Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Akute Luftverschmutzung: Paris schränkt Autoverkehr ein

Autoverkehr in Paris: Der Diesel als Luftverpester Zur Großansicht
AFP

Autoverkehr in Paris: Der Diesel als Luftverpester

Dicke Luft in Paris: Weil die Feinstaubkonzentration in der französischen Hauptstadt kritisch ist, greifen die Behörden nun zu drastischen Maßnahmen. Ab Montag legen sie einen Teil des Autoverkehrs still - und ernten dafür Kritik von Lobbyisten.

Paris verhängt erstmals seit zwei Jahrzehnten Fahrverbote für Auto- und Motorradfahrer. Damit will die französische Hauptstadt die dramatische Luftverschmutzung in den Griff bekommen. Ab Montag müssen Fahrzeugbesitzer im Großraum der Hauptstadt vorerst jeden zweiten Tag ihren Wagen stehen lassen, wie die Regierung am Wochenende ankündigte. Das abwechselnde Fahrverbot für Autos und Motorräder mit geraden und ungeraden Nummernschildern wurde beschlossen, nachdem die zulässigen Höchstwerte für Feinstaub-Partikel zuletzt fünf Tage in Folge überschritten worden waren. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Maßnahmen sind vorgesehen.

Die Luftverschmutzung geht unter anderem auf den Autoverkehr zurück, wird aber derzeit durch ein Hochdruckgebiet über Frankreich verstärkt. Dieses sorgt dafür, dass sich die Partikel konzentrieren.

Paris ist nicht die einzige Metropole, die mit Restriktionen gegen die Luftverschmutzung durch Autos ankämpft. Auch in China werden regelmäßig Fahrverbote wegen Smog-Alarms verhängt. In London müssen Fahrzeuge schon lange eine City-Maut bezahlen, wenn sie in die Innenstadt wollen. Dies soll dazu führen, dass Pendler stärker auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreifen.

Frankreichs Autofahrerbund kritisiert das Fahrverbot

Am Freitag hatte die Konzentration der teils als krebserregend eingestuften Feinstaub-Partikel einen Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht - zulässig sind höchstens 50 Mikrogramm. Zwar ging die Belastung tags darauf wieder leicht zurück, doch ab Sonntagabend wird mit einem erneuten Anstieg gerechnet. Die Regierung verhängte daher erstmals seit 1997 und zum zweiten Mal in der Landesgeschichte ein derartiges Fahrverbot. Frankreichs größter Autofahrerbund kritisierte diese Entscheidung als "unfair" und dumm".

Für die Feinstaub-Belastung werden besonders Diesel-Fahrzeuge und die Schwerindustrie verantwortlich gemacht. In der Hauptstadtregion hatten die zuständigen Behörden am Wochenende bereits erlaubt, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu nutzen. Auch städtische Fahrräder und Elektroautos konnten gratis ausgeliehen werden.

Nicht nur Paris ist von der Luftverschmutzung betroffen. Auch in Städten wie Lyon, Bordeaux, Caen, Rouen, Grenoble, Le Mans, Tours und Reims sind die Werte drastisch erhöht. Stellenweise wurden zudem Kaminfeuer-Verbote verhängt. Schulen sollten die Aktivitäten von Kindern im Freien begrenzen.

mhu/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook


Aktuelles zu