"Unangemessenes Verhalten" Ford feuert Top-Manager Raj Nair

Nach einer internen Untersuchung hat Ford entschieden: Der bisherige Leiter des Nordamerika-Geschäfts muss sofort gehen. Raj Nair habe sich "unangemessen verhalten".

Raj Nair (Januar 2017)
DPA

Raj Nair (Januar 2017)


Der US-Autobauer Ford hat seinen Spitzenmanager Raj Nair mit sofortiger Wirkung entlassen. Der Konzern begründete den Schritt in einer Mitteilung mit "unangemessenem Verhalten", ohne nähere Angaben zu machen. Nair war seit 1987 für Ford tätig und hatte seit Juni 2017 das Nordamerika-Geschäft geleitet: Er war damit für einen Geschäftsbereich zuständig, der 90 Prozent des weltweiten Umsatzes generiert. Bevor er diese Position übernahm, war Nair unter anderem für die globale Produktentwicklung verantwortlich.

Die Kündigung erfolgte dem Konzern zufolge nach einer internen Untersuchung. Ford sehe sich einer "sicheren und respektvollen" Unternehmenskultur verpflichtet, sagte Konzernchef Jim Hackett laut Mitteilung.

"Ich bedauere aufrichtig, dass es Fälle gab, in denen ich die Führungsrolle nicht den Prinzipien entsprechend ausgeführt habe", wird der 53-jährige Nair zitiert. Wer seine Nachfolge antreten wird, soll zeitnah verkündet werden.

aar/dpa



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sven2016 22.02.2018
1.
Er wird wohl privat einen Mazda fahren. So etwas geht gar nicht.
eunegin 22.02.2018
2. Konsequenzen auch für Vorgesetzte. Gut.
Fehlverhalten von Führungspersonal bleibt nach meiner Erfahrung (Personalabteilung) eher ungeahndet als das der "normalen Mitarbeiter". Viele können leider mit ihrer Macht nicht umgehen und missverstehen sie tatsächlich als Macht über Menschen. Moderne freundliche Führungskonzepte ändern an diesem Charakterzug nicht und meist ist ausreichend Intelligenz vorhanden, Fehlverhalten zu verschleiern und die eigene Hierrachieebene und darüber zu täuschen. In großen UNternehmen erreicht dies selten die Personalabteilung. Im Moment führt immerhin Fehlverhalten gegenüber Frauen, die sich endlich auch melden, schneller zu Konsequenzen. Das ist gut. Doch sehr oft sind auch Männer Opfer. Weniger von sexueller Gewalt, jedoch lassen Alpha-Männchen an der Spitze selten eine Gelegenheit aus, andere zu demütigen - mit üblen Folgen für die Person, deren Familie und auch den Arbeitsplatz. So schaden diese falschen (!) Führungspersönlichkeiten dem Unternehmen ungeheuer. Solche Verhaltensmuster sind zu erkennen und man sollte diese Personen VORHER stoppen, doch auch da zeigen sie Ellenbogen. Offenheit innerhalb des Unternehmens und ein Feedbacksystem, ggfs. anonym kann helfen. Nur muss das Unternehmen willig sein, dann auch unangenehmen Gespräche zu führen und Konsequenzen zu ziehen. Hier bei Ford war das ja wieder sehr sehr spät...
Spiegelleserin57 22.02.2018
3. Nichts ist bekannt!
Zitat von euneginFehlverhalten von Führungspersonal bleibt nach meiner Erfahrung (Personalabteilung) eher ungeahndet als das der "normalen Mitarbeiter". Viele können leider mit ihrer Macht nicht umgehen und missverstehen sie tatsächlich als Macht über Menschen. Moderne freundliche Führungskonzepte ändern an diesem Charakterzug nicht und meist ist ausreichend Intelligenz vorhanden, Fehlverhalten zu verschleiern und die eigene Hierrachieebene und darüber zu täuschen. In großen UNternehmen erreicht dies selten die Personalabteilung. Im Moment führt immerhin Fehlverhalten gegenüber Frauen, die sich endlich auch melden, schneller zu Konsequenzen. Das ist gut. Doch sehr oft sind auch Männer Opfer. Weniger von sexueller Gewalt, jedoch lassen Alpha-Männchen an der Spitze selten eine Gelegenheit aus, andere zu demütigen - mit üblen Folgen für die Person, deren Familie und auch den Arbeitsplatz. So schaden diese falschen (!) Führungspersönlichkeiten dem Unternehmen ungeheuer. Solche Verhaltensmuster sind zu erkennen und man sollte diese Personen VORHER stoppen, doch auch da zeigen sie Ellenbogen. Offenheit innerhalb des Unternehmens und ein Feedbacksystem, ggfs. anonym kann helfen. Nur muss das Unternehmen willig sein, dann auch unangenehmen Gespräche zu führen und Konsequenzen zu ziehen. Hier bei Ford war das ja wieder sehr sehr spät...
Es gibt in Unternehmen auch oft die Vorgehensweise dass Leute mit Argumenten gekündigt werden die Lapalien sind oder schlichtweg erfunden. Wer nicht ins Geschäft passt wird gekündigt. Auch wer Konkurrenz darstellt wird gerade durch Intrigen schlecht geredet , der sogenannte Flurfunk, und dann wird daraus ein Kündigungsgrunr kreiert. In diesem Fall ist der Grund so allgemein gehalten dass er keine Information darstellt. Ausserdem gehört es auch zum Schutz der Person diesen nicht öffentlich zu benennen. Es geht auch die Öffentlichkeit nichts an!
labuday 22.02.2018
4. in den USA gibt es ganz strenge Regeln zum
sexual harassment - und das schon seit zig Jahren. Wer dagegen verstösst, fliegt in den meisten Unternehmen sofort. Würden diese Regeln in Deutschland gelten, wären 90 % der Firmen in den ersten beiden Führungsetagen leergefegt. Da reicht schon ein falsch verstandenes Kompliment. Männer fahren dort in der Rgel auch nicht alleine mit Frau(en) in einem Aufzug.
eunegin 22.02.2018
5.
Zitat von Spiegelleserin57Es gibt in Unternehmen auch oft die Vorgehensweise dass Leute mit Argumenten gekündigt werden die Lapalien sind oder schlichtweg erfunden. Wer nicht ins Geschäft passt wird gekündigt. Auch wer Konkurrenz darstellt wird gerade durch Intrigen schlecht geredet , der sogenannte Flurfunk, und dann wird daraus ein Kündigungsgrunr kreiert. In diesem Fall ist der Grund so allgemein gehalten dass er keine Information darstellt. Ausserdem gehört es auch zum Schutz der Person diesen nicht öffentlich zu benennen. Es geht auch die Öffentlichkeit nichts an!
Das, vereehrte Spiegelleserin, kann man so sehen , muss man aber nicht. Aus der Personalerpraxis sei Ihnen versichert, dass es im Falle einer Lapalie in diesem Fall 100%ig anders verkauft worden wäre. Und bei herausgestellten und in der Öffentlichkeit (freiwillig!) präsenten Personen wie hier, ist es für die Öffentlichkeit schon von Interesse. Im Übrigen haben gerade Führungspersönlichkeiten Vorbildfunktion. Ginge es um einen Schichtleiter in einem mittelständischen Unternehmen, teile ich allerdings Ihre Meinung zur Öffentlichkeit. Nur die Feststellung, wer nicht passt, wird gekündigt, ist zwar die gängige Meinung auf der Straße, in der professionellen Praxis ist dem i.d.R nicht so und zudem ohnehin arbeitsrechtlich nicht so einfach. Aber vereinfachte Meinungen haben ja Konjunktur.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.