Freightliner Inspiration Daimler testet selbstfahrenden Lkw im Verkehr

Daimler schickt den ersten selbst fahrenden Lastwagen auf die Straße. Im US-Bundesstaat Nevada hat der Praxistest des Freightliner Inspiration begonnen.

Laster mit Autopilot: Daimler testet den Freightliner jetzt im Straßenverkehr
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Laster mit Autopilot: Daimler testet den Freightliner jetzt im Straßenverkehr


Der Autobauer Daimler testet erstmals einen selbstfahrenden Lastwagen im öffentlichen Straßenverkehr. Der zur US-Tochter Daimler Trucks North America gehörende Lkw-Hersteller Freightliner hat in Las Vegas einen Laster mit Autopilot im Praxistest auf der Straße vorgestellt.

Die erste Fahrt legte der Freightliner auf dem US-Highway 15 in Las Vegas zurück. Der Lkw hat ein intelligentes System an Bord, das Radarsensoren, Stereokameras sowie Assistenzsysteme wie den Abstandsregler kombiniert. Bislang hat der Truck 16.000 Testkilometer auf abgesperrter Strecke hinter sich gebracht.

Der US-Bundesstaat Nevada hat nun zwei Lastwagen von Daimler für den Betrieb im Straßenverkehr zugelassen. Nevada unterscheide nicht, ob autonome Fahrzeuge zu Testzwecken oder regulär eingesetzt würden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Zulassung sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Serienreife, sagte Daimlers Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard.

Im Juli 2014 hatten die Stuttgarter erstmals einen autonomen Lkw auf einem gesperrten Teilstück der A 14 bei Magdeburg vorgestellt. Damals hatte Daimler angekündigt, die Technologie solle bis 2025 serienreif sein.

Die Konkurrenz arbeitet an ähnlichen Projekten. So tüftelt die VW-Tochter Scania an einem elektronisch gekoppelten Lkw-Konvoi, bei dem nur das Führungsfahrzeug von einem Fahrer gesteuert wird.

In den USA ist der Lkw ein wichtiges Transportmittel. Nach Daimlers Angaben wurden 2012 rund 70 Prozent aller Güter mit Lastwagen transportiert. Nevadas Gouverneur Brian Sandoval sagte: "Der Einsatz dieser innovativen Technologie in einer der wichtigsten Branchen der USA wird einen nachhaltigen Einfluss auf unseren Bundesstaat und die Entwicklung unserer 'neuen Wirtschaft' in Nevada haben."

In den USA sind die Regelungen für Testfahrten für autonome Fahrten laxer als in Europa. Insbesondere die Bundesstaaten Kalifornien und Nevada bemühten sich bislang, den Herstellern keine Steine in den Weg zu legen. Autonome Lastwagen wurden allerdings auch in Nevada bislang nicht zugelassen. Deutschland ist an die Wiener Konvention gebunden, die bislang vorschreibt, dass der Fahrer eines Fahrzeugs jederzeit die Kontrolle behält.

Im Sommer 2013 hatte Mercedes-Benz bereits eine autonom fahrende S-Klasse auf einer Langstreckenfahrt in Deutschland erprobt. Die Industrie rechnet 2020 mit der Markteinführung solcher Pkw.

syd/dpa/Reuters

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ekel-alfred 06.05.2015
1. Keine schlechte Sache!
So häufig wie hierzulande Trucker ein Stauende übersehen und Angst und Schrecken auf Autobahnen verbreiten......kann so eine Technologie nur nützlich sein. Der Prozessor schläft nämlich nie.....
mhwse 06.05.2015
2. und jetzt?
GDL .. brauchen wir bald nicht mehr .. wenn LKW geht sollte schienengebundenes Fahrzeug doch extrem unproblematisch sein .. Was wir brauchen: sozial gerchte Umverteilung des Geldes. (Fährt der LKW erst mal sicher - und ich bis sicher in den USA wird nach der Sicherheitsprüfung und Haftungsübernahme nicht lange rumgekleckert .., - folgt als bald der Chirurg dann der Autobahnpolizist .. etc. (2060 bei 50 Mio Alten Knackern werden kaum welche sein die diese Belastungsjobs zahlenmässig noch ausfüllen können und wollen).. denn daran haben wir im Studium schon 1984/85 gearbeitet .. ja orwellsches Jahr .. hilft aber nichts ..)
mecker_messi 06.05.2015
3. Autonome LKW
oder halbautonome (elektronische Deichsel) werden sicher schnell eingeführt. Auf dem Bock sitzen ist kein Life Style für den man/frau zahlt, sondern der Fahrer ist ein Kostenfaktor. Ein Übergangsscenario für D stelle ich mir so vor: Der LKW wird von einem Fahrer zur Autobahn gebracht, fährt im Verbund zum zielnahen Autohof und wird dann wieder von einem lokalen Fahrer gefahren. Da PKW über Life Style verkauft werden und die Verkehrssituationen sensibler sind, wird es da länger dauern. Autonome Anhänger, bei IKEA oder dem Baumarkt, kann ich mir da als erste Anwendungen vorstellen.
ridr 06.05.2015
4. Arbeitslosigkeit 4.0
Der "Kraftfahrer" - sei als Taxifahrer, Lieferdienst oder LKW- Fahrer - ist in Deutschland der Job von über einer halben Million Menschen. Noch läuft alles parallel: die einen haben Arbeit in der Entwicklung der Automation, die anderen in dem Job, der zukünftig entfallen soll. Spätestens wenn die Vollautomanten über die Autobahnen brettern muss die Politik eine Lösung für die Menschen finden, die von Dienstleisungs-, Fahr-, Flugdrohnen oder 3D- Druckern ersetzt wurden. Wie zu Beginn der Automatisierung (und Start der Arbeitslosigkeitproblematik in D) in den 80ern, nur ist es diesmal noch radikaler. Das Heer der Arbeitslosen wird es wenig trösten dass eine Handvoll Start-Up und Robotik-Angestellte Millionengehälter kassieren. Dieser Umbruch wird nur vergleichbar sein mit der Industriealisierung Ende des 19. Jhdt.
TCN 06.05.2015
5.
Und wer ist schuld wenn jemand zu schaden kommt? Unbemannte 40 Tonner auf der Straße....Geldgierige Firmenheinis denen ein vollbezahlter Lkw-Fahrer zu teuer ist....eindeutig der falsche weg, auf so etwas darf man sich aus Prinzip nicht verlassen.
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