - obwohl die Polizei die Aktionen angekündigt hatte. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer zeigte sich aber gewarnt.
Düsseldorf - Es war die bislang größte Tempokontrolle in der Geschichte Nordrhein-Westfalens: Von Dienstag um 6 Uhr bis Mittwoch um 6 Uhr wurde beim sogenannten Blitzmarathon an insgesamt 2673 Stellen die Geschwindigkeit gemessen.
Die Polizei hatte die Massenprüfung zuvor angekündigt und die Bürger sogar dazu aufgerufen, geeignete Orte für Kontrollen vorzuschlagen. Trotzdem wurden laut Angaben des Innenministeriums 22.000 Autofahrer dabei ertappt, wie sie zu schnell fuhren - das entspricht drei Prozent aller insgesamt kontrollierten Verkehrsteilnehmer. Angesichts dieser Zahl spricht NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) von einem "Tag der Vernunft". Wenn die Behörden unangekündigt blitzen, fahren erfahrungsgemäß acht Prozent der Autofahrer zu schnell.
"Das ist ein Lerneffekt", meinte Jäger, "genau den wollen wir erreichen". Kritiker sagen allerdings, dass dieser Effekt sofort wieder nachlässt, wenn keine Extrakontrollen angekündigt sind. Die Blitz-Aktion war die zweite in diesem Jahr, im Herbst ist eine weitere geplant.
Nach der Massenüberprüfung droht laut dem Ministerium 167 Autofahrern ein Fahrverbot, 4 waren den Führerschein an Ort und Stelle los. 27 Autofahrer waren alkoholisiert oder von Drogen benebelt. 440 hatten sich nicht angegurtet. Der schnellste Raser fuhr bei Münster in die Radarfalle. Statt der erlaubten 80 Stundenkilometer preschte er mit Tempo 187 über die Autobahn.
cst/dpa
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