Futuristisches Fahrraddesign Auf Gummiketten durch den Sand

Taiwan blickt in die Fahrradzukunft: Auf der Taipeh Cycle Show haben Designer spannende Kreationen auf zwei und mehr Rädern präsentiert. Viele setzen auf Klappkonstruktionen mit Zusatzfunktion. Besonders spektakulär war ein Entwurf aus Deutschland.

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Um die Zukunft des Fahrrades braucht man sich eigentlich kaum Sorgen zu machen. Steigende Energiepreise bei zugleich immer volleren Straßen dürften die Fortbewegung aus eigener Kraft immer attraktiver machen. In Metropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen kann man sehen, wohin die Reise geht, wenn Verkehrspolitiker konsequent auf das Rad setzen.

Aber muss man das Fahrrad in Zukunft noch einmal neu erfinden? Man kann es zumindest versuchen. Wie kreativ die Radbranche immer wieder neue Designs erschafft und alte Trends neu miteinander kombiniert, hat die Taipeh Cycle Show gezeigt, die am Wochenende in Taiwan zu Ende ging. Teil der größten Fahrradmesse Asiens ist die International Bicycle Design Competition ( IBDC). Gestalter aus aller Welt zeigen dabei ihre futuristischen Entwürfe.

Beim Design von Fahrrädern hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge getan. Natürlich gibt es immer noch Tourenräder, Hollandräder und Rennmaschinen mit klassischer Rahmenform. Hinzugekommen sind jedoch Kreationen wie Mountainbike, BMX oder Zeitfahrgeräte. Und aus Bahnrädern mit starrer Achse haben sich Fixies entwickelt, auf denen vor allem Radkuriere durch die Städte brausen.

Funktionalität ist Trumpf

Wie aber könnte das Fahrrad der Zukunft aussehen? Wenn man die zum Wettbewerb in Taipeh eingereichten Entwürfe betrachtet, fällt auf, dass viele Designer auf wendige Drahtesel setzen, die auf vergleichsweise kleinen 20-Zoll-Rädern rollen. Mitunter bieten sie noch eine Zusatzfunktion. Mal lässt sich das Gefährt zur rollenden Liege aufklappen, mal kann man es zum Dreirad umbauen - stylische Kabine für den eigenen Nachwuchs inklusive.

Den ersten Preis holte ein Designer aus Taiwan - er hat ein Shopping-Bike konzipiert. Geradezu spektakulär ist der Entwurf des deutschen Gestalters Stephan Henrich, der auf einer riesigen umlaufenden Kette fußt. Bei Infinity ist die Abstammung vom Fahrrad trotzdem unverkennbar - zur Belohnung gab's einen sogenannten Merit Award - eine Art lobende Erwähnung.

Fast alle der vorgestellten Räder existieren bislang nur virtuell auf den Computern der Designer. Auf manchem der Gefährte würde man aber trotzdem schon jetzt gern mal eine Proberunde drehen.

Werfen Sie einen Blick auf die Sieger des Wettbewerbs und jene Kreationen, die von der Jury lobend erwähnt wurden! Hier geht's zu den Fotos.



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