Ford B-Max: Für die Auf-Kundschaft

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Ford mottet den langweiligen Fiesta Fusion ein, als Ersatz startet der Minivan B-Max. Der trumpft mit einem coolen Türkonzept auf, bei dem die Pfosten zwischen Vorder- und Hintertür wegfallen. Außerdem mit überraschend viel Fahrspaß - und cleveren Extras.

Der erste Eindruck: Hereinspaziert! Selten war ein neues Auto so einladend wie der Ford B-Max. Der große Bruder des Kleinwagens Fiesta hat als Zugang zum Fond nämlich praktische Schiebetüren und fährt als erster Wagen in dieser Klasse ohne "B-Säulen" vor, also ohne die zwischen dem vorderen und dem hinteren Wagenschlag.

Als Folge davon erhalten die Vordersitze in der Lehne verankerte Sicherheitsgurte - man kennt das von Luxussportwagen. In der Fondtürschwelle klafft eine Fuge, in der die Schiebetür läuft, dafür aber ist die Öffnung wirklich riesig: Mehr als 1,50 Meter breit ist die Luke in der Flanke, wenn die Vordertür geöffnet und die Hintertür aufgeschoben ist. So kann man bequem einsteigen, Taschen oder Klamotten auf die Rücksitze werfen oder den Nachwuchs in den Kindersitz schnallen.

Das sagt der Hersteller: "Durchgehend geöffnet" - das war für Ford das Leitmotiv bei der Entwicklung des B-Max, der im Marketingjargon als "Multi Activity Vehicle" gepriesen wird. Der Wagen, der auf dem Fiesta basiert und in einem frisch erworbenen und komplett erneuerten Werk in Rumänien vom Band läuft, ist der überfällige Nachwuchs in einer erfolgreichen Van-Palette. Mit dem Modell Galaxy fährt Ford gegen den VW Sharan, der S-Max ist als sportliche Alternative unter den Großraumlimousinen ohne Konkurrenz, und die beiden Varianten des C-Max schlagen sich sehr ordentlich gegen den Renault Scénic oder den Opel Zafira.

Doch in Zeiten, in denen alles am Auto immer kleiner wird, musste Ford bei einer Alternative zu Typen wie dem Opel Meriva, dem Renault Modus oder dem Citroën C3 Picasso bislang passen. Jetzt ist das anders: Mit 4,08 Metern Länge ist der B-Max zwölf Zentimeter länger als der Fiesta und 30 Zentimeter kürzer als der C-Max und passt perfekt ins Segment.

Das ist uns aufgefallen: Dass der B-Max zwar als handlicher Familienfreund vor allem für die Stadt konzipiert ist, aber auch jenseits des Ortsschildes eine gute Figur macht. Im Gewühl zwischen Wohnung, Büro und Kita genießt man am Steuer die etwas höhere Sitzposition, die gute Übersicht, den kleinen Wendekreis und die Freude beim Einparken. Denn irgendwie passt der B-Max selbst in die kleinste Lücke.

Was aber wirklich überrascht, sind die Ruhe und die Gelassenheit, mit denen der B-Max über Autobahnen und Landstraßen rollt. Er ist leise, komfortabel gefedert und trotzdem stramm genug abgestimmt, dass einem auf einer kurvigen Landstraße immer mal wieder ein Lächeln über die Lippen huscht.

Ein vernünftiges Familienauto mit Fahrspaß? Ja, das geht. Vor allem mit dem vielfach ausgezeichneten Dreizylinderturbomotor, den wir schon aus dem Focus kennen. Mit nur einem Liter Hubraum aber flotten 120 PS ist der Benziner ein munteres Kerlchen, das den B-Max immerhin auf 189 km/h treibt und auf dem Prüfstand mit 4,9 Litern zufrieden ist. Eine Start-Stopp-Automatik ist Serie, einen sechsten Gang gibt es leider nicht.

Was allerdings auch auffällt, ist der konventionelle Innenraum, der sich nach dem unkonventionellen Einstieg zeigt. Das Design des Interieurs kennt man vom Fiesta, wobei immerhin Farben und Materialien ein wenig besser aufeinander abgestimmt sind. Und mit der Variabilität ist es leider nicht weit her. Zwar lassen sich die Lehnen der geteilten Rückbank und des Beifahrersitzes umlegen, aber eine verschiebbare Sitzbank im Fond wie bei vielen Konkurrenten gibt es nicht. Außerdem ist der Kofferraum mit 318 Litern für einen Minivan vergleichsweise klein geraten. Das ist wohl der Preis für die gute Beinfreiheit auf den Rücksitzen.

Das muss man wissen: Auf die Straße kommt der B-Max Anfang November zu Preisen ab 15.950 Euro. Dafür gibt es das Auto mit 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 90 PS. Daneben hat Ford zwei Versionen des Dreizylindermotors mit 100 und 120 PS sowie einen 105 PS starken 1,6-Liter-Benziner im Angebot, der ausschließlich mit Doppelkupplungsautomatik ausgeliefert wird. Außerdem gibt es zwei Dieselvarianten mit 1,5 oder 1,6 Litern Hubraum und 75 oder 95 PS.

Neben dem Türkonzept und dem vergleichsweise schnittigen Design gilt der Stolz der Entwickler ein paar Ausstattungsextras, die allerdings Aufpreis kosten. So bremst der B-Max dank Radarüberwachung (350 Euro) bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h als erster seiner Klasse automatisch und kann so Auffahrunfälle entschärfen oder verhindern.

Und falls es doch mal kracht, setzt das 1200 Euro teure Infotainment-System automatisch einen Notruf ab. Was man in der Preisliste vergeblich sucht, ist ein Navigationssystem. Wer B-Max fährt, muss sich entweder gut auskennen, eine Landkarte mitnehmen oder ein Nachrüst-Navi kaufen.

Das werden wir nicht vergessen: Wie gerne man im B-Max sogar hinten einsteigt. Wenn der Vordermann kein Riese ist, sitzt man dort bequem. Und dank der schlau gemachten Türen ist für Erwachsene das Ein- und Aussteigen verrenkungsfrei möglich.

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1. optional
emantsol 25.08.2012
Eigentlich ein tolles Konzept und technisch bestimmt ein gutes Auto. Ich freue mich über die aktuellen Innovationen in diesem Segment. Wenn es nur nicht so hässlich wäre, innen wie aussen ...
2. Wer sich über das Fehler eines Navigationssystems mokiert
U. Haleksy 25.08.2012
Hat noch nie bei Ford sein Ford-Navigationsgerät für 100 Euro um Österreich erweitern lassen. Bei TomTom u.ä. ist ist für 150 Euro ganz Europa drin. Mit Gerät. Und wenn es kaputt ist, kauft man für 150 Euro ein neues, statt ein Ford-Navigationsgerät für viele hundert Euro erst aus- und wieder einbauen zu lassen.
3. Minivan
k-3.14 25.08.2012
zu 1,3 Tonnen Leergewicht. Das nennt sich dann Fortschritt. Kleinwagen 1,0 Tonnen. Mittelklasse ab 1,5 Tonnen. Wenn das so weitergeht, werden wir noch den 2 Tonnen Golf leer sehen.
4. Und was ist mit dem Ultra-Feinstaub?
PeterPinsel 25.08.2012
Die neuen Benzin-Direkt-Einspritzer von Ford sind besonders sparsam, ok. Doch stoßen Sie große Mengen feinster Stäube aus, die durch die Lunge in die Organe gelangen und dort ersthafte Entzündungen auslösen. Besonders Kinder sind gefährdet. Anders als gröbere Stäube z.B. aus Diesel-Maschinen sind diese feinen Stäube eine sehr große Gefahr. Ford mauert nach Anfrage. Doch alle Autoverbände und Gesundheitsverbände in Deutschland laufen zurecht Sturm. Diese Gefahr MUSS gebannt werden und Ford MUSS hier eine Lösung anbieten! Kaufinteressenten: Augen auf beim Abgaskauf! Euer Peter Pinsel. PS: Erdgasautos emitieren fast kein Feinstaub und sind viel umweltfreundlicher!
5. Schön, aber...
rechnernetzstecker 25.08.2012
Die Motordaten wie die Fahr- und Verbrauchswerte sind in ihrer Kombination beeindruckend und noch vor Jahren unvorstellbar gewesen. Das einzige, was ich mich ernsthaft frage, ist: Wie lange dauert es, bis das putzige Maschinchen abraucht und ein teurer Motörchentausch fällig wird? Die Smart-Benziner zeigen ja seit jeher, welche Folgen Daunseißing haben kann - dann helfen am Straßenrand auch schick verschleiernde Anglizismen nichts mehr.
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Ford-Historie: Der amerikanische Traum

Fahrzeugschein
Hersteller: Ford
Typ: B-Max 1.0 Ecoboost
Karosserie: Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor: Dreizylinder-Turbo-Benzin-Direkteinspritzer
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 120 PS (88 kW)
Drehmoment: 200 Nm
Von 0 auf 100: 11,2 s
Höchstgeschw.: 189 km/h
Verbrauch (ECE): 4,9 Liter
CO2-Ausstoß: 114 g/km
Kofferraum: 318 Liter
umgebaut: 1.386 Liter
Maße: 4077 / 1751 / 1604
Versicherung: 17 (HP) / 16 (TK) / 20 (VK)
Preis: 18.350 EUR

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