Benzin- und Dieselautos Fahrverbote in Innenstädten - was meinen Sie?

In Deutschlands Städten könnte es bald Fahrverbote für Diesel- und Benzinautos geben; das plant das Umweltministerium. Gut für die Luft? Oder Schikane für Autofahrer? Stimmen Sie ab!

Verkehrsschild in Köln
dpa

Verkehrsschild in Köln


Autofahrer müssen damit rechnen, künftig nicht mehr unbeschränkt in jede deutsche Innenstadt fahren zu können. Im Kampf gegen das gesundheitsgefährdende Stickstoffdioxid (NO2) hat das Bundesumweltministerium (BMUB) auf Drängen der Bundesländer einen entsprechenden Verordnungsentwurf fertiggestellt.

Er ermöglicht es Kommunen, künftig in Eigenregie straßen- oder zonenweise Fahrverbote zu verhängen. Zwar tragen vor allem Dieselfahrzeuge zu den überhöhten NOx-Werten bei, doch je nach Ausgestaltung durch die jeweilige Kommune könnte es auch Fahrzeuge mit Benzinmotoren treffen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Tritt die Verordnung in Kraft, bieten sich Kommunen künftig drei Optionen, den Verkehr zu begrenzen.

  • Erstens: Die örtlichen Straßenverkehrsbehörden geben neue Plaketten aus, sodass nur noch Fahrzeuge mit emissionsarmer Diesel- oder Benzinmotortechnik in eine Verbotszone rollen dürfen.
  • Zweitens: Die Zufahrt zu bestimmten Straßen ist für sämtliche Dieselfahrzeuge gesperrt oder wahlweise nur neueren Dieselmodellen (Euro 6) gestattet.
  • Drittens: Die Städte und Gemeinden lassen an geraden Datumstagen nur Fahrzeuge mit geraden Kfz-Endziffern einfahren, an ungeraden Tagen nur Autos mit ungeraden Ziffern. Es ist ein Verfahren, das nicht zwischen abgasarmen und emissionsträchtigen Motoren unterscheidet, aber eher als gerecht empfunden wird und etwa in Paris Anwendung findet.

Der Entwurf liegt nun auf dem Schreibtisch von Verkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU, der die neuen Verkehrsschilder für die Fahrverbote genehmigen muss.

Und jetzt sind Sie dran: Was halten Sie von möglichen Fahrverboten? Stimmen Sie ab!

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Fahrverbote in Städten

Das Umweltministerium will Fahrverbote für Benzin- und Dieselautos in deutschen Städten ermöglichen. Was halten Sie davon?

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Donnerstagmorgen erhältlich.

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wal



insgesamt 367 Beiträge
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Seite 1
tjhc 17.12.2016
1. Wenn es Alternativen gibt...
... ist das in Ordnung. Das würde aber dann günstige und verlässliche Busverbindungen und Parkplätze außerhalb der Stadt voraussetzen. Da ich aber kaum glaube, dass dafür Geld investiert wird, bin ich dagegen.
nikklas01 17.12.2016
2. Nicht reden....
.... sondern machen und umsetzen! So nebenbei aber: dann auch über Flugverbote nachdenken.
willhelm.schmitz 17.12.2016
3. Augenwischerei
Das Ganze ist ein grandioses Beschäftigungsprogramm für die Autoindustrie. Als Dankeschön für das Beschei**en der Kunden dürfen die Konzerne den Kunden jetzt Euro6/7/8 Wagen verscherbeln, damit diese weiterhin ihre Arbeitsplätze in den Städten erreichen..... und komm mir jetzt keiner mit dem ach so tollen ÖPNV... als Beispiel dürfen sich dessen Befürworter gerne mal die Lösungen des Kölner Umlandes anschauen... eine wahre Meisterleistung der Verkehrspolitik....
Kater Bolle 17.12.2016
4. Schuldig sind die......
die der Autoindustrie in vollem Wissen über lange Jahre zu "erlauben" Abgaswerte zu manipulieren oder einfacher gesagt zu betrügen. Auch das "Schönen" der Verbrauchswerte wurde mit "Augenzwinkern" durchgewirkt. Es ist an der Zeit, die dafür Verantwortlichen zu belangen = Hohe Freiheitsstrafen. Sie haben nicht nur die Verschmutzung der Umwelt durch ständiges überschreiten der erlaubten Grenzwerte zugelassen sondern noch weit schlimmer damit die Gesundheit und Leben der Bevölkerung grob fahrlässig in Gefahr gebracht. Wenn alle Fahrzeuge die gesetzlichen Werte einhalten würden, hätten wir da wahrscheinlich keine großen Probleme. Herr Dobrindt seine Vorgänger, die verantwortlichen Beamten haben als gefügige Gehilfen der Autoindustrie gehandelt. Jetzt schreien haltet den Dieb ist unglaubwürdig. Alle wußten Bescheid!
tiefenrausch1968 17.12.2016
5. Totalversagen
Während die Autoindustrie ungestraft die Bürger betrügen und verpesten darf, soll der schwarze Peter jetzt den Autofahrern zugeschoben werden. Dabei gäbe es jede Menge Möglichkeiten, auch ohne Verbote die Luft zu verbessern, etwa mit saftigen Steuern auf PS-Protze und SUV und mit Investitionen in ökologischere Mobilität. Wo sind denn hier in der Stadt die Ladestationen für Elektroautos oder E-Bikes? Bei dem Zuständen im öffentlichen Nahverkehr fährt man gerade in der Stadt sehr gerne mit dem Auto. Denn da kommt man wenigstens sicher nach Hause.
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