Ford Transit Der Massenfrachter

Vor 50 Jahren präsentierte Ford erstmals den "Eilfrachter FX 1000". Mit diesem Auto legte die Marke den Grundstein für eine der erfolgreichsten Transporter-Baureihen Europas. Richtig bekannt wurde der Wagen unter dem ab 1960 verwendeten Namen "Transit".


Prototyp des Ford Transit 1952: Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Wirtschaftswunderzeit

Prototyp des Ford Transit 1952: Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Wirtschaftswunderzeit

FK 1000, die nüchterne Bezeichnung stand für Ford Köln und 1000 Kilogramm Nutzlast - so schlicht und einleuchtend wurden vor einem halben Jahrhundert Autos benannt. Der von Chefingenieur Alfred Haesner entwickelte Transporter war auf die Bedürfnisse der Wirtschaftswunderzeit abgestimmt: möglichst kompakt, möglichst große Ladekapazität und möglichst hohe Nutzlast.

Transit FK 1000, 1960: Grundstein für eine der erfolgreichsten Transporter-Baureihen Europas

Transit FK 1000, 1960: Grundstein für eine der erfolgreichsten Transporter-Baureihen Europas

Die Karosserie stammte von der Firma Drauz in Heilbronn, per Schiff kamen die fertigen Karossen dann in Köln an und wurden fertig montiert. Der Motor - ein 1,2-Liter-Benziner mit 38 PS (28 kW) - war vorne positioniert, angetrieben wurde die Hinterachse. So zuckelte der FK 1000 durchs Adenauer-Land, bis im Jahre 1960 ein Modell auf den Markt kam, das die Zusatzbezeichnung "Taunus Transit" trug - eine inzwischen legendäre Typenbezeichnung war erfunden.

Nach zwölf Jahren Bauzeit kam eine neue Transporter-Generation auf den Markt: der Ford Transit. Das Modell mit der charakteristischen Kurzhaube und dem neugierig zutraulichen "Gesicht". Mit dem Wagen versuchte Ford, möglichst viele Kundenwünsche zu erfüllen: Es gab sechs Gewichtsklassen, drei Benzin-Motoren, elf Aufbauversionen und 18 unterschiedliche Türanordnungen.

Transit, 1965: Charakteristische Kurzhaube und neugierig zutrauliches Gesicht

Transit, 1965: Charakteristische Kurzhaube und neugierig zutrauliches Gesicht

Prompt wurde der Transit gleich in seinem Debütjahr der meistverkaufte Transporter in Großbritannien - und blieb es in ununterbrochener Reihenfolge bis heute. In Europa errang der Transit den Status "meistverkauftes Modell seiner Klasse" seit 1987 insgesamt 13-mal. Beigetragen zu diesem Erfolg haben einige Neuerungen, die kaum einer mit dem Transit in Verbindung bringen würde. 1984 zum Beispiel war der Transit das erste Auto, das mit einem schnell laufenden Direkteinspritzer-Dieselmotor angeboten wurde.

Der 2,5-Liter-Reihenvierzylinder mobilisierte 68 PS (50 kW) und verbrauchte im Vergleich zum Vorgängeraggregat rund ein Viertel weniger Kraftstoff. 1991 war der Transit als erster Leichttransporter mit ABS verfügbar, 1994 trat er als Erster seines Segments mit serienmäßigem Fahrerairbag an, und ab 1995 bot Ford als erster Hersteller ab Werk speziell ausstaffierte Branchenmodelle an.

Transit Kasten RWD: Das aktuelle Angebot umfasst rund 400 Grundvarianten

Transit Kasten RWD: Das aktuelle Angebot umfasst rund 400 Grundvarianten

Bis heute wurden rund 4,5 Millionen Transit-Modelle gebaut. Die aktuelle Version kam vor drei Jahren auf den Markt. Das Besondere an diesem Fahrzeug ist, dass es wahlweise mit Front- oder Heckantrieb auf einem einheitlichen Grundgerüst angeboten wird. Es gibt drei Radstände, vier Ladelängen, drei Dachhöhen, diverse Aufbauvarianten und eine breite Motorenpalette. Insgesamt summiert sich das Angebot auf rund 400 Grundvarianten. Dazu zählen beispielsweise auch das frontgetriebenen Kurierdienstfahrzeug "Courier Line" oder Basisfahrzeug-Versionen für die Reisemobilbranche.



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