Abgasskandal Kunden kaufen weniger Dieselautos - und verbrauchen mehr Sprit

Der Dieselskandal hat Folgen für die Umwelt: Weil Autokäufer von Diesel auf Benziner umsteigen, steigt der CO2-Ausstoß. Es gibt aber noch einen anderen Grund - und daran sind die Kunden selbst schuld.

Neuwagen in einem Autoterminal in Bremerhaven
DPA

Neuwagen in einem Autoterminal in Bremerhaven


Die CO2-Emissionen von Neuwagen sind einem Medienbericht zufolge in der EU wieder angestiegen. Im europaweiten Durchschnitt sei der Ausstoß des Treibhausgases bei Neuwagen im Vorjahr von 118,1 Gramm auf 118,5 Gramm pro Kilometer gestiegen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Analyse der Europäischen Umweltagentur EEA. Demnach gehen die Werte in 17 EU-Staaten wieder nach oben, auch in Deutschland.

Ein Grund für die Trendumkehr sei das geänderte Kaufverhalten seit dem Dieselskandal: Im vergangenen Jahr seien europaweit mehr Benzinautos als Dieselfahrzeuge gekauft worden. Dieselautos weisen beim CO2 eine günstigere Bilanz auf.

Als weiterer Grund wurde die anhaltende Beliebtheit von SUV-Modellen genannt, die einen relativ hohen Verbrauch und damit höhere CO2-Emissionen haben. Deutschland habe weiter mit die höchsten Werte an durchschnittlichen CO2-Emissionen bei neuen Pkw, hieß es.

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Härtere CO2-Vorschriften ab 2021

Die EEA-Zahlen enthalten dem Bericht zufolge noch keine Angaben dazu, wie weit die einzelnen Autohersteller mit ihren Flotten von den EU-Vorgaben entfernt sind. Ab 2021 dürfen neue Pkw im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, ansonsten drohen Strafzahlungen.

Einer Studie der Umweltorganisation Transport & Environment zufolge werden die meisten Autohersteller dieses Ziel trotzdem erreichen, vor allem durch den Verkauf von Plug-in-Hybriden und neue, effizientere Modelle, die ab 2019 auf den Markt kommen.

ene/AFP

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insgesamt 366 Beiträge
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thunderstorm305 24.04.2018
1. Logische Konsequenz und daher nicht überraschend!
Das war ja absehbar und von allen auch so gewollt. Man verunsichert die Kunden, verteufelt den Diesel und stellt dann logischerweise fest, dass der Benziner mehr CO2 produziert. Aber danach fragt man ja nicht. Nur der NOX Wert stand im Fokus. Wenn man bedenkt dass der Standort dieser Messstellen selbst kritisch hinterfragt werden muss, ist das alles schon lächerlich. Aber wir wollten es ja so.
aa_mode 24.04.2018
2. Die SUVs werden die neuen Prügelknaben der Nation
...und das ist auch gut so. Es ist mir unverständlich, warum man in Städten und auf Autobahnen mit solch einem pornösen Schiff unterwegs sein muss. Großer Motor, fette Reifen, CW-Wert wie ein Kühlschrank und schwer wie ein vollbesetzter Kleinbus - und das alles nur um ausser dem eigenen Ego viel Luft durch die Gegend zu fahren.
jjcamera 24.04.2018
3. Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
Jeder Versuch, den Autokäufern die Schuld zuzuschieben, führt dazu, dass noch fettere Spritfresser gekauft werden. Die Idee, die automobile Wende gegen die Interessen der Käufer mit Verboten und Vorschriften durchzusetzen, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Selbst die DUH oder die Grünen begreifen das langsam. Die Autokonzerne feiern inzwischen die höchsten Absatzzahlen ihrer Unternehmensgeschichte. In den USA steigen vor allem die Dieselzulassungen deutscher Hersteller dramatisch, was bei uns schon nächstes Jahr auch der Fall sein dürfte.
lobivia 24.04.2018
4. Tja
Nun schauen wir nochmal zehn Jahre weiter auf die dann gültigen CO2 Grenzwerte , es dürfte klar sein, was die großen Worte der Apologeten des Verbrennungsmotors demnächst noch wert sind. Nämlich rein gar nichts!
fahrgast07 24.04.2018
5. Deutsche Umweltheuchler
Wir kaufen immer fettere SUVs, und gurken immer gedankenloser damit rum. Jede 10. Autofahrt endet nach 1 Kilometer, im fußläufigen Bereich! Wir Deutschen schimpfen auf Trump und die bösen Chinesen - dabei sind wir die größten Umweltheuchler.
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