Falschfahrer-Statistik: Große Gefahr auf Stadtautobahnen

Wo ist die Gefahr, zum Falschfahrer zu werden, am größten? Der ADAC hat die Geisterfahrer-Meldungen 2010 und 2011 analysiert. Das Ergebnis: Besonders in Städten ist die Verwechslungsgefahr groß. Außerdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West.

München - Die Gefahr von Geisterfahrern droht nach einer aktuellen Auswertung des ADAC vor allem auf kurzen Autobahnen, Zubringern und Verbindungsstrecken. "Je kürzer die Strecke, desto höher die Gefahr, falsch auf eine Autobahn aufzufahren", sagte ein ADAC-Sprecher. Dies liege vor allem an der hohen Zahl der Anschlussstellen. Ein erhöhtes Risiko bestehe zudem am Wochenende: An Samstagen und Sonntagen fahren laut ADAC-Statistik rund doppelt so viele Fahrer in die falsche Richtung wie an einem Wochentag, teilte der Autoclub am Donnerstag mit.

Insgesamt wurden in den Jahren 2010 und 2011 im Verkehrsfunk jeweils rund 1900 Geisterfahrer auf deutschen Autobahnen gemeldet. Dabei sind auf ostdeutschen Straßen deutlich weniger Falschfahrer unterwegs als im Westen - der ADAC führt dies auf modernere Autobahnen und eine bessere Beschilderung in den neuen Bundesländern zurück. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie im Saarland fahren im Ländervergleich - bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes - die meisten Geisterfahrer.

Um die Gefahr einzudämmen, fordert der ADAC bundesweit neonfarbene Warntafeln und eindeutigere Markierungen an allen Autobahn-Anschlussstellen. "Bewusste Falschfahrten kann man aber nie ausschließen", so der Sprecher des Automobilclubs. Infolge der Geisterfahrten kommen jedes Jahr rund 20 Menschen bei Unfällen ums Leben. Erst Mitte November waren bei einem Unfall in der Nähe von Offenburg in Baden-Württemberg sechs Menschen gestorben. Der Unfall hatte eine Diskussion über die Gefahr durch Falschfahrer ausgelöst.

rom/dpa

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Tipps zum richtigen Verhalten bei Falschfahrern
Nachrichten über einen Falschfahrer
Befindet man sich auf einer Autobahn oder Bundesstraße, auf der ein Falschfahrer unterwegs ist, gibt es drei Dinge zu tun: Tempo reduzieren, auf keinen Fall überholen - und ruhig bleiben. Bei der ersten Möglichkeit soll man die Straße verlassen oder auf einen Parkplatz fahren. Wenn genug Platz am Streckenrand vorhanden ist, kann man auch rechts ranfahren und warten, bis im Radio Entwarnung gegeben wird.
Sie haben einen Falschfahrer gesehen
Hat man einen Falschfahrer gesehen, sollte die nächste Notrufsäule abgewartet und dort die Meldung durchgegeben werden. Somit ist gewährleistet, dass die Polizei sofort den genauen Standort kennt. Bei Meldungen übers Handy sind diese Informationen meistens nicht gegeben.
Eigener Fehler
Hat man festgestellt, selbst zum Geisterfahrer geworden zu sein, muss sofort das Tempo reduziert und der nächstgelegene Fahrbahnrand angesteuert werden. Auf keinen Fall darf die Fahrbahn gekreuzt oder gar gewendet werden. Steht das Auto, muss man die Warnblinker einschalten, sich hinter die Leitplanke stellen und die Polizei verständigen.


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