Kosten in Milliardenhöhe: EU fordert Ausweitung der Lkw-Maut

Lkw auf einer Mautbrücke: "Vielfältige Auswirkungen der Verschmutzung durch den Verkehr" Zur Großansicht
dpa

Lkw auf einer Mautbrücke: "Vielfältige Auswirkungen der Verschmutzung durch den Verkehr"

Der Lastwagenverkehr macht die Bürger in Europa krank und verursacht Kosten in Milliardenhöhe, behauptet die EU-Umweltagentur. Vor allem Deutschland sei davon betroffen. Die Verursacher sollen mit einem strengeren Mautsystem stärker zur Kasse gebeten werden.

Kopenhagen - Die EU-Umweltagentur übt vernichtende Kritik am Lkw-Verkehr: Allein die Luftverschmutzung durch Lastwagen koste die EU-Mitgliedsländer 43 bis 46 Milliarden Euro pro Jahr, heißt es in einem am Donnerstag in Kopenhagen veröffentlichten Report. Zudem warnt die Behörde vor massiven Gesundheitsschäden durch die Abgase der Brummis - und plädiert deshalb für die Ausweitung von Mautgebühren.

"Europas Wirtschaft ist auf den Ferntransport von Waren angewiesen. Es gibt jedoch versteckte Kosten, die wir in Form von beeinträchtigter Gesundheit und Lebensjahren bezahlen", sagte die Leiterin der Umweltagentur, Jacqueline McGlade. "Diese Kosten sind besonders hoch für jene, die entlang der Hauptverkehrsrouten Europas leben." Man könne durch eine Integration dieser Kosten in den Warenpreis für gesündere Transportmethoden und sauberere Technologien sorgen.

Die Agentur sprach sich für je nach EU-Land unterschiedlich gestaffelte Straßennutzungsgebühren aus, um "die vielfältigen Auswirkungen der Verschmutzung durch den Verkehr in den verschiedenen europäischen Ländern widerzuspiegeln". Die Kosten der Luftverschmutzung durch Lkw sei in einigen europäischen Ländern bis zu 16-mal höher als in anderen.

Zu den am stärksten von den Kosten betroffenen Ländern gehöre auch Deutschland.In der Bundesrepublik wird auf den knapp 12.800 Kilometern des Autobahnnetzes eine Maut für Lkw erhoben, außerdem werden Spedition und Fahrer seit August 2012 auch auf vierspurig ausgebauten Bundesstraßen zur Kasse gebeten. Die Maut ist für Fahrzeuge mit mehr als zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht fällig. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Schadstoffklasse und Achsenzahl. Im Schnitt beträgt sie 17 Cent pro Kilometer.

cst/dpa

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insgesamt 81 Beiträge
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1. ...
jewast 28.02.2013
Zitat von sysopdpaDer Lastwagenverkehr macht die Bürger in Europa krank und verursacht Kosten in Milliardenhöhe, behauptet die EU-Umweltagentur. Vor allem Deutschland sei davon betroffen. Die Verursacher sollen mit einem strengeren Mautsystem stärker zur Kasse gebeten werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-fordert-ausweitung-der-lkw-maut-a-886182.html
Und wer kassiert das Geld dann? Die Betroffenen? Sicher nicht...
2. Was
crocodil 28.02.2013
passiert eigentlich damit? "Allein die Luftverschmutzung durch Lastwagen koste die EU-Mitgliedsländer 43 bis 46 Milliarden Euro pro Jahr," Wahrscheinlich um neue Ministerien zu finanzieren oder Schadstoffmessanlagen einzurichten. Warum nicht gleich einfach nach Italien/Spanien usw. transferieren, da ist das Geld genausogut verbrannt!!!!
3. Eine spitzen Idee, wie ich finde!
LAZA74 28.02.2013
Mein Vorschlag: 1 Euro pro gefahrenen Kilometer für alle LKW ab 3,5 Tonnen (warum müssen die nicht zahlen), für alles andere muss schon ein Klasse C abgelegt werden. Dazu noch ausgeweitete Durchfahrtsverbote, dass Lieferungen an Supermärkte und Firmen in Wohngebieten (ja, sowas gibts!) nur noch zu sehr eingeschränkten Zeiten (nachts!) und im Slalom durch sämtliche Querstraßen erblaut sind - fördert auch die Fachkraft, die dann noch Ware zählen und einlagern darf. Der deutsche Michel wacht erst auf, wenn das Pfund Butter das doppelte bis dreifache kostet! Und wer jetzt mit dem Argument der ausländischen LKWs kommt - geschenkt! Wir kriegen die deutschen Speditionen schon noch klein, Willi Betz machts vor (und damit 1000e! Arbeitsplätze)
4. LKW und PKW
mnbvc 28.02.2013
Dass die Emissionen schädlich sind, ist lange bekannt. Mir ist zudem schleierhaft, warum die Autobahnen bei uns kostenfrei sind, während ich überall in Europa zum Erhalt der Infrastruktur zur Kasse gebeten werde. Das Pickerl in AU oder die Vignette in CH sind gelungene Beispiele, wie man einen nahezu symbolischen Beitrag aller Autobahnnutzer einholen kann, ohne großen Aufwand zu betreiben. Und durch die bloße Masse der Autos bleibt doch eine schöne Summe hängen. 40 Euro im Jahr kann fast jeder aufbringen - 3,50 Euro im Monat sind ein Bier in der Kneipe.
5. LKW und PKW
mnbvc 28.02.2013
Dass die Emissionen schädlich sind, ist lange bekannt. Mir ist zudem schleierhaft, warum die Autobahnen bei uns kostenfrei sind, während ich überall in Europa zum Erhalt der Infrastruktur zur Kasse gebeten werde. Das Pickerl in AU oder die Vignette in CH sind gelungene Beispiele, wie man einen nahezu symbolischen Beitrag aller Autobahnnutzer einholen kann, ohne großen Aufwand zu betreiben. Und durch die bloße Masse der Autos bleibt doch eine schöne Summe hängen. 40 Euro im Jahr kann fast jeder aufbringen - 3,50 Euro im Monat sind ein Bier in der Kneipe.
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Gefahren durch Stickoxide
dapd

Auswirkungen auf die Gesundheit:
-NO2 ist ein ätzendes Reizgas, das die Atemwege schädigt und die Augen reizt.
-Die Folgen können Atemnot, Husten, Kopfschmerzen, Schwindel, ein Lungenödem (Flüssigkeit in der Lunge) sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion sein.
-Die Atemwege werden anfälliger für Allergien.
-Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen kann steigen.

Auswirkungen auf die Umwelt:
-In Verbindung mit Wasser bilden sich Säuren, die Pflanzen schädigen können.
-Pflanzen, die besonders viel Stickstoff benötigen (zum Beispiel Brennnessel, Brombeere und Holunder) können sich verstärkt ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen.
-Stickstoffdioxid trägt zur Bildung von Ozon bei.

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