Fisker Hybrid-Limousine Grüner Luxus im Carport

Das Echo auf den Elektro-Roadster Tesla hat gezeigt: Wenn sparsame Autos nicht so langweilig sind wie ein Toyota Prius, zeigt auch die Schickeria Interesse. Mit einem ebenso feudalen wie flotten Hybrid-Modell will davon auch Sportwagendesigner Henry Fisker profitieren.


Dass in Henry Fiskers Adern Benzin fließt, steht außer Zweifel. Schließlich hat der Däne im Industrieauftrag 18 Jahre lang die schönsten Sportwagen gezeichnet. Erst bei BMW den Z8, dann bei Aston Martin den V8 Vantage. Vor knapp drei Jahren machte er sich selbständig und entwickelte zwei eigene Modelle. Die beiden Wagen - der vom BMW 6er abgeleitete Latigo CS und der Tramonto auf Basis des Mercedes SL 55 AMG - rollen bereits zu Dutzenden die amerikanischen Westküste entlang. Nun greift Fisker den Öko-Trend der High Society auf.

Hybrid-Limousine: Der Däne Henrik Fisker will diesen Luxuswagen mit Hybridantrieb auf den Markt bringen.

Hybrid-Limousine: Der Däne Henrik Fisker will diesen Luxuswagen mit Hybridantrieb auf den Markt bringen.

Der Däne gründete jetzt zusammen mit der auf umweltfreundliche Antriebe spezialisierten Firma Quantum Technologies ein Joint Venture, das zur ersten grünen amerikanischen Premium-Automobil-Marke werden soll und in Zukunft eine Reihe von Luxusfahrzeugen für das gute Gewissen anbieten will. Anders als Tesla mit dem grünen Roadster setzt Fisker zumindest zu Beginn nicht nur auf Strom als Energieträger. Er lässt stattdessen einen sogenannten Plug-In-Hybrid entwickeln - ein Antriebssystem, das man wahlweise auch an der Steckdose aufladen kann, soll die ersten Autos der Marke in Fahrt bringen.

"Die bedrohte Umwelt fesselt unsere Aufmerksamkeit", erläutert Fisker die Ursachen für den grünen Umschwung in der Vollgasfraktion. "Jetzt ein umweltfreundliches Luxusfahrzeug zu entwickeln, das zudem gut aussieht und Spaß beim Fahren macht, kann viele Menschen ansprechen und die Situation entspannen", sagt Fisker. "Wir wollen unseren Kunden schöne und schnelle Autos bieten, die umwelttechnisch Sinn machen. Mit Öko-Chic und wenig Einfluss auf die Erderwärmung."

Noch fehlt der Name, aber der Preis steht schon fest

Dabei blicken die Partner gar nicht soweit in die Zukunft. Bereits zur Motorshow in Detroit im kommenden Januar haben sie den Prototypen des ersten Modells angekündigt. Einen Namen hat die ebenso sportliche wie feudale Limousine im Stil von Aston Martin Rapide und Porsche Panamera zwar noch nicht. Doch dass pro Jahr 15.000 Fahrzeuge verkauft werden wollen, hat Fisker schon verkündet. Und auch der Preis steht bereits fest: Keine 100.000 Dollar soll das Luxusfahrzeug kosten und damit den Lexus LS600h als bislang einziges Hybrid-Modell in der Oberliga unterbieten. Schöner und eleganter aussehen als der barocke Japaner dürfte Fiskers Entwurf ohnehin.

Das zumindest lässt die erste Skizze des Autos vermuten, die Fisker jetzt veröffentlicht hat. Sie zeigt eine langgestreckte Flunder mit üppig geformten Kotflügeln, einer flachen Motorhaube und einem breit lächelnden Kühler, der etwas von einem Schmollmund hat. Die Scheinwerfer gehen über in die ausgeprägten Kotflügel, das Passagierabteil rückt weit nach hinten und das Dach spannt sich in einem knappen Bogen über die vier Türen.

Kann schon sein, dass Kopf- und Beinfreiheit im Fond ein wenig knapper sind als in einem Lexus, einem BMW 7er oder einer Mercedes S-Klasse. Aber erstens kann man sich ja auch nach vorne setzen, zweitens muss man für ein gutes Gewissen eben Opfer bringen, und drittens gilt vielleicht auch beim Auto, was die Stars von ihrer Abendgarderobe kennen: "Wer schön sein will, muss leiden."

tom



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