Ford-Fusion-Premiere in Detroit: Zwillinge, bei der Geburt getrennt
Auf der Motorshow in Detroit zeigt Ford den neuen Fusion. Das US-Modell ist auch für Europäer interessant - denn so wird wohl auch der neue Mondeo aussehen. Erstmals mit im Angebot: zwei zukunftsweisende Antriebsvarianten.
Das Weltauto steht bei den Ford-Leuten in Detroit und Köln wieder hoch im Kurs. Was diese Woche als Ford Fusion auf der Motorshow in Detroit eine Weltpremiere feiert, kommt bald als neuer Mondeo über den Atlantik. Wenn Ford in der Vergangenheit Autos für mehrere Kontinente entwickelte, ging die Sache gründlich schief. Der größte gemeinsame Nenner des globalen Geschmacks war für jeden einzelnen Markt offenbar immer noch zu klein. Der Probe GT - ein Flop. Der Windstar - ein Debakel. Und der letzte Scorpio - ein heißer Kandidat für das hässlichste Auto der Welt: Doch das ist 20 Jahre her, zuletzt zeigte der Autogigant mit seiner "One Ford"-Strategie durchaus ansehnliche Ergebnisse.
Bei dem neuen Flaggschiff setzt Ford zum ersten Mal die neue Designlinie um, die die Amerikaner auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt mit der Studie Evos vorgestellt haben. Die Limousine hat deshalb einen weit aufgerissenen Grill, scharf geschnittene Scheinwerfer, eine stark konturierte Flanke und einen Hintern, der näher am Fließheck ist als dem einer konventionellen Limousine.
Innen wirkt die Weiterentwicklung des Fusion dagegen auf den ersten Fotos eher evolutionär: Das Cockpit ist jetzt wieder etwas stärker auf den Fahrer ausgerichtet, die Materialauswahl macht einen liebevolleren Eindruck, und natürlich übernimmt Ford das neue Bediensystem aus dem Focus. Allerdings gibt es diesmal nicht ganz so viele Knöpfe, die Armaturen sind weniger verspielt und die Mittelkonsole sieht deutlich aufgeräumter aus.
Ford unter Strom
Beim Antrieb setzen die Ingenieure nicht nur auf die viel gelobten Ecoboost-Motoren, die mit Turbo- und Direkteinspritzung bis zu 240 PS erreichen, aber lediglich mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum auskommen. Geplant sind außerdem zwei Hybridvarianten: Zu einen den klassischen Teilzeitstromer für die elektrische Kurzstrecke, der nun aber mit leichteren und leistungsstärkeren Lithium-Ionen-Akkus vorfährt. Umgerechnet 5,3 Liter im Stadtverkehr und 5,0 Liter auf dem Highway verbraucht der neue Fusion nach Herstellerangaben.
Dass es noch sparsamer geht, zeigt der Fusion Energi, ein Plug-in-Hybrid. Der kann mehrere Dutzend Kilometer elektrisch fahren und braucht entsprechend wenig Sprit: Bei vollen Batterien ist er auf 100 Kilometern theoretisch mit weniger als 2,5 Litern zufrieden. Während die Amerikaner bereits in wenigen Wochen mit dem neuen Fusion über den Highway cruisen können, brauchen die Kunden in Europa noch ein wenig Geduld, meldet die Deutschlandzentrale in Köln: Bei uns startet der Mondeo von Morgen erst im Jahr 2013.
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- Montag, 09.01.2012 – 10:43 Uhr
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