Exzentrischer Umbau im Volvo Familienkutsche mit Feuer unterm Dach

Pascal Prokop heizt durch die Schweiz: In seinen Volvo 240 hat er einen echten Holzofen eingebaut. Und mit seiner Konstruktion darf der Mann sogar offiziell die Straßen befahren. Zu verdanken hat Prokop das seiner Hartnäckigkeit den Behörden gegenüber.

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Pascal Prokop hat sich seinen Schwedenpanzer gemütlich eingerichtet. In dem Volvo 240 bollert ein echter Holzofen. Von außen fällt das kaum auf, würde nicht ein Schlot rauchend aus dem Dach ragen. Klingt originell - hat aber nicht nur Prokop einige Nerven gekostet.

Wegen des Kamins sei er ständig von der Polizei angehalten worden, sagt er, und mehr als einmal habe er anschließend das Rohr kürzen müssen. Irgendwann haben sie auf der Wache aber ein Einsehen mit dem hartnäckigen Bastler gehabt. In seinen Fahrzeugpapieren ist der Umbau seitdem korrekt vermerkt. "Limousine mit Holzofen eingebaut" steht dort.

Der Volvo 240 sei bereits das dritte Fahrzeug, in das er einen Ofen geschraubt habe, sagt Prokop. Zuerst habe er einen VW Bulli auf diese Weise beheizt, dann einen Volvo 264. Beide Unikate habe er verkauft. "Keine Ahnung, was aus dem Bulli geworden ist", sagt Prokop, "wahrscheinlich gibt es den nicht mehr". Mit dem Volvo 264 werbe mittlerweile ein Schweizer Gastronom für seine Gaststätte.

Ausnüchtern im Warmen

Während der Fahrt muss Prokop die herkömmliche Autoheizung anwerfen, um sich zu wärmen - der Holzofen darf dann nicht angefeuert werden. Damit kann er leben. Denn der Schweizer schätzt vor allem die Unabhängigkeit, die ihm seine Konstruktion bietet. "Wenn ich müde bin oder zu viel getrunken habe, will ich im Auto schlafen", sagt er. Mit dem Ofen ist das auch in kalten Nächten kein Problem. Dann knistert neben ihm das Feuerholz und hält ihn warm.

Unter diesen Umständen erscheinen die Umbaumaßnahmen eigentlich plausibel: Prokop hat mit der Eigenkonstruktion Geld gespart. Eine Standheizung, sagt er, hätte sich bei dem alten Auto nämlich nicht gelohnt.

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insgesamt 17 Beiträge
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baß1 14.02.2012
1. Fabelhaft!
Zitat von sysopPascal Prokop heizt durch die Schweiz: In seinen Volvo 240 hat er einen echten Holzofen eingebaut. Und mit seiner Konstruktion darf der Mann sogar offiziell die Straßen befahren. Zu verdanken hat Prokop das seiner Hartnäckigkeit den Behörden gegenüber. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,814609,00.html
Großartige Idee! Ich bin in den letzten Wochen - als technisch völlig unversierter Mensch - ständig am Überlegen, wie sich eine mobile Standheizung in Form eines Heizlüfters mit Zeitschaltuhr verwirklichen lässt. Als Carsharing-Nutzer ist eine eingebaute Standheizung nicht nur aus Kostengründen, sondern wegen der wechselnden Fahrzeuge uninteressant. Wenn er das schon dreimal realisiert hat, sollte Herr Prokop über eine kleine Serienfertigung eines kleinen Ofens nachdenken. Ob seiner Erfahrungen mit Behörden und der dafür erforderlichen Hartnäckigkeit könnte es ja sogar mit der ABE klappen. Schade nur, dass der Volvo 264 nicht gezeigt wird. Der ist doch viel seltener als der 240.
Beobachter123 14.02.2012
2. ...
Ich hoffe er stirbt nicht an einer Kohlenstoffmonoxid- Vergiftung :(
tweet4fun 14.02.2012
3. Spinner!
Der Mann hat offensichtlich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Abgesehen von den Emissionen, die ein Holzofen erzeugt, entsteht auch noch die Gefahr der CO-Vergiftung in so einem kleinen Raum. Kostengründe sehe ich auch keine. Drei Autos hat dieser Spinner umgebaut. Das wird auch nicht ganz so billig gewesen sein. Aber für rund 10.000,- Euro hätte er einen ganz passablen gebrauchten VW-Bus mit Bett, Tisch, Schrank und Standheizung (Westfalia T2) finden können. Darin hätte er dann nach dem Ausnüchtern morgens auch die Kaffeemaschine anwerfen können. Entweder ist diese Meldung ein verfrühter Aprilscherz oder der Mann will nur die Behörden provozieren und hat nichts besseres zu tun.
Jonny_C 14.02.2012
4. Ofen...
...wie langweilig, ich dachte es wäre ein Holzvergaser....?!
tweet4fun 14.02.2012
5. Vergessen Sie´s
Zitat von baß1Großartige Idee! Ich bin in den letzten Wochen - als technisch völlig unversierter Mensch - ständig am Überlegen, wie sich eine mobile Standheizung in Form eines Heizlüfters mit Zeitschaltuhr verwirklichen lässt. Als Carsharing-Nutzer ist eine eingebaute Standheizung nicht nur aus Kostengründen, sondern wegen der wechselnden Fahrzeuge uninteressant. Wenn er das schon dreimal realisiert hat, sollte Herr Prokop über eine kleine Serienfertigung eines kleinen Ofens nachdenken. Ob seiner Erfahrungen mit Behörden und der dafür erforderlichen Hartnäckigkeit könnte es ja sogar mit der ABE klappen. Schade nur, dass der Volvo 264 nicht gezeigt wird. Der ist doch viel seltener als der 240.
Ein Heizlüfter mit Spannungswandler könnte funktionieren, allerdings nur mit Hilfe einer LKW-Lichtmaschine oder einer zweiten Lichtmaschine. Ein Umbau des Fahrzeuges wäre erforderlich. Die Brandgefahr durch einen Heizlüfter ist auch ziemlich hoch, besonders in einem sich bewegenden Fahrzeug. Also vergessen Sie es. Wärmere Kleidung soll helfen! Das ist auch billiger. Hoffentlich tut der Mann das nicht! Das ist ganz klar eine Idee aus der Heilanstalt!
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