Genfer Exoten Mini-Manufakturen mit Monster-Motoren

Autosalon in Genf - das ist auch immer wieder die Bühne für kuriose Kleinserienhersteller, exotische Designschmieden und Tuningspezialisten. Und wie jedes Jahr scheinen sie sich auch dieses Mal geschlossen dem Thema Supersportwagen gewidmet zu haben.

Von Frank Wald


Laraki Fulgura: Leistungsspitze für die Treibwerke
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Laraki Fulgura: Leistungsspitze für die Treibwerke

Abgesehen vom Schweizer Lokalmatador Rinspeed, der mit seinem Tragflächen-Auto-Boot Splash für staunendes Schmunzeln sorgt, protzen auf den Ständen der Mini-Manufakturen fast ausschließlich klassisch gestylte Flundern mit Monster-Motoren, die sich in Leistung und Drehmoment gegenseitig überbieten.

Rinspeed Splash: Fährt, schwimmt und schwebt auf dem Wasser
DPA

Rinspeed Splash: Fährt, schwimmt und schwebt auf dem Wasser

So ein Gefährt ist beispielsweise der Go von DC Design. Der reinrassige Sportwagen ist nach dem Gaia und dem Infidel bereits der dritte Entwurf, den das indische Unternehmen in Genf präsentiert. Unter der Karosserie, die je nach Preisvorstellung aus Stahlblech oder Kohlefaser gefertigt wird, arbeitet ein 2,5-Liter-V6-Motor von Ford, dem zwei Turbolader 310 PS entlocken. Das Interieur-Bild wird von geometrischen Formen und Alcantara-Bezügen bestimmt.

Zu den Genfer Stammgästen gehört inzwischen auch der marokkanische Sportwagen-Hersteller Laraki mit seinen Fulgura-Variationen. An der Lamborghini-Optik hat Firmengründer und Designer Abdeslam Laraki wenig geändert. Dafür bekamen die Treibwerke noch einmal eine Leistungsspritze. So wird die "kleinere" Version des Laraki-Supersportwagens von einem 570 PS starken V-Achtzylinder angetrieben. Das stärkere Schwestermodell Fulgura Concept soll es dank aufgeladenem V12-Lamborghini-Motor auf 600 PS und 1300 Newtonmeter Drehmoment bringen und damit das Topmodell auf 350 km/h beschleunigen.

Fuore Design BlackJag: Am Boden kauernder Supersportwagen
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Fuore Design BlackJag: Am Boden kauernder Supersportwagen

Fast ebenso schnell soll auch der BlackJag sein, den Fuore Design nur ein paar Meter weiter zeigt. Der knapp zwei Meter breite sowie nur rund 1,20 Meter tief am Boden kauernde Supersportwagen wurde von einem Team des Ex-VW-Designers Erwin Himmel gestylt. Deshalb vielleicht auch die verblüffende Ähnlichkeit mit dem Bugatti EB 16.4 Veyron. Zwar weckt der Name BlackJag eher Assoziationen mit der englischen Raubkatzen-Marke, doch der schildförmige Kühlergrill, die seitlichen Lüftungskiemen hinter den Türen sowie die zum wuchtigen Heck ansteigende Karosserie sind eindeutige Zitate der 1001-PS starken 16-Zylinder-Karosse aus dem VW-Konzern. Auch wenn unter der Haube des BlackJag "nur" ein 640 PS starkes Zehnzylinder-Triebwerk mit sieben Litern Hubraum für Beschleunigungen unter vier Sekunden sorgen soll.

Koenigsegg CCR: Schnellere Version des CC8S

Koenigsegg CCR: Schnellere Version des CC8S

Die Krone im PS-Wettrüsten der Kleinserienhersteller jedoch gebührt Koenigsegg. Die Schweden haben ihrem bisherigen Supersportler CC8S (655 PS, 390 km/h Spitze) am Stand 2055 des Genfer Salons eine noch kräftigere und schnellere Version an die Seite gestellt. Der Koenigsegg CCR zieht aus seinem Alu-Achtzylinder-Kompressor 806 PS und stemmt ein Drehmoment von 920 Newtonmeter an die Kurbelwelle. Damit soll die nur 1,07 Meter flache Kohlefaser-Flunder den Standard-Spurt in nur 3,2 Sekunden absolvieren.

Für den umgekehrten Weg aus 100 km/h braucht der schnelle Schwede nur 31 Meter, dafür sollen 361 Millimeter große Bremsscheiben mit Sechskolben-Zangen sorgen. Sowie 19-Zoll-Räder mit 255er-Reifen vorn und 20-Zöller mit 335er-Walzen auf der Hinterachse sicher stellen, dass der Renner auch beim Spitzentempo von 395 km/h auf der Straße bleibt.

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