Flambierte Flitzer Ferrari ruft Hunderte Supersportwagen zurück

Desaster für Ferrari: Mit dem 458 Italia wollte der Sportwagenhersteller sich ein ökologisches Image verpassen. Zwar verbraucht der Flitzer tatsächlich viel weniger Sprit als sein Vorgänger - neigt aber dazu, in Flammen aufzugehen. Deshalb ruft Ferrari nun alle Fahrzeuge der Baureihe zurück.

Ferrari 458 Italia: Kleber als Brandursache

Ferrari 458 Italia: Kleber als Brandursache


Die Begeisterung war groß, als Ferrari vor rund einem Jahr den Supersportwagen 458 Italia vorstellte. Von "nachhaltiger Entwicklung" war die Rede und von einem in dieser Fahrzeugklasse bemerkenswerten Normverbrauch von 13,3 Litern auf 100 Kilometern. An der Entwicklung der Flunder wirkte sogar Formel-1-Fahrer Michael Schumacher mit.

Jetzt, rund acht Monate nach Marktstart, herrscht im Firmensitz in Maranello Ernüchterung. Mindestens vier Modelle sind seit Anfang Juli abgebrannt - fast zwei Monate äußerten sich die Italiener nicht zu diesen Vorfällen. Untätig waren sie nach eigenen Angaben jedoch nicht. Die verkohlten Wracks wurden untersucht, und jetzt ist die Ursache für die Brände klar: Klebstoff.

Um Reifen und Karosserie vor der Hitze des Mittelmotors zu schützen, haben die Ingenieure einen Schutzschild zwischen der Abdeckung der Radläufe und dem Motorraum angebracht. Dieser wurde mit einem Hightech-Klebstoff fixiert. Doch offenbar gibt es mit dem Kitt bei allen bis Ende Juli gebauten Fahrzeugen ein Problem. "Zumindest, wenn zu hohen Betriebstemperaturen auch enorme Außenhitze hinzukommt. Dann nämlich kann der Kleber verdampfen - und sich im schlimmsten Fall entzünden," sagte Ferrari-Sprecher Gerald Kahlke SPIEGEL ONLINE.

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Ferrari 458 Italia: Großer Durst trotz Spritspar-Techniken
Deshalb beordern die Italiener jetzt alle Autos der Baureihe in insgesamt 55 Ländern zurück in die Werkstätten. Der Hitzeschild wird ausgetauscht und nicht mehr an die Innenseite der Radläufe geklebt, sondern genietet. Zu den Kosten für die Umrüstung der 1248 Autos äußerte sich Ferrari nicht.

Für die vier Ferraristi, deren 458 Italia nachweislich durch den Kleber in Flammen aufgegangen sind, kommt diese Aktion zu spät. Doch immerhin stellt ihnen Ferrari jetzt umsonst ein neues Modell vor die Tür.

Warum Ferrari den falschen Klebstoff einsetzte und dies nicht bemerkte, ist unklar. Schließlich betonen Autohersteller immer wieder, wie beinhart ihre Tests vor der Einführung neuer Modelle sind. Oft werden die Prototypen durch die Eiswüsten am Nordpol gejagt und bei extremer Hitze durch das Death Valley gescheucht.

Vielleicht hat Testfahrer Michael Schumacher, der nach Ansicht mancher Sportkommentatoren seine besten Zeiten hinter sich hat, bei seinen Testfahrten einfach nicht genug Gas gegeben, um das Auto auf die höchstmögliche Betriebstemperatur zu bringen. Schließlich fährt er auch in der aktuellen Formel-1-Saison hinterher - dort allerdings in einem Mercedes.



insgesamt 30 Beiträge
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hilfloser, 02.09.2010
1. Also
Ich habe ja auch schon von diesem Problem gehört und meinen Ferrari ( allerdings einen Testarozza ) zur Inspektion fahren lassen. Nun bin ich mal gespannt was draus wird. Naja, muß ich halt die nächsten 3-4 Tage mit meinem Lambourghini Countach vorlieb nehmen. Meine Frau, die sonst den Ferrari fährt wird mir verzeihen das sie den Maibach nehmen muß!
papayu 02.09.2010
2. Ferrari contra Toyota
Meine Bremsen haben versagt -Schrott- krieg ich jetzt auch nen neuen Toyota??? Schumacher konnte zwar gut Autofahren, die Betonung liegt auf konnte.
greeper, 02.09.2010
3. Traurig
Zitat von hilfloserIch habe ja auch schon von diesem Problem gehört und meinen Ferrari ( allerdings einen Testarozza ) zur Inspektion fahren lassen. Nun bin ich mal gespannt was draus wird. Naja, muß ich halt die nächsten 3-4 Tage mit meinem Lambourghini Countach vorlieb nehmen. Meine Frau, die sonst den Ferrari fährt wird mir verzeihen das sie den Maibach nehmen muß!
Testarossa schreibt man mit zwei "s", Lamborghini ohne "ou" und Maybach mit einem "y", nicht einem "i". Da wollten Sie wohl witzig sein und ausser Blamage kam nichts dabei raus... Traurig.
Stefan Albrecht, 02.09.2010
4. Klassischer Journalistenquatsch
Zitat von sysopDesaster für Ferrari: Mit dem 458 Italia wollte der Sportwagen-Hersteller sich ein ökologisches Image*verpassen. Zwar verbraucht der Flitzer tatsächlich viel weniger Sprit als*sein Vorgänger -*neigt aber dazu, in Flammen aufzugehen. Deshalb ruft Ferrari nun alle Fahrzeuge der Baureihe zurück. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,715246,00.html
Der Artikel ist mal wieder voll von Allgemeinplätzen und zeigt in ganzer Breite, wie wenig Ahnung Journalisten wirklich von ihrer Materie haben und durch aufblasen versuchen, Kompetenz zu beweisen. Der Autor zeigt dies hier mit seiner Aussage, dass so etwas nicht passieren dürfte, nachdem doch alle Autobauer ihre Autos in Tests prüfen. Damit beweist er, dass er sich einfach nicht vorstellen kann, wie komplex ein Auto und auch der Herstellungsprozeß seiner Bauteile oft ist. Wenn bei der Produktion des Klebstoffes der Prozess aus dem Ruder läuft, kann dieser sehr leicht chemisch instabil werden, zudem ist es ein großer Unterschied, ob ich 1 Monat etwas irgendwo teste oder ob ich 1 Jahr ein Auto betreibe, das in einer Wüstengegend in den USA läuft. Eine interessante Erfahrung habe ich mal mit einem BMW E36 gemacht: Ich fuhr in diesem in Sizilien mit, der Fahrer hat mir seinen Maserati Biturbo Spyder verkauft. Das Auto, bei dessen Einführung BMW kontinuierlich unterstrich wie hochwertig und geprüft seine Materialien wären, waren vom Klima in Sizilien nach 10 Jahren am Ende: An der Scheibe regnete es hinein, weil der Kleber brach, die Lederinnenausstattung war durchgebrochen und die Fetzen hingen herunter. Der Maserati, bei dem noch auf bekanntere, wesentlich einfachere Mittel gebaut worden war, war trotzdem, dass er ca. 8 Jahre älter war, in einem wesentlich besseren Zustand und auch mein VW Golf II sah innen trotz seiner 300.000 km, 160000 davon in Italien, wesentlich besser aus. Jedes Material birgt eben seine Risiken und oft kommen diese erst im praktischen Gebrauch zum Vorschein. Ferrari hat daher die einzig richtige Entscheidung in diesem Fall hier getroffen: Sie setzen auf bewährte Befestigungsmethoden.
denkpanzer 02.09.2010
5. Ferrari
Zitat von Stefan AlbrechtDer Artikel ist mal wieder voll von Allgemeinplätzen und zeigt in ganzer Breite, wie wenig Ahnung Journalisten wirklich von ihrer Materie haben und durch aufblasen versuchen, Kompetenz zu beweisen. Der Autor zeigt dies hier mit seiner Aussage, dass so etwas nicht passieren dürfte, nachdem doch alle Autobauer ihre Autos in Tests prüfen. Damit beweist er, dass er sich einfach nicht vorstellen kann, wie komplex ein Auto und auch der Herstellungsprozeß seiner Bauteile oft ist. Wenn bei der Produktion des Klebstoffes der Prozess aus dem Ruder läuft, kann dieser sehr leicht chemisch instabil werden, zudem ist es ein großer Unterschied, ob ich 1 Monat etwas irgendwo teste oder ob ich 1 Jahr ein Auto betreibe, das in einer Wüstengegend in den USA läuft. Eine interessante Erfahrung habe ich mal mit einem BMW E36 gemacht: Ich fuhr in diesem in Sizilien mit, der Fahrer hat mir seinen Maserati Biturbo Spyder verkauft. Das Auto, bei dessen Einführung BMW kontinuierlich unterstrich wie hochwertig und geprüft seine Materialien wären, waren vom Klima in Sizilien nach 10 Jahren am Ende: An der Scheibe regnete es hinein, weil der Kleber brach, die Lederinnenausstattung war durchgebrochen und die Fetzen hingen herunter. Der Maserati, bei dem noch auf bekanntere, wesentlich einfachere Mittel gebaut worden war, war trotzdem, dass er ca. 8 Jahre älter war, in einem wesentlich besseren Zustand und auch mein VW Golf II sah innen trotz seiner 300.000 km, 160000 davon in Italien, wesentlich besser aus. Jedes Material birgt eben seine Risiken und oft kommen diese erst im praktischen Gebrauch zum Vorschein. Ferrari hat daher die einzig richtige Entscheidung in diesem Fall hier getroffen: Sie setzen auf bewährte Befestigungsmethoden.
Naja, es ist schon peinlich für Ferrari; Das ausgerechnet ein Hitzeschild mit brennbarem Kleber aufgebracht wurde hat zu Recht für einige Lacher gesorgt.
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