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Autoabgase: EU wusste früh von Manipulationsgefahr

Rauchendes Rohr: Autos stoßen mehr Schadstoffe aus als angegeben Zur Großansicht
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Rauchendes Rohr: Autos stoßen mehr Schadstoffe aus als angegeben

Schon vier Jahre vor der VW-Abgasaffäre wusste die EU, dass Dieselfahrzeuge erheblich mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt, berichtet der SPIEGEL. Warum das folgenlos blieb, soll nun ein Untersuchungsausschuss des Parlaments klären.

Das Joint Research Centre, der wissenschaftliche Dienst der EU-Kommission, hat schon 2011 in einer Studie weit überhöhte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen ermittelt. Keines der zufällig ausgewählten Dieselfahrzeuge hielt die von der EU gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte bei Stickoxiden unter realen Fahrbedingungen ein, berichtet der SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL .)

Der Ausstoß des gesundheitsschädlichen Gases lag laut der EU-Studie bei den Dieselversionen des Renault Clio und des VW Golf um ein Vielfaches darüber. Auch beim Fiat Bravo und dem BMW 120d überstiegen die Abgaswerte die Euro-5-Norm teilweise um das Achtfache, sobald es auf Landstraßen ging.

Obwohl die Wissenschaftler eine Veränderung der Zulassungspraxis wegen der Manipulationsgefahr bei Abgastests anmahnten, geschah bis zur Aufdeckung des VW-Skandals durch die US-Umweltschutzbehörde im September wenig. Warum dies so war und wer von den möglichen Manipulationen wusste, soll nun ab Januar ein Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments klären.

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insgesamt 241 Beiträge
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1.
surffreak2000 01.01.2016
Tja, den "normalen Bürger" kann man zwingen GEZ zu zahlen und sich ein neues Auto mit "Umweltplakette" zu kaufen. Staatliche Förderung von extremer sozialer Ungerechtigkeit. Das ist unser Rechtsstaat. Die Konzerne machen was sie wollen. Und das gesammte dumme Volk kapiert garnichts!
2. Untersuchungsausschuss?
CyberDyne 01.01.2016
Sparen wir uns die Mühe, ich weiß schon woran es gelegen hat. Die Sonderzahlungen, Parteispenden, Pöstchen in den Unternehmen sind den Herren eben viel näher, als ordentliche Arbeit zu leisten!
3. das wusste ich auch schon ....
rrippler 01.01.2016
... denn es stand schon vor Jahren in irgendeiner Zeitschrift, ich erinnere mich nicht mehr wo. Es ist ja auch wirklich nicht besonders schwer das zu messen. Jede TÜV-Prüfstelle müsste das eigentlich können, wenn sie die Messbedingungen sorgfältig einhält. Warum das so lange totgeschwiegen wurde, das muss also andere Gründe haben als den, dass man ahnungslos war. Hier liegt kein Fall von Verheimlichung eines strafrechtlichen Strafbestandes vor, sondern der geflissentlichen Ignorierung eines solchen. Wer da wohl alles dran verdient hat?
4. Polemik einstellen und nachdenken!
deegeecee 01.01.2016
Stopp! Die EU hatte bisher keine NOx-Grenzwerte für realen Fahrbetrieb erlassen. Dort wird regelmäßig *mehr Gas* gegeben, als im abgasrelevanten, gesetzlich vorgeschriebenen Normzyklus. Ganz zwangsläufig *müssen* dabei die Emissionen höher sein. Das ist eine Binsenweisheit und keine "Manipulation"... und wurde hier im Übrigen auch schon zur Genüge erläutert. Eine konkrete Manipulation konnte bisher nur beim VW-Konzern nachgewiesen werden.
5. Da braucht man ...
Greggi 01.01.2016
gar nicht viel zu ermitteln in Brüssel und auch in Berlin. Augenzwinkernde Kumpanei nennt man das, befeuert von unzähligen Auto-Lobbyisten. Gedeckt, begünstigt und weggeschaut beim Kraftfahrtbundesamt, TÜV, Automobilclubs und den sogenannten Automobilexperten à la Professor Dudenhöffer. Selbst die haben auf den Schwindel nicht aufmerksam gemacht und bis vor Kurzem noch den sparsamen Umweltverpester Diesel in den höchsten Tönen als deutsches Spitzenprodukt gelobt. Jetzt hat ein (amerikanischer) Tritt in den Allerwertesten diesen ganzen konspirativen Club in helle Aufregung versetzt und alle tun völlig empört. Nicht zu glauben diese Heuchelei.
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