Freestream T1 Sind Schwimmwesten unter dem Sitz?

Seit rund einem Jahr tüfteln im englischen Farnham einige ambitionierte Konstrukteure am ultimativen Supersportwagen. Jetzt gibt es erste Informationen zu dem Auto, das ab Ende des Jahres ausgeliefert werden soll. Der Name des bizarr modellierten Mobils: Freestream T1.


Stellen Sie sich vor, man würde bei einen Formel-1-Rennwagen die freistehenden Räder notdürftig verkleiden, hinter dem Fahrerplatz eine zweiten Sitz einbauen und über dieses Innenräumchen von den Ausmaßen einer besseren Badewanne eine Glaskuppel stülpen - Sie hätten dann so ungefähr jenes Auto vor Augen, für das ab jetzt Bestellungen entgegengenommen werden. Der Supersportwagen Freestream T1, entwickelt von einer neu gegründeten Firma in Großbritannien, stellt so ziemlich alles in den Schatten, was sich bislang in der Grauzone zwischen offentlichem Straßenverkehr und Rennstrecke bewegt.

Freestream T1: Verkleideter Formel-1-Rennwagen

Freestream T1: Verkleideter Formel-1-Rennwagen

Kein anderes Zivilfahrzeug kommt einem Formel-1-Rennwagen so nahe wie das wild zerklüftete, von aerodynamisch wirksamen Schwüngen, Kanten und Öffnungen geprägte Modell aus Farnham. Die Karosserie ist aus Kohlefaser und Aluminium gefertigt, der tragende Rahmenunterbau ist eine Stahlkonstruktion. Insgesamt wiegt das Auto nicht einmal 500 Kilogramm, und weil der wiederum Motor 500 PS leistet, muss sich jede Pferdestärke nur um ein Kilogramm kümmern. Man ahnt schon, was sich mit solche einem Leistungsgewicht alles anstellen lässt.

Die Entwickler jedenfalls, fast alle arbeiteten bis zum Eintritt in die Selbständigkeit bei McLaren, halten ihre Kreation für den "kompromisslosesten Sportwagen" auf diesem Planeten. In rund 2,5 Sekunden jagt das zweisitzige Geschoss von 0 auf Tempo 100. Als Höchstgeschwindigkeit geben die Verantwortlichen mit absurdem Understatement "mehr als 322 km/h" an. Jedenfalls dann, wenn die Stellung der Spoiler, Flügel und anderen beweglichen Aerodynamik-Bauteile auf minimalen Abtrieb eingestellt sind.

Die Kraft für diese explosive Leistung stammt von einem Achtzylindermotor mit lediglich 2,4 Liter Hubraum, der von einem Kompressor beatmet wird und Drehzahlen von deutlich mehr als 10.000 Umdrehungen erreicht. So kommt die horrende Leistung von zirka 500 PS (367 kW) zustande. Die Maschine mit 40 Ventilen für den Gasaustausch ist als Mittelmotor vor der Hinterachse montiert. 18-Zoll-Räder mit Spezialreifen stellen die Verbindung zur Fahrbahn her; sollte der Freestream T1 auf der Rundstrecke eingesetzt werden, werden natürlich Slicks aufgezogen, was die Kurvengeschwindigkeit nochmals steigert. Bleibt die Frage, was dieses Auto kostet. Mangels einer offiziellen Angabe dazu gibt es bislang nur Schätzungen; die Fachzeitschrift "auto, motor und sport" rechnet mit rund 220.000 Euro.

jüp



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