Ex-Opel-Chef Neumann "Der Diesel stirbt langsam aus"

Es ist ein Weckruf: Der ehemalige Opel-Chef Neumann fordert von deutschen Autoherstellern einen "klaren Schnitt" und massive Investitionen in die Elektromobilität - sonst übernähmen Konkurrenten das Geschäft.

Karl-Thomas Neumann
Getty Images

Karl-Thomas Neumann

Von


Der ehemalige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hält den derzeitigen Umbau der deutschen Autokonzerne für nicht ausreichend. "Die deutsche Autobranche braucht einen klaren Schnitt", sagt Neumann in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. "Sie muss akzeptieren, dass der Diesel langsam ausstirbt."

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 37/2017
Die Berliner Ruhe trügt - in Deutschland brodelt es

Gewiss könne die Autoindustrie noch etliche Jahre Geld mit Verbrennungsmotoren verdienen. "Aber man muss jetzt die Komplexität reduzieren, also viel weniger verschiedene Motoren entwickeln", so Neumann. Das frei werdende Geld sollten die Konzerne dann massiv in Elektromobilität investieren. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Ursprünglich wollte Neumann Opel zur reinen Elektromarke umbauen. Der Plan scheiterte, weil der Autohersteller im Sommer an den französischen PSA-Konzern verkauft wurde. Neumann verließ Opel. Doch er ist mehr denn je davon überzeugt, dass die Wende zur Elektromobilität kommen muss - nicht nur bei Opel, sondern auch bei BMW, Daimler und Volkswagen.

"Kultstatus, von dem andere Marken nur träumen können"

Seine Warnung an die ganze Branche: "Wenn die Autoindustrie sich nicht konsequent reformiert, läuft sie Gefahr, von neuen Wettbewerbern aus China oder den USA abgehängt zu werden."

Eine besondere Herausforderung für die deutschen Autohersteller sei der US-Wettbewerber Tesla, warnt Neumann: "Tesla besitzt mittlerweile einen Kultstatus, von dem andere Marken nur träumen können."

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

insgesamt 245 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
didel-m 08.09.2017
1. Elektro-Bagger? Elektro-Truck? Elektro-Schiff? ....
Den Diesel kann man ersetzen: E-Motor, gespeist direkt mit ner Plutoniumbatterie an Bord. Aber wer will das schon... Fazit:Dieselmotore werden auch in 100 Jahren noch verwendet werden.
kenterziege 08.09.2017
2. Ich halte Neumann für einen guten Ingenieur, der Opel wieder....
.. so halbwegs auf die Spur gebracht hat. Er hat sich gegenüber GM mit seinen E-Visionen nicht durchsetzen können. Seine Prophezeiungen können daher auch als "nachkarten" gewertet werden. Es gibt die unbedingten Jünger der E-Mobilität. Wenn es viele davon gäbe, dann würden den Herstellern die E-Fahrzeuge aus der Hand gerissen werden. Die Schuld immer auf die Infrastruktur der Ladestationen zu schieben, zählt nicht. Die Villen- und Eigenheimbesitzer haben alle eine Ladestation in der Garage. Das sind Millionen. Trotz staatlichen Zuschuss wollen die Pferde nicht saufen. Wenn der Diesel-Motor wirklich nach Euro 6d abgasgereinigt wird, ist er zwar ein teures aber gutes Aggregat. Die großen Hersteller können ja mehrgleisig fahren. Der Markt wird dann zeigen, was das Bessere ist. Quoten, wie der Schulz sie vorschlägt, sind Diktatur und Dummheit.
jaspertk 08.09.2017
3. Leider - aber hausgemacht!
Der Diesel hätte ein besseres Ende verdient. Denn wenn die Technologie von Beginn an (und da meine ich in den letzten 20 Jahren) richtig umgesetzt geworden wäre: es wäre ein saubere und energetische Antriebsquelle gewesen. Jetzt ist der Ruf ruiniert! Schade...
spontanistin 08.09.2017
4. Übrig bleiben Designer-Marken!
Der Bau und die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren waren Kernkompetenz der klassischen Autobauer. TDI-Motoren von Audi wurden sogar an andere Autokonzerne geliefert. Dto. BMW-Motoren. Der Elektromotor kann nicht mehr Marken imagewirksam genutzt werden. Genausowenig die zugekauften Batteriezellen. Jetzt beginnt der Wettstreit um Gimmicks. Und Schärfung des Image für die angepeilte Zielgruppe/ Parallelgesellschaft.
citizen01 08.09.2017
5. Da will sich einer profilieren, erzählt aber nur
Unausgegorenes. Sollte sich mal Szenarien anschauen, wie der Verkehr mit Akku-getriebenen Fahrzeugen ablaufen würde. Man hätte schnell - und zu Recht - die Umweltschützer wegen massiver Probleme gegen sich. Die Probleme der Rohstoffgewinnung, Produktion, des Betriebs und der Entsorgung werden aktuell erst in außerordentlich moderater Form öffentlich diskutiert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.