Elektroauto Tesla-Modell fängt zum dritten Mal Feuer 

In den USA ist erneut ein Elektroauto des Herstellers Tesla nach einem Unfall in Flammen aufgegangen. Für die Vorzeigefirma ist es bereits der dritte Brand in sechs Wochen. Die Vorfälle bedrohen den Erfolg des jungen Unternehmens.

Tesla Model S: Drei Fahrzeugbrände innerhalb kurzer Zeit
Tesla

Tesla Model S: Drei Fahrzeugbrände innerhalb kurzer Zeit


Hamburg - Für Tesla, den amerikanischen Vorzeigehersteller von Elektroautos, ist es keine gute Woche. Zuerst enttäuschte das Unternehmen die hohen Erwartungen bei den Absatzzahlen - und jetzt wird erneut ein Fahrzeugbrand bei einem Model S bekannt. Es ist das dritte Mal innerhalb von sechs Wochen. Diesmal schlug das Feuer aus der Frontpartie, der Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag im Bundesstaat Tennessee. Die genauen Umstände sind noch ungeklärt.

Der Brand wurde öffentlich, nachdem auf der Fanseite "Tesla Motors Club" Fotos aufgetaucht sind. Tesla reagierte prompt mit einer Stellungnahme. Man sei mit dem Fahrer des Wagens in Kontakt. Dieser sei unverletzt. "Unser Team ist auf dem Weg nach Tennessee, um mehr über den Unfall zu erfahren", sagte eine Sprecherin.

Für das junge Start-up Tesla, an dem auch etablierte Unternehmen wie Daimler beteiligt sind, bedeutet der Unfall einen herben Rückschlag. Fahrzeugbrände könnten das Vertrauen in die noch junge Elektromobilität erschüttern. Bisher zeigen sich gerade Kunden in Europa zurückhaltend, wenn es um den Kauf eines strombetriebenen Fahrzeugs geht.

Die Polizei tappt noch im Dunkeln

Im aktuellen Fall steht die Polizei vor einem Rätsel. Es könnte sein, dass der Wagen über ein Stück Metall gefahren ist, das in den Motorraum eingedrungen ist, sagte ein zuständiger Beamter. Über das Tempo des Tesla-Fahrers machte die Polizei ebenfalls keine Angaben.

Der erste Tesla-Brand ereignete sich Anfang Oktober dieses Jahres in der Nähe von Seattle. Der Fahrer kollidierte mit einem großen Metallteil, das durch eine massive Schutzabdeckung des Fahrzeugs in den Batterie-Pack drang. Die Experten der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sprachen Tesla im Nachgang frei. Sie hätten keinen Hinweis gefunden, um von einem Fahrzeugdefekt auszugehen. Trotzdem schrumpfte der Börsenwert von Tesla anschließend um einige Milliarden Dollar.

Nur etwa einen Monat später ereignete sich dann der zweite Vorfall im mexikanischen Merida. Dort krachte ein Tesla Model S gegen eine Wand und einen Baum und fing dann Feuer. Der Fahrer blieb unverletzt. Auch hier wurde bei der Untersuchung kein Herstellungsfehler festgestellt.

Nach dem ersten Fahrzeugbrand hatte sich Tesla-Chef Elon Musk selbst in einem Blog zu Wort gemeldet: "Es gibt keinen Zweifel, dass es sicherer ist, ein Fahrzeug mit einer Batterie zu betreiben, als mit einem konventionellen Benzinmotor." Tesla hatte sein Model S als sicherstes Auto der Welt beworben.

mhu/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 128 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Trainspotter 07.11.2013
1. Hysterie
Was soll diese künstliche Hysterie? Warum werden Artikel veröffentlicht, die ganz klar von der Ölindustrie gefördert werden? Jeden Tag gehen weltweit dutzende (Benzin/Diesel betriebene) Autos in Flammen auf. Nur wird darüber nicht berichtet...
nachtmacher 07.11.2013
2. na ja...
3 Fahrzeuge in sechs Wochen. Interessant wäre nicht die Anzahl der Brände, sondern wo die Metallteile anscheinend die Schutzabdeckung durchschlagen haben. Wenn es eine Stelle ist, die bei "normalen" Unfällen mit großer Wahrscheinlichkeit getroffen werden, dann hat Tesla ein Problem. Ansonsten ist die Meldung eher unspektakulär.
brain1965 07.11.2013
3. Unglaublich!
Autos die kaputt gehen, wenn man gegen Wände und Bäume fährt. Wo soll der Wahnsinn noch enden? Bitte mehr solche wichtigen Meldungen, die uns die Augen öffnen!
Ganzgeber 07.11.2013
4. Silicon Valley
Tja, ein Auto ist eben technisch anspruchsvoller als eine Äpp, die sich von einer Handvoll Jugendlicher programmieren lässt. Musk als alter Silicon-Valley-Hause glaubt, wenn man nur genügend Hype erzeugt, läuft die Sache von selbst (insbesondere, wenn man Milliardensubventionen vom Staat einstreicht). Ich wünsche den Kaliforniern (und Norwegern) noch viel Spaß mit Tesla. Auch in meinem nächsten Wagen werden jedoch die sanft schnurrenden Zylinder eines ausgereiften Verbrennungsmotors ihr Werk verrichten.
Nowottny 07.11.2013
5. Bei Unfällen brennt es selten.
Zitat von brain1965Autos die kaputt gehen, wenn man gegen Wände und Bäume fährt. Wo soll der Wahnsinn noch enden? Bitte mehr solche wichtigen Meldungen, die uns die Augen öffnen!
Autos gehen täglich kaputt, aber sie geraten deshalb in den seltensten Fällen in Brand. Bagatellschäden können in diesen Fällen leicht zur Todesfalle für Fahrer und Insassen werden. Tesla sollte die Ursachen für die Brände genau untersuchen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.