Fahreignungstest Weniger Autofahrer müssen zum Alkohol-TÜV

Wer den Ordnungshütern mit Drogen oder mehrmals mit Alkohol am Steuer aufgefallen ist, wird zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung der Fahreignung verdonnert. Im letzten Jahr nahm die Zahl der überprüften Alkoholsünder stark ab.


Bergisch Gladbach – Zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), auch Idioten-Test oder Alkohol-TÜV genannt, mussten wegen Alkohol am Steuer im vergangenen Jahr knapp 64.000 Autofahrer. Bei Fahrern, die zum ersten Mal auffielen, betrug der Rückgang im Vergleich zu 2004 zwölf Prozent, bei Wiederholungsfällen neun Prozent. Das teilte die Bundesanstalt für Straßenwesen BASt am Donnerstag in Bergisch Gladbach mit.

Dagegen nahm die Zahl der Tests wegen Drogen am Steuer um acht Prozent auf knapp 18.000 zu. Die BASt führt dies auch darauf zurück, dass die Polizei stärker auf Fahrer achtet, die Cannabis, Kokain oder andere Drogen konsumiert haben.

2005 mussten insgesamt 104.325 Führerscheinbesitzer zur MPU, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Bei 61 Prozent der Fälle ging es um Alkohol, bei 17 Prozent um Drogen, bei 12 Prozent um auffälliges Fahrverhalten ohne Alkohol. Zu den restlichen Fällen zählen unter anderem Straftaten oder körperliche Gebrechen.

Zur MPU können Autofahrer verdonnert werden, die mehrmals mit Alkohol am Steuer aufgefallen waren oder mit einer Promillezahl von 1,6 Promille oder mehr getestet wurden. Außerdem wenn sie beim Fahren unter Drogen gestanden hatten oder mehr als 18 Punkte in Flensburg angesammelt haben, aber auch wenn sie strafrechtlich mehrfach auffällig geworden sind. Sie werden medizinisch untersucht, mit ihnen wird ein psychologisches Gespräch geführt und ihr Reaktionsvermögen wird getestet. In über 60 Prozent können die getesteten Autofahrer ihren Führerschein behalten.

a bl/dpa



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