Gigaliner: Wenig Interesse an Tests mit Riesen-Lkw

Gigaliner: Ein Lang-Lkw bei einem Fahrversuch auf dem Gelände der Dekra Zur Großansicht
dapd

Gigaliner: Ein Lang-Lkw bei einem Fahrversuch auf dem Gelände der Dekra

Der Testbetrieb mit Riesen-Lastwagen auf deutschen Straßen stößt bei Speditionen offenbar kaum auf Interesse. Bislang haben nur wenige Unternehmen die Gigaliner auf die Straßen geschickt. Jetzt will das Verkehrsministerium weitere Strecken freigeben und erntet Kritik von der Bahn-Lobby.

Wenig Beteiligung am Test: Zahlen des Bundesverkehrsministeriums zufolge haben sich bisher 20 Unternehmen mit 36 Lang-Lkw für den Feldversuch mit den sogenannten Gigalinern angemeldet. Mit Zugeständnissen beim Streckennetz will der Bund nun mehr Speditionen zum Mitmachen bewegen.

Seit 1. Januar fahren auf ausgesuchten Strecken in Deutschland testweise die Gigaliner, die bis zu 25,25 Meter lang und bis zu 44 Tonnen schwer sein dürfen. Fünf Jahre lang soll ihr Einsatz getestet und wissenschaftlich untersucht werden. Nach Auffassung der Eisenbahn-Lobby Allianz pro Schiene ist ein Feldversuch mit so wenig Fahrzeugen aber unnötig: "Auf dieser schmalen Basis ist es äußerst fraglich, ob eine wissenschaftliche Begleitung dieses Tests überhaupt aussagekräftig ist", erklärte der Geschäftsführer des Bündnisses, Dirk Flege, am Freitag.

Eine Ausweitung der Tests lehnt das Bündnis ab: Im Juli hatte das Verkehrsministerium die Zahl der erlaubten Routen erweitert, "um 1800 Kilometer", wie die Allianz pro Schiene eigenen Angaben zufolge ausgerechnet hat. "Offenbar pumpt die Regierung das Streckennetz auf und versucht durch Zugeständnisse an die Fuhrunternehmen, eine stärkere Nachfrage zu stimulieren", kritisierte Flege das Vorgehen des Bundes.

Im Januar soll bereits eine zweite Erweiterung folgen. Sie werde helfen "neuen Unternehmen den Einstieg in den Feldversuch zu ermöglichen", erklärte Verkehrsstaatssekretär Andreas Scheuer und befürwortete damit genau das, was die Allianz pro Schiene kritisiert. Die Länder hätten die Tauglichkeit der neuen Routen "auf Herz und Nieren" geprüft, betonte Scheuer.

Seit Beginn an ist der Feldversuch mit Lang-Lkw in Deutschland umstritten. Sieben Bundesländer hatten den Test zunächst befürwortet. Dabei handelte es sich um Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen und Bayern. In Schleswig-Holstein beschloss die im Mai neu gewählte Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband aus dem Versuch auszusteigen. In den Ländern, die nicht mitmachen, dürfen die Riesen-Lkw Verbindungsstrecken befahren.

Per Ausnahmegenehmigung hatte die Bundesregierung den Testbetrieb im November 2011 durchgesetzt. Bundestag und Bundesrat blieben bei dem Beschluss außen vor. Dagegen haben Bundestagsabgeordnete von SPD und Grünen sowie die Länder Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein Normenkontrollklagen beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Wann das Gericht über die Klagen befinden wird, ist einem Gerichtssprecher zufolge "derzeit noch nicht absehbar".

rom/AFP

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1. Ramsauer spinnt
Europa! 28.12.2012
Zitat von sysopdapdDer Testbetrieb mit Riesen-Lastwagen auf deutschen Straßen stößt bei Speditionen offenbar kaum auf Interesse. Bislang haben nur wenige Unternehmen die Gigaliner auf die Straßen geschickt. Jetzt will das Verkehrsministerium weitere Strecken freigeben und erntet Kritik von der Bahn-Lobby. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/gigaliner-wenig-interesse-an-tests-mit-riesen-lkw-a-874978.html
Gigaliner gehören nach Australien, aber nicht nach Europa. Man sollte Ramsauer gleich mit in die Wüste schicken.
2. Der tut was für die Wirtschaft.
si tacuisses 28.12.2012
Zitat von Europa!Gigaliner gehören nach Australien, aber nicht nach Europa. Man sollte Ramsauer gleich mit in die Wüste schicken.
3. 600.000 km Stau auf deutschen Autobahnen
rolandjulius 28.12.2012
Ob die Gigaliner den Stau vermindern? Was steckt dahinter? Wenn so ein Ding ins schleudern kommt,dann bleibt es nicht bei Blechschäden. Wer profitiert daraus? Oder geht es nur um die Maut? Herr Ramsauer wird wohl für die Kollateralschäden persönlich haften .
4. Der tut was für die Wirtschaft.
Airkraft 28.12.2012
"Der tut nix, der will nur spielen!"
5.
the_dark_knight 28.12.2012
Zitat von rolandjuliusOb die Gigaliner den Stau vermindern? Was steckt dahinter? Wenn so ein Ding ins schleudern kommt,dann bleibt es nicht bei Blechschäden. Wer profitiert daraus? Oder geht es nur um die Maut? Herr Ramsauer wird wohl für die Kollateralschäden persönlich haften .
Ach, und bei einem normalen Vierzigtonner gibt es nur Blechschäden? Was für eine bescheuerte Feststellung. Nebenbei erwähnt gibt es Feldversuche um u.a. Ihre Fragen zu beantworten, und nicht um ziemlich unnötige und unqualifizierte Sprüche zu ernten.
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