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Rekordpreis: Dieser Ferrari ist das teuerste Auktions-Auto der Welt

Von Jürgen Pander

38 Millionen Dollar für ein 52 Jahre altes Auto: Ein Unbekannter hat bei einer Versteigerung in den USA eine Rekordsumme für einen Ferrari 250 GTO bezahlt. Der Wagen hat eine düstere Geschichte.

Im Jahr 1965 kaufte der Italiener Fabrizio Violati einen roten Ferrari 250 GTO. Der rennsportbegeisterte Erbe eines Getränkeimperiums bezahlte 2,5 Millionen Lire für den Sportwagen, was damals etwa 16.000 Mark entsprach. In der Nacht auf Freitag, fast 50 Jahre später, ist dieser Wagen für 38 Millionen Dollar (rund 28 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen - ein neuer Rekordpreis bei einer Auto-Auktion. Fachleute hatte zuvor über noch höhere Gebote von bis zu 50 Millionen Dollar spekuliert.

Die Versteigerung führte das Auktionshaus Bonhams im Luxushotel "The Quail" auf der Monterey-Halbinsel südlich von San Francisco durch. Violati, der ehemalige Besitzer des Ferraris, war vor vier Jahren gestorben. Der GTO war Teil seiner Sammlung "Maranello Rosso Collection". Über den Käufer machte Bonhams zunächst keine Angaben.

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Rekordversteigerungen: Die teuersten Oldtimer aller Zeiten
Ausschlaggebend für den Rekordpreis dürfte die ebenso tragische wie außergewöhnliche Geschichte des Autos sein. Der "Gran Turismo Omologato" (daher das Kürzel GTO), ein straßentauglicher Rennwagen, wurde nur wenige Tage nach seiner Auslieferung im September 1962 vom französischen Rennfahrer Jo Schlesser bei der "Tour de France Automobile" eingesetzt, einem neuntägigen Autorennen über insgesamt 5500 Kilometer. Schlesser und sein Co-Pilot, der ehemalige Skirennfahrer und zweifache Olympiasieger Henri Oreiller, belegten am Ende Platz zwei.

Nur wenige Wochen später verunglückte Oreiller mit dem Auto auf der Rennstrecke von Monthléry südlich von Paris tödlich. Der schwer beschädigte Ferrari kam nach Maranello und wurde wieder instand gesetzt. 1964 ging das Auto mit der Chassis-Nummer 3851GT an den italienischen Rennfahrer Paolo Colombo, im Jahr darauf trat Ernesto Prinoth mit dem Wagen bei diversen Rennen an. Prinoth verkaufte den Wagen dann an Fabrizio Violati - in dessen Besitz er bis zu dessen Tod verblieb (und darüber hinaus in dessen Ferrari-Sammlung). Kein anderer Ferrari 250 GTO gehörte so lange ein und demselben Besitzer.

Die vielleicht schönsten Ferrari aller Zeiten

Die wenigen Ferrari 250 GTO - insgesamt wurden nur 39 Exemplare gebaut - gelten als Meisterwerke, jedes Modell unterscheidet sich ein wenig von den anderen, alle erhielten eine von Hand auf Holzformen gedengelte Karosserie.

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Rekordpreis bei Auktion: Der 38-Millionen-Dollar-Oldie

Das jetzt versteigerte Modell trug unter der Motorhaube den klassischen 3-Liter-V12-Motor von Konstrukteurs-Guru Giotto Bizzarrini, der 1962 im Streit mit Enzo Ferrari das Unternehmen verließ. Auch deshalb ist dieser Ferrari etwas Besonderes, als letzter Typ mit einem von Bizzarrini konstruierten Motor.

Den Hype um seltene Autoklassiker wird das jetzt erzielte Rekordergebnis weiter befeuern. Speziell Ferrari-Modelle hätten allein im vergangenen Jahr um durchschnittlich 60 Prozent an Wert zugelegt, heißt es bei den auf klassische Automobile spezialisierten Analysten der Historic Automobile Group International (HAGI).

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Zeigt die historische Aufnahme..
random-nick 15.08.2014
..wirklich dasselbe Auto? Die Luftansaugöffnungen auf der Haube sind offensichtlich von unterschiedlicher Anzahl.
2.
VoisinAerodyne 15.08.2014
Zitat von random-nick..wirklich dasselbe Auto? Die Luftansaugöffnungen auf der Haube sind offensichtlich von unterschiedlicher Anzahl.
Beim GTO konnte man die Öffnungen mit kleinen Kappen verschließen. Daher sieht es auf der "historischen" Aufnahme so aus, als ob die Öffnung in der Mitte fehlt. Hier ganz gut an dem GTO von Nick Mason zu sehen: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c9/250GTO_-_Nick_Masson.JPG/1280px-250GTO_-_Nick_Masson.JPG
3. In der Frontpartie ...
clausbremen 15.08.2014
... des GTO gibt es 4 dieser halbkreisförmigen Öffnungen, die man bedarfsweise auch schliessen kann. Geschlossen sind sie auf Fotos teils schwer oder gar nicht erkennbar.
4. Postmoderner Reliquienhandel
c218605 15.08.2014
Moechte nicht wissen was dann einmal der Mercedes von Lady Di wert sein wird. Und dabei sieht dieser Ferrari eher wie eine noch knubbelige unreife Vorstufe des Jaguar E Type aus. Und auch mit dem Auto aus dem Klassiker "Haraold & Maude" waere auch noch gute Kohle zu machen, die Hauptdarstellerin hat auch dringesessen und ist mittlerweilen verstorben.
5. Recherche.....
vespamac 15.08.2014
Die Firma Bizzarini hat die Karosserie inm Auftra von Ferrari gestaltet, der Motor ist, in seiner Urform, von Gioacchino Colombo etnwickelt worden.
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