Regelmäßige Kontrollen Verkehrsminister planen Sehtests für Autofahrer

Die Verkehrsminister erwägen regelmäßige Sehtests für Autofahrer. Alle 15 Jahre müssten Führerscheinbesitzer dann zur Untersuchung - egal, wie alt sie sind.

Sehtest: Künftig vielleicht bald alle 15 Jahre nötig für Führerschein
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Sehtest: Künftig vielleicht bald alle 15 Jahre nötig für Führerschein


Die Verkehrsminister der Bundesländer wollen einem Medienbericht zufolge über die Einführung regelmäßiger Sehtests für Autofahrer sprechen. Wie die "Saarbrücker Zeitung" am Montag berichtete, steht das Thema auf dem Programm einer Ministertagung Anfang Oktober in Kiel.

Demnach werde diskutiert, dass Führerscheinbesitzer mindestens alle 15 Jahre zu einer Kontrolluntersuchung bei einem Augenarzt oder in die Fahrschule gehen sollten. Der Sehtest solle Voraussetzung dafür sein, dass die Fahrerlaubnis verlängert werde.

Seit 2013 werden europaweit nur noch einheitliche Führerscheine ("EU-Führerschein") ausgestellt. Er ist je nach Mitgliedstaat zwischen zehn und 15 Jahre gültig. In Deutschland ist der Führerschein 15 Jahre gültig.

Sehtest "ein erster Schritt"

Dem Bericht zufolge kommt der Vorstoß von Baden-Württemberg. Hintergrund seien die wachsenden Anforderungen im Straßenverkehr. Das Land Baden-Württemberg sehe in den Sehtests eine sinnvolle Maßnahme mit geringem Zeit- und Kostenaufwand, seien aber nur "ein erster Schritt". Dem Bericht zufolge soll die Vorschrift für alle Autofahrer unabhängig von ihrem Alter gelten. Gerade für ältere Autofahrer sind immer wieder Gesundheitschecks im Gespräch.

smh/dpa

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insgesamt 56 Beiträge
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lorenzcarla 22.09.2014
1. Das ist höchste Zeit...
wenn man bedenkt, wieviele Ü70-er bis hin zu Ü 85-Fahrer dafür sorgen, dass die Geisterfahrer-Statistik von Senioren klar dominiert wird. Respekt BaWü für das Anpacken des Problems. Ich dachte immer, dass dieses heiße Eisen von möglicher "Altersdiskriminierung" niemals von einer führenden Partei angegangen wird. Ganz einfach aus dem Grund, dass man bei Wahlen Angst vor dem Votum der Senioren hat. Der Trick, ALLE Führerscheine nur noch 15 Jahre gelten zu lassen, macht es möglich, die "Halb-Sichtigen" herauszufiltern. Zum Wohle der Unfallhäufigkeit, der Krankenkassenbeiträge und der Verkehrssicherheit.
Immanuel_Goldstein 22.09.2014
2.
Zitat von lorenzcarlawenn man bedenkt, wieviele Ü70-er bis hin zu Ü 85-Fahrer dafür sorgen, dass die Geisterfahrer-Statistik von Senioren klar dominiert wird. Respekt BaWü für das Anpacken des Problems. Ich dachte immer, dass dieses heiße Eisen von möglicher "Altersdiskriminierung" niemals von einer führenden Partei angegangen wird. Ganz einfach aus dem Grund, dass man bei Wahlen Angst vor dem Votum der Senioren hat. Der Trick, ALLE Führerscheine nur noch 15 Jahre gelten zu lassen, macht es möglich, die "Halb-Sichtigen" herauszufiltern. Zum Wohle der Unfallhäufigkeit, der Krankenkassenbeiträge und der Verkehrssicherheit.
Mein Herr, das ist natürlich statistisch völlig unsinnig, denn Senioren sind in weit weniger Unfälle und Verkehrsdelikte verwickelt, als die Gruppe der 18 bis 40jährigen. Dort muss der Hebel angesetzt werden und nicht bei den zumeist sehr routinierten und erfahrenen Senioren. Wer im übrigen die Rentner maßregeln will, der braucht zur nächsten Wahl mitsamt seiner Partei gar nicht erst antreten. Geisterfahrersenioren sind absolute Einzelfälle, über die aber sehr gerne berichtet wird. Durchgeknallte Jung-Raser und übermüdete LKW-Fahrer sind hundertmal häufiger.
cor 22.09.2014
3. Rummmmmsss
Endlich tut sich mal was!
schmusel 22.09.2014
4. Ist doch längst nicht genug!
In der Schweiz müssen FahrerInnen über 70 Jahre alle zwei Jahre zum Arzt um die Fahrtauglichkeit feststellen zu lassen. Der Sehtest ist da nur ein Element. Es muss doch auch geprüft werden ob die anderen Körperteile und vorallem das Gehirn sie noch befähigen ein Auto zu lenken. Gut ist allerdings, dass es ALLE unabhängig vom Alter betrifft. Nur ist das Intervall zu lang. Auch für junge Lenker - ich kenne etliche die eine Sehhilfe bräuchten, keine Linsen vertragen und aus Eitelkeit sogar fürs Autofahren auf eine Brille verzichten. Dann köme schon das nächste Pflichthema: Nothelferkurs. Es reicht nicht, den einmal zu machen! Es sollte zwingend vorgeschrieben sein, diesen mindestens alle 10 Jahre zu wiederholen. Die jämmerliche Nothilfestatistik ist Zeugnis davon, wie notwendig es wäre. Es wird ja nicht mal falsch geholfen, sonsern oft gar nicht, weil man nicht mehr weiss wie und aus Angst vor Fehlern (und Strafe!?) lieber nicht hilft - sich womöglich gar verdrückt. Dabei ist gerade unterlassene Hilfe strafbar...
hajueger 22.09.2014
5. Sehtests sind
gut und richtig, aber wo endet das wieder? Wer zahlt das Ganze? Der gut verdienente Autofahrer hat kein Problem damit und der Hartz IV Empfänger? Soll der sich das auch noch von den 390 € absparen, obwohl er schon so zu wenig zum Sterben hat? Wer einmal diese Erniedrigungen des ALG II für einige Monate erlebt hat, kann ein Lied davon singen. Auch haben wir das alles schon beim TÜV und DEKRA gesehen, was zwei Privatunternehmen mit Quasi einem Freibrief anstellen. Die Beträge sind unerhört hoch für diese KFZ-Untersuchungen und nur durch die Monopolstellungen zu erhalten, welche der Staat ihnen, per Gesetz, eingeräumt hat. Dementsprechend auch die Gewinne und Ausschüttungen, welche jedes Jahr Utopisch sind. Also steuern wir weiter in Richtung Zweiklassengesellschaft für Autofahrer und Autofahrer, die es sich nicht mehr leisten können.
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