Höhere Kosten für Autofahrer Führerschein und Hauptuntersuchung werden teurer

Fast zehn Jahre sind Führerscheinneulinge und Autobesitzer von erhöhten Gebühren verschont geblieben, doch künftig müssen sie bei großen Prüfgesellschaften wohl tiefer in die Tasche greifen. Die Anhebung ist allerdings verschmerzbar.

Hauptuntersuchung an einem Pkw
DPA

Hauptuntersuchung an einem Pkw


Acht Jahre lang waren die gesetzlich festgelegten Sätze für Führerscheinprüfungen und die Hauptuntersuchung für Autos stabil, jetzt sollen sie ansteigen. Eine entsprechende Verordnung des Bundesverkehrsministeriums sieht folgende Neuregelung vor:

  • Fahrschüler für die theoretische Prüfung müssen künftig zehn Euro statt bisher 9,30 Euro bezahlen. Hinzu kommt eine Gebühr für die inzwischen übliche Prüfung am Computer, die von 8,20 Euro auf 8,90 Euro angehoben werden soll.
  • Die Gebühr der praktischen Prüfungen für Pkw soll von 71,40 Euro auf 77,10 Euro steigen - für Motorräder von 94,80 Euro auf 102 Euro.
  • Die in der Regel alle zwei Jahre fällige Hauptuntersuchung (HU) soll für Pkw künftig je nach Bundesland zwischen 29,40 Euro und 46,10 Euro kosten. Bisher liegt diese Spanne zwischen 27,80 und 43,50 Euro.

Auf die Gebühren für HU und Führerscheinprüfung kommen jeweils noch 19 Prozent Mehrwertsteuer. Über die Pläne, die noch vom Bundesrat abgesegnet werden müssen, hatte zuerst die "Saarbrücker Zeitung" berichtet.

So wird die Verteuerung begründet

Die Anhebungen gehen auf einen Antrag von er Technischen Prüfdienste TÜV und Dekra zurück, wie das Bundesverkehrsministerium erläuterte. Hintergrund sind gestiegene Personal- und Sachkosten, seit die Sätze im Jahr 2008 zuletzt erhöht worden waren.

Das Ministerium ist gesetzlich dazu verpflichtet, dass Gebühren kostendeckend gestaltet werden, wie ein Sprecher sagte. Der Antrag von TÜV und Dekra wurde von der Bundesanstalt für Straßenwesen und einem externen Gutachter geprüft.

Der Gebührenrahmen gilt für die staatlich beliehenen technischen Prüfstellen von TÜV und Dekra. Andere Überwachungsorganisationen, zum Beispiel auch Töchter von TÜV-Gesellschaften, sind in ihrer Preisgestaltung frei.

Das Verkehrsministerium rechnet damit, dass die höheren Gebühren der praktischen Pkw-Prüfungen insgesamt zu jährlichen Mehrkosten von 6,9 Millionen Euro für Fahrschüler führen. Grundlage der Berechnung sind 1,2 Millionen Fälle pro Jahr.

cst/dpa

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