Überprüfung von Autos: EU-Verkehrsminister stoppen jährlichen TÜV

TÜV-Plakette: "Typisches Beispiel für den Versuch einer Überregulierung" Zur Großansicht
dapd

TÜV-Plakette: "Typisches Beispiel für den Versuch einer Überregulierung"

Deutschlands Autofahrern bleiben häufigere TÜV-Kontrollen erspart. Eine Mehrheit der Verkehrsminister der EU-Mitgliedstaaten sprach sich gegen den Vorschlag der Kommission aus, jährliche Untersuchungen für ältere Autos einzuführen.

Wer in Deutschland ein Auto besitzt, muss damit alle zwei Jahre zu einer technischen Untersuchung. Das wird auch weiterhin so bleiben - zum Ärger der EU-Kommission. Die Behörde in Brüssel wollte europaweit eine jährliche Überprüfung für Autos ab einem Alter von sechs Jahren oder einer Fahrleistung von 160.000 Kilometern vorschreiben. Dieser Plan wurde von den Verkehrsministern der Mitgliedstaaten nun abgeschmettert.

Die Kommission hatte den Vorschlag damit begründet, dass ältere Autos häufiger technische Mängel aufweisen. Die Minister sahen jedoch keine Notwendigkeit für kürzere Intervalle nach Vorschrift: Bis auf drei Staaten hätten sich alle Teilnehmer in der Diskussion mit EU-Verkehrskommissar Siim Kallas für mehr Flexibilität ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten nach Abschluss des Treffens.

Auch Verkehrsminister Peter Ramsauer zählte zu den Gegnern des jährlichen TÜV. "Das ist ein typisches Beispiel für den Versuch einer Überregulierung", kritisierte der CSU-Politiker am Rande des Treffens. "Wir wollen uns hier schön sauber an das Subsidiaritätsprinzip halten und was national regelbar ist, auch in nationaler Hand behalten."

Die Bundesregierung hatte geltend gemacht, dass die technische Kontrolle in Deutschland auf hohem Niveau geleistet werde und ein zweijähriger Check ausreiche, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten.

Hälfte der Autos in Deutschland wäre betroffen gewesen

Zwar sollen die Prüfvorgaben stärker vereinheitlicht werden, dies soll nun aber über eine Richtlinie geschehen, die den Staaten mehr Spielraum für eigene Regelungen lässt, wie die zyprische Präsidentschaft zum Abschluss der Beratungen erklärte.

Die Kommission muss nun ihren Vorschlag überarbeiten. Die Richtlinie soll einen gemeinsamen Prüfstandard mit einem Intervall vorgeben, das national verändert werden kann. Auch soll es auf Wunsch der Mehrheit der Verkehrsminister Ausnahmen für Fahrzeuge wie Traktoren oder Oldtimer geben, die die Kommission ebenfalls in die grenzüberschreitende Vorgabe aufnehmen wollte.

Laut Angaben des Autofahrerclubs ADAC wären mehr als die Hälfte der 43 Millionen Pkw in Deutschland von der jährlichen Kontrolle betroffen gewesen. Bei Prüfgebühren von im Schnitt etwa 60 Euro ergäben sich dabei Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

cst/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 143 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Diese Kommission ist von geistigen
müllschlecker 30.10.2012
Zitat von sysopdapdDeutschlands Autofahrern bleiben häufigere TÜV-Kontrollen erspart. Eine Mehrheit der Verkehrsminister der EU-Mitgliedsstaaten sprach sich gegen den Vorschlag der Kommission aus, jährliche Untersuchung für ältere Autos einzuführen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-verkehrsminister-kippen-jaehrlichen-tuev-a-864192.html
Schrebergärtnern durchsetzt. Sind diese Pfeifen bisher zu Hause mit den rappeligen Eselskarren gefahren und machen jetzt auf dicke Hose: "Wir haben endlich auch was zu kamellen ???"
2. Warum nicht in Deutschland ?
erpo 30.10.2012
Wir hier in Polen müßen auch jedes Jahr zur Kfz Kontrolle.
3. Gelddruckmaschinen ah la EU
idealist100 30.10.2012
Zitat von sysopdapdDeutschlands Autofahrern bleiben häufigere TÜV-Kontrollen erspart. Eine Mehrheit der Verkehrsminister der EU-Mitgliedsstaaten sprach sich gegen den Vorschlag der Kommission aus, jährliche Untersuchung für ältere Autos einzuführen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-verkehrsminister-kippen-jaehrlichen-tuev-a-864192.html
Hier sollte wieder eine Gelddruckmaschine ah la EU erfolgen zum abkassieren der Normalbürger und des Mittelstandes. Wer nur an die Gelddruckmaschine ISO 9001 denkt, wo Geld für ein Zertifikat gezahlt wird, ob es umgesetzt wird ist zweitrangig, denn der Zertifizierer will ja den Auftrag zur Geldeintreibung behalten.
4. Von wegen 60 Eur
JuppZupp 30.10.2012
Hab gerade noch 82 Eur löhnen dürfen für nen Smart Diesel mit Euro5. HU AU ohne Abgasmessung (!!). Und dann schreibt der Vogel mir noch eine defekte Kennzeichenleuchte auf bei einem Fahrzeug mit selbstleuchtendem Nummernschild (3M). Auf Nachfrage kam dann die Leuchte wäre fest verbaut und müsse demnach auch funktionieren. Diese TÜV-Nazis sollen Schrottkisten mit gebrochenen Bremsscheiben aus dem Verkehr ziehen. Und nicht konsequent soviel rauspressen wie geht. Warum muss ich z.B. für nagelneue Federbeine an einem Roller (!!) ein Gutachten beibringen während sich in Italien niemand daran stört ob dafür eins existiert ???
5. ...
otto_iii 30.10.2012
Zitat von idealist100Hier sollte wieder eine Gelddruckmaschine ah la EU erfolgen zum abkassieren der Normalbürger und des Mittelstandes. Wer nur an die Gelddruckmaschine ISO 9001 denkt, wo Geld für ein Zertifikat gezahlt wird, ob es umgesetzt wird ist zweitrangig, denn der Zertifizierer will ja den Auftrag zur Geldeintreibung behalten.
Da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Sonst wäre das nach GEZ-Haushaltsabgabe, EEG-Umlage etc. Wieder ein weiterer Kostenblock von über 60€ pro Jahr gewesen. Der Normalverdiener wird schon genug an allen Ecken und Enden - wohlgemerkt über die sowieso zu zahlenden Steuern hinaus ! - für irgendwelche fragwürdigen Zwecke abkassiert.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Kfz-Sicherheit
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 143 Kommentare
Facebook


Aktuelles zu