Dank Tempolimit Zahl der Verkehrstoten in Frankreich erreicht historischen Tiefstand

In Frankreich sind so wenige Menschen im Straßenverkehr gestorben wie nie zuvor. Der Premierminister nennt als Ursache: das jüngst eingeführte Tempolimit.

Verkehr nahe den Champs Élysées in Paris
AP

Verkehr nahe den Champs Élysées in Paris


Die Zahl der Todesopfer auf Frankreichs Straßen ist mit 3259 Verkehrstoten im Jahr 2018 so niedrig wie noch nie. Demnach seien 189 Menschen weniger tödlich verletzt worden als noch im Jahr 2017, sagte Premierminister Édouard Philippe am Montag in der Gemeinde Coubert südöstlich von Paris. Auch die Zahl der Unfälle insgesamt und die Zahl der Verletzten seien rückläufig.

"Die Maßnahmen die im vergangenen Jahr eingeführt wurden - das Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde und andere - spielen eine Rolle bei diesem Rückgang", sagte Philippe. Frankreich hatte im Sommer 2018 ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf Landstraßen eingeführt, gegen das viele Franzosen heftig protestiert hatten. Zuvor galt eine Obergrenze von 90 Stundenkilometern. Auch zahlreiche "Gelbwesten" haben sich bei ihren Demonstrationen gegen die neue Regelung ausgesprochen.

"Wir sind gemeinsam in der Lage, die Zahl der Verkehrstoten, die Zahl der Unfälle und die Schwere der Unfälle auf französischen Straßen zu reduzieren", sagte Philippe mit Blick auf das Tempolimit. "Die Straßensterblichkeit war bereits ein Jahr vor Inkrafttreten der 80-Stundenkilometer-Regelung weitgehend rückläufig", erklärte hingegen der Automobilclub "40 millions d'automobilistes" nach Angaben von France Info.

Deutschland diskutiert über Tempolimit

Zudem könnte auch der sehr heftige Winter in Frankreich im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrstoten beeinflusst haben. Unter Verkehrsexperten gilt, dass die Autofahrer bei widrigen Witterungsbedingungen vorsichtiger unterwegs sind und dadurch auch weniger Unfälle verursachen.

Zuvor hielt das Jahr 2013 mit 3268 Toten den Niedrigrekord. In den folgenden drei Jahren war die Zahl der Toten wieder gestiegen und schließlich 2017 leicht gefallen. Nicht eingerechnet in das Ergebnis von 2018 sind die Todesopfer in den französischen Überseegebieten - die Zahl liegt nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP bei 244.

In Deutschland war die Zahl von Verkehrstoten im vergangenen Jahr mit 3285 ähnlich hoch wie in Frankreich. Ein Tempolimit ist hierzulande allerdings sehr umstritten. Während die Polizei für ein flexibles Tempolimit ist, sprach sich die Bundesregierung jetzt gegen eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung aus.

cfr/dpa



insgesamt 248 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
steso 28.01.2019
1. Liebes SpOn-Team ...
... bitte tut mir einen Gefallen und benennt euch um: Statt Nachrichtenmagazin besser Meinungsmagazin! Das kommt der Wahrheit einfach näher!
Crom 28.01.2019
2.
Trotzdem noch höher als in Deutschland.
sozialismusfürreiche 28.01.2019
3. Tempolimit 0 km/h
Bei der Logik hat man irgendwann Tempolimit 0 km/h. Was passiert in 10 Jahren? 70? In 30 Jahren dann 30 Ausserorts?
matthias089 28.01.2019
4. Ade Autobahn
So lange es kein Tempolimit auf Autobahnen gibt meide ich sie. Ich hab keine Lust auf das Gedrängel und die Gefahren. Ich nehm die Bahn. Ist entspannter und um einiges sicherer. Längere Fahrzeit hin oder her, dafür kann man ja was schönes Lesen. Die Straße bleibt den Tempobolzern. Armes Deutschland
claus7447 28.01.2019
5. Fake
Alles Fakes, frag Scheuer.... der hat intelligente Lösungen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.