Elektroauto Genovation G2 Einzigartig dank Sojaharz

Grün, grüner, Genovation: Das amerikanische Start-Up-Unternehmen tüftelt an einem Elektroauto, das sich auf dem Recyclinghof entsorgen lässt. Ehe es schrottreif ist, soll es aber erst mal die Straßen erobern. Mächtige Verbündete hat die Garagenfirma bereits gefunden.

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Genovation Cars

"Ich liebe Autos", sagt Andrew Saul. Ein Blick in seine Garage, und man glaubt ihm sofort. Neben einem BMW M5 parken dort auch ein Toyota Prius und ein Chevrolet Volt. Bald könnte sein Fuhrpark um ein weiteres Fahrzeug erweitert werden. Saul ist gerade dabei, es selbst zu entwickeln - ein Elektroauto.

Vor fünf Jahren hat er im Bundesstaat Maryland das Unternehmen Genovation Cars gegründet. Das Geschäftsmodell bestand anfangs darin, Autos mit Verbrennungsmotoren zu Elektroautos umzurüsten. Saul und seine beiden Mitstreiter mussten aber rasch feststellen, dass mitten in der Wirtschaftskrise niemand an solchen Umbauten interessiert ist. Anstatt fremde Produkte auszuschlachten, beschlossen sie, einfach ein komplett eigenes Elektroauto zu konstruieren - den G2. Das Besondere an dem zweitürigen Kompaktwagen: Er soll nicht nur emissionsfrei sein, sondern auch aus nachhaltigen Materialien hergestellt werden.

Das bedeutet: Die Reifen des G2 werden aus Naturkautschuk gefertigt, das Armaturenbrett und andere Teile der Innenausstattung aus recycelten Plastikflaschen. "Für die Karosserie wollen wir Harz aus Sojabohnen verwenden", erzählt Saul. Er ist sich sicher: "Das wird das Auto einzigartig machen."

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Elektroauto G2: Einzigartig mit Sojaharz
Der G2 ist entweder mit einer 22 Kilowattstunden starken Batterie in Verbindung mit einem Range Extender, oder einem 38 Kilowattstunden starken Akku von K2 Energy ausgerüstet. Als reines Elektrofahrzeug soll er eine Reichweite von mindestens 160 Kilometern bieten. Die Variante mit dem Hilfsmotor ist zusammen mit Lotus Cars entwickelt worden - die Sportwagenschmiede steuert einen Dreizylinder-Verbrenner bei, der die Batterie während der Fahrt auflädt. Den Sprint von 0 auf Tempo 100 soll der rund 1,6 Tonnen schwere G2 in 7,5 Sekunden schaffen.

Millionen aus eigener Tasche gezahlt

Als Banker und Immobilienmakler ist Andrew Saul zu Reichtum gekommen. In den Traum vom selbstentwickelten E-Mobil hat nach eigenen Angaben bislang drei Millionen Dollar Privatkapital gesteckt. "Ich gehe ein großes Risiko ein, aber das ist es mir wert. Ich bin überzeugt, dass es eine gute Investition in die Zukunft ist." Saul steht mit dieser Meinung nicht alleine da, bei der Umsetzung des G2 wird er von etablierten Firmen aus der Automobilindustrie unterstützt. Größter Partner ist Tata Motors. Der indische Konzern und Eigner der Marken Jaguar und Land Rover liefert unter anderem den Rahmen, die Aufhängung und die Kühlsysteme für den G2.

"Wenn alles läuft wie geplant", so Saul, "kommt der G2 in drei Jahren auf den Markt." Wegen unterschiedlicher Sicherheitsstandards soll das E-Mobil zunächst nur in Nordamerika erhältlich sein und erst anschließend nach Europa rollen. 3000 Exemplare gibt er als Verkaufsziel aus. Das klingt zunächst nach Understatement, ist tatsächlich aber ambitioniert. Zum Vergleich: General Motors, der größte Autohersteller der Welt, ist im vergangenen Jahr nur 8000 Elektroautos des Typs Chevrolet Volt losgeworden. Kosten soll der G2 rund 60.000 Dollar.

In Maryland will Saul nun expandieren, eine Fabrik bauen und 125 Arbeiter einstellen. "Entsteht hier das neue Detroit?", fragte die Washington Post unlängst in einem Bericht über Genovation Cars. Andrew Saul hätte bestimmt nichts dagegen.

Mitarbeit: Sandra Sperber

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insgesamt 13 Beiträge
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Medienkritiker 19.03.2012
1. Sojabohnen
Soso, die Karosserie soll aus Sojabohnen-Harz bestehen;) ich habe den Eindruck, dass die Konzept-Ambitionen "umweltschonender" Fahrzeuge hier total aus dem Ruder laufen. Derlei Ansätze schaden dem Image solcher Fahrzeuge mehr, als sie Nutzen bringen. Nach 2 Jahren dürfte sich die Außenhaut dieser Seifenkiste unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung in brüchiges Knäckebrot verwandelt haben;) Aber vllt. wird hier an ein ähnliches Konzept wie bei den Handys gedacht...einfach mal schnell die Schale wechseln.
mauimeyer 19.03.2012
2. Bastelbudenmentalität....
Zitat von sysopGenovation CarsGrün, grüner, Genovation: Das amerikanische Start-Up-Unternehmen tüftelt an einem Elektroauto, das sich auf dem Recyclinghof entsorgen lässt. Ehe es schrottreif ist, soll es aber erst mal die Straßen erobern. Mächtige Verbündete hat die Garagenfirma bereits gefunden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,820914,00.html
...kann ja ganz kreativ und erfolgreich sein. Aber so? Weshalb bringt SPON diesen Bericht? Das E-Mobil ist doch eh' schon Vergangenheit... Kauri
overubikon 19.03.2012
3. Volvo nicht Tata, sondern Geely
Die Autosparte von Volvo gehört nicht zum indischen Konzern Tata, sondern zum chinesischen Auto- und Motorradhersteller Geely.
MarkInTosh 19.03.2012
4.
Zitat von sysopGenovation CarsGrün, grüner, Genovation: Das amerikanische Start-Up-Unternehmen tüftelt an einem Elektroauto, das sich auf dem Recyclinghof entsorgen lässt. Ehe es schrottreif ist, soll es aber erst mal die Straßen erobern. Mächtige Verbündete hat die Garagenfirma bereits gefunden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,820914,00.html
Also werden wieder Lebensmittel unter dem "Öko"-Label umfunktioniert. Eine so verstandene "Nachhaltigkeit" kann auch nur aus den USA kommen...
Dunkeltroll 19.03.2012
5.
Zitat von sysopGenovation CarsGrün, grüner, Genovation: Das amerikanische Start-Up-Unternehmen tüftelt an einem Elektroauto, das sich auf dem Recyclinghof entsorgen lässt. Ehe es schrottreif ist, soll es aber erst mal die Straßen erobern. Mächtige Verbündete hat die Garagenfirma bereits gefunden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,820914,00.html
volvo gehört nicht zur tata gruppe sondern zu geely, ein chin. produzent. strengt euch wenigstens etwas an anstatt so einen unfug zu schreiben!
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