Förderung von E-Autos Bundesregierung beschließt 4000-Euro-Kaufprämie

Ab Mai sollen Käufer von E-Autos in Deutschland einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro erhalten. Nach langen Diskussionen hat das Kabinett ein entsprechendes Gesetz nun verabschiedet.

Ladestecker eines E-Autos
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Ladestecker eines E-Autos


Die Bundesregierung hat eine umfassende Förderung von Elektroautos in Deutschland beschlossen. Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern das lange diskutierte Gesetzespaket zur Begünstigung von E-Autos.

Ab Mai sollen Käufer von batteriebetriebenen Pkw einen Zuschuss von 4000 Euro bekommen. Für Plug-in-Hybridfahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor beträgt die Prämie 3000 Euro. Außerdem werden reine E-Autos rückwirkend zum 1. Januar für zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Insgesamt werden für das Programm 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt, die je zur Hälfte vom Staat und von der Autoindustrie getragen werden.

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Modellübersicht: Für diese Hybridautos gilt die 3000-Euro-Kaufprämie

Anträge für die Prämien können in Kürze online beim zuständigen Bundesamt Bafa gestellt werden. Sobald der Fördertopf leer ist, gibt es keine Zuschüsse mehr - spätestens am 30. Juni 2019 ist Schluss.

Luxusautos erhalten keine Förderung

Dem Gesetzesplänen zufolge bleiben E-Autos mit einem Listenpreis von mehr als 60.000 Euro außen vor. Außerdem zahlt der Staat nur, wenn der Hersteller die zweite Hälfte der Prämie aus seiner eigenen Kasse beisteuert. Ergänzt wird das Förderpaket durch den Ausbau von Stromladestationen, was sich der Bund rund 300 Millionen Euro kosten lassen will. Ihren eigenen Fuhrpark will die Bundesregierung zu 20 Prozent mit E-Autos bestücken.

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"Wir starten heute unsere Ladesäulenoffensive für Deutschland", erklärte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Schlüssel für den Durchbruch der Elektromobilität sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Mögliche Standorte von Ladesäulen sind Tankstellen und Autohöfe an Hauptverkehrsachsen, Einkaufs- und Sportzentren, Carsharing-Stationen sowie Bahnhöfe, Flughäfen und Messezentren.

Die Kaufprämie und die anderen Fördermaßnahmen sollen dafür sorgen, dass die Zahl der E- und Plug-in-Hybridautos von derzeit unter 50.000 auf über 500.000 steigt. Mittelfristig sollen es eine Million sein. Das Förderpaket der Bundesregierung muss noch von Bundestag und -rat beraten und verabschiedet werden.

mhu/dpa/Reuters



insgesamt 82 Beiträge
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ulrich_loose 18.05.2016
1. In anderen Worten
die Regierenden werfen wieder mal Steuergelder der Bürger zur eigenen Gesichtswahrung zum Fenster hinaus...
licorne 18.05.2016
2. Ich möchte nicht,
dass mein Steuergeld für eine solche Fehlentscheidung ausgegeben wird. Ist das schon Wahlkampf oder Trostpflaster für die Autoindustrie? Diese Regierung versagt nach meiner Meinung auf allen Gebieten.
Rincewind 18.05.2016
3. Subventionen für die Autolobby
Je 2000 Euro direkt vom Steuerzahler und 2000 Euro von den "Unternehmen", welche diese als Sonderabgabe von der Steuer abziehen können, also wieder vom Steurzahler. Danke, Angela!
tims2212 18.05.2016
4. Ladesäule an der Tankstelle...
... macht im kleinen Kopf des Herrn Ministers auch absolut Sinn. Dann kann man sich für 3 Stunden in den Shop setzen, den 6,35€ Latte schlürfen und ein 5€ Baguette essen, um dann wieder 100km fahren zu können. Bloss nicht dafür sorgen, das sich Städteplaner Gedanken über Ladesäulen für Mieter und Eigentumswohnungsbesitzer machen oder so. Was hier in Deutschland als Innovation gilt... Bei Kohl war noch wichtig, was hinten raus kommt; mittlerweile ist man ja schon froh das IRGENDWAS raus kommt.
dummmichel 18.05.2016
5. Nur bis 60.000 € ?
Unter 60.000 € bleiben ja nur die popeligen verkehrsbehindernden und unpraktischen Krankenrollstühle übrig. Und der Zuschuss von 4000 €, bei sagen wir mal 40.000 € Listenpreis, den konnte man bislang auch durch geschicktes Verhandeln rausholen. Ist jetzt wieder ein bisschen wie bei der Abwrackprämie von 2009. Man hat dann weniger Verhandlungsspielraum, weil es gibt ja "fette" Prämie vom Staat. Ausserdem wird es demnächst dann wohl eine Preiserhöhung bei den E-Autos geben und nach 12 Monaten, wenn sich die letzten potentiellen Käuferschichten eine E-Schlurre gekauft haben (wegen der tollen Prömie) dann ist der Spuk auch wieder vorbei.
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