Gebrauchtwagen-Ranking Die zehn größten Ladenhüter

Sie wollen ein Golf Cabrio oder einen Volvo V40 loswerden? Das könnte dauern - laut einer Untersuchung stehen diese Modelle am längsten. Das Problem liegt allerdings auch bei den Verkäufern.

Von

Volkswagen

Wer seinen Gebrauchtwagen im Internet loswerden will, hat gute Chancen - schließlich lässt sich über Anzeigenportale eine riesige Schicht von potenziellen Käufern erreichen. Umso deprimierender kann es sein, wenn Wochen vergehen, ohne dass sich jemand nach dem Angebot erkundigt. Das Vergleichsportal für Gebrauchtwagen Autouncle.de hat nun ermittelt, welche Automodelle aktuell besonders schwer abzustoßen sind.

Die Auswertung basiert auf den Daten von insgesamt 19 Webseiten für Gebrauchtwagenanzeigen. Berücksichtigt wurden Modelle, von denen in den vergangenen zwei Monaten mindestens 50 Exemplare verkauft wurden. In der Studie wurde ausgewertet, wie lange die Autos angeboten worden waren, ehe sie aus dem Angebot verschwanden. Die zusätzlichen Angaben wie Preis, Kilometerleistung und Baujahr ergeben sich aus dem Mittelwert aller verkauften Exemplare eines Modells.

Hier sind die Top-Ten der Ladenhüter unter den Gebrauchtwagen.

Die größten Fehler beim Anbieten eines Gebrauchten

Ein Hauptgrund dafür, dass ein Auto zum Ladenhüter wird, ist die falsche Preisvorstellung der Verkäufer: "Endverbraucher haben oft kein Gespür dafür, was ein Auto noch wert ist und bieten es überteuert an", sagt Martin Endlein von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Er rät dazu, den Wagen von einem Händler oder anderen Sachverständigen schätzen zu lassen. Eine erste Orientierung bieten auch kostenlose Autobewertungen wie zum Beispiel vom DAT oder von Autouncle.de.

Das teuerste Fahrzeug unter den in der Auswertung ermittelten Ladenhütern ist ein Exot: Der Ferrari 360 wurde im Mittel für 55.500 Euro angeboten und wartete im Schnitt 81 Tage auf einen neuen Käufer. "Es ist eher ungewöhnlich, dass Ferraris im Internet angeboten werden, und nicht in einer geschlossenen Gesellschaft wie einem Autoklub", sagt Endlein. Im Mittelfeld landete das günstigste Auto der Liste: der Lancia Musa. Hier mussten Verkäufer 83 Tage warten, ehe sie ihr Fahrzeug für im Schnitt 5990 Euro verkaufen konnten.

"Details sind wichtig"

Es gibt noch weitere wichtige Faktoren beim Autohandel im Internet: "Die Qualität der Fotos ist das A und O", sagt Endlein. Schlechte Fotos würden kaum geklickt. Wer Bilder macht, sollte das Auto vorher putzen oder zu einem Aufbereiter schicken. "Details sind wichtig, etwa ein Foto von einem eingeschalteten Radio oder einem Navigationssystem, das gerade in Betrieb ist." Die maximale Anzahl der Bilder sollte ein Verkäufer ausschöpfen, damit potenzielle Käufer sich ein umfassendes Bild machen könnten.

Steht der Wagen zu lange unverkauft im Netz, lohnt sich ein Gang zum Händler vor Ort. Dann besteht die Chance, dass der Wagen entweder in Zahlung genommen wird oder über andere Zwischenhändler verkauft wird. "Auf jeden Fall kann man damit Zeit sparen", sagt Endlein.

Schlussendlich sei auch die Begründung wichtig, warum man sein Fahrzeug loswerden wolle: "Das Auto ist nach einer Immobilie die zweitteuerste Anschaffung eines Deutschen. Wenn Sie es verkaufen, sollte aus dem Inserat schon hervorgehen, warum Sie sich von Ihrem geliebten Auto trennen", rät Endlein.

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 64 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Checkker 08.08.2014
1. Wie
im Artikel schon geschrieben, die Preisvorstellungen so mancher Privatverkäufer sind abenteuerlich. Sie wollen sich quasi ein Schmerzensgeld verdienen, weil der Verkäufer ihnen seinerzeit so eine überteuerte Krücke angedreht hat.
RobMcKenna 08.08.2014
2.
Zitat von sysopVolkswagenSie wollen ein Golf Cabrio oder einen Volvo V40 loswerden? Das könnte dauern - laut einer Untersuchung stehen diese Modelle am längsten. Das Problem liegt allerdings auch bei den Verkäufern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gebrauchtwagen-diese-modelle-verkaufen-sich-im-internet-schlecht-a-985091.html
So gar niemand? Das kann ich mir heutzutage schlecht vorstellen. Dem Vernehmen nach kann man sich als privater Autoverkäufer vor der Klientel "Was letzte Preis!?" kaum retten... Selbstverständlich würde ich als Verkäufer teurer als das anbieten, was mir tatsächlich realistisch erscheint. Die Käufer wollen ja auch handeln. Wenn man den "Startpreis" etwas höher ansetzt, hat man "Luft", um dem Käufer entgegen zu kommen (gibt dem ein gutes Gefühl) und bekommt zum Schluß trotzdem ungefähr das, was man haben möchte. (Oder sogar noch mehr, wenn der Käufer nicht handeln kann oder will.) Davon abgesehen: Das einzige Auto, über das ich mich in dieser Statistik wundere, ist das Golf Cabrio. Sind Cabrios in Deutschland generell wenig gesucht oder sollte das hier tatsächlich an überhöhten Preisvorstellungen der Verkäufer gelegen haben? (Gerade dem Golf sagt man ja nach, dass er (auch) als Gebrauchtwagen überproportional teuer sei...)
eslebederschwachsinn 08.08.2014
3. Unbrauchbarer Test
Zitat von sysopVolkswagenSie wollen ein Golf Cabrio oder einen Volvo V40 loswerden? Das könnte dauern - laut einer Untersuchung stehen diese Modelle am längsten. Das Problem liegt allerdings auch bei den Verkäufern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gebrauchtwagen-diese-modelle-verkaufen-sich-im-internet-schlecht-a-985091.html
Wer 13.000 Euro in der Hand hält für ein Auto, such doch nicht im Internet nach einem Jahreskleinwagen von Subaru. Da geht man zum Händler und gibt den alten in Zahlung. Für 13.000 würde nach einem Volvo V70, einem gut erhaltenen Audi (4 bis 5 Jahre alt) o.ä. von privat suchen. Die Autos in diesen Top 10 sind zu neu und deshalb für den Internet-Schnäppchenjäger zu teuer.
imZweifel-richtig 08.08.2014
4. Begründung? Blödsinn.
Zitat von sysopVolkswagenSie wollen ein Golf Cabrio oder einen Volvo V40 loswerden? Das könnte dauern - laut einer Untersuchung stehen diese Modelle am längsten. Das Problem liegt allerdings auch bei den Verkäufern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gebrauchtwagen-diese-modelle-verkaufen-sich-im-internet-schlecht-a-985091.html
Ich halte die Angabe des Verkaufsgrundes für kontraproduktiv. Es lenkt die Gedanken dahin, warum man das Auto loswerden will, statt zu erklären, was es begehrenswert macht. Und eine umständliche Erklärung (tolles Auto, möchte ich eigentlich behalten, ABER...) wirkt auch eher unglaubwürdig.
jalu-2008 08.08.2014
5. Ich kapiere es nicht!
Zitat von sysopVolkswagenSie wollen ein Golf Cabrio oder einen Volvo V40 loswerden? Das könnte dauern - laut einer Untersuchung stehen diese Modelle am längsten. Das Problem liegt allerdings auch bei den Verkäufern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gebrauchtwagen-diese-modelle-verkaufen-sich-im-internet-schlecht-a-985091.html
Ich versuche gerade zu verstehen, warum Autos mit Baujahr nach 2012 und mit nur 15.000km Laufleistung verkauft werden? Das ist dann die ultimative Art, Geld zu verbrennen, oder wie? Mich würde da in der Tat auch der Grund für den Verkauf interessieren. Lustig finde ich ja auch die Kandidaten: Prius, Toyota, Lexus... das sind doch alles die Kisten, die in anderen Foren in den heiligen Himmel gelobt werden. Und nun das!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.