Betonplatten auf A8 geborsten: Gluthitze sprengt Autobahnbelag

Autobahn 8 (Archivbild): "Eigentlich sehr hitzeresistent" Zur Großansicht
DPA

Autobahn 8 (Archivbild): "Eigentlich sehr hitzeresistent"

Die extreme Hitze hat in Baden-Württemberg eine Autobahn regelrecht gesprengt. Auf der A8 bei Remchingen wurde die Fahrbahn beschädigt, weil sich Platten weit ausdehnten und aneinanderstießen - und eine zentimeterhohe Bruchkante bildeten.

Remchingen/Karlsruhe - Nachdem die harten Wintermonate in Deutschland zahlreiche Schlaglöcher zurückgelassen haben, werden die Straßen nun durch extreme Hitze zerstört. Auf der Autobahn 8 bei Remchingen wurde die Fahrbahn am Dienstagabend regelrecht gesprengt.

Wie ein Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe mitteilte, dehnten sich dort bei Temperaturen von fast 40 Grad im Schatten die Betonplatten so weit aus, dass sie aneinanderstießen und zerbrachen. An der Bruchkante ragte der Beton mehrere Zentimeter hoch, sagte er.

Die linke Fahrspur blieb daraufhin bis 6 Uhr morgens für Reparaturarbeiten gesperrt. Laut Angaben des Sprechers wurden dabei zwei 7,5 Meter lange und 3,75 Meter breite Platten ausgetauscht. Unfälle haben sich durch die Bruchkante ihm zufolge nicht ereignet. Der Verkehr staute sich zeitweise auf mehr als zehn Kilometern.

Zu wenig Personal für sofortige Kontrolle

Ob auf anderen Streckenabschnitten ähnliche Schäden auftraten, wurde nicht umgehend geprüft. "Es gibt im Regierungsbezirk Karlsruhe rund 1100 Streckenkilometer und mehrere zehntausend Betonplatten, für eine sofortige Kontrolle fehlt einfach das Personal." Die gesprengten Platten wurden den Angaben des Sprechers zufolge im Jahr 1984 verlegt. Dass die Fahrbahn durch starke Hitze beschädigt wird, kommt demnach "sehr selten" vor.

Ein Sprecher des Automobilclubs ADAC bestätigte, dass es solche Fälle in Deutschland nicht häufig gibt: "Dazu muss es schon sehr heiß sein." Der letzte dem ADAC bekannte Fall datiert aus dem Jahr 2003, als bei hohen Temperaturen die A24 bei Berlin aufplatzte. "Den Erfahrungen unsere Experten nach sind die Platten eigentlich sehr hitzeresistent", sagte der Sprecher. Rollt ein Fahrzeug über die Bruchkanten, ist das seine Angaben zufolge vergleichbar mit einem niedrigen Schlagloch.

cst/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 129 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Natürlich kommt das Ereignis ...
matbhmx 19.06.2013
... relativ selten vor, schon, weil wir nur alle paar Jahre solche hohen Temperaturen zu verzeichnen haben, ist aber häufiger als vom ADAC beschrieben vorgekommen. Es ist bisher in allen Hitzesommern vorgekommen. Auf der A 1, ich weiß das Jahr leider nicht mehr, war das sogar so extrem, dass Fahrzeuge, die über die hochgedrückten Betonplatten fuhren, einige Meter durch die Luft flogen, bis dann die Geschwindigkeit beschränkt und die betroffenen Spurgen gesperrt wurden. Zum Glück kam es zu keinem Unfall.
2. Ein ganzes Jahrzehnt hat es gedauert, bevor die anhaltend verkündete Klimaerwärmung
Privatier 19.06.2013
Zitat von matbhmx... relativ selten vor, schon, weil wir nur alle paar Jahre solche hohen Temperaturen zu verzeichnen haben, ist aber häufiger als vom ADAC beschrieben vorgekommen. Es ist bisher in allen Hitzesommern vorgekommen. Auf der A 1, ich weiß das Jahr leider nicht mehr, war das sogar so extrem, dass Fahrzeuge, die über die hochgedrückten Betonplatten fuhren, einige Meter durch die Luft flogen, bis dann die Geschwindigkeit beschränkt und die betroffenen Spurgen gesperrt wurden. Zum Glück kam es zu keinem Unfall.
es schafft, den Schaden von 2003 einmal zu wiederholen? Anstatt uns jährlich damit in Zivilisations-bedrohende Katastrophen zu stürzen, wie ebenfalls vor einem Jahrzehnt von der geballten Deutungshoheit-Symbiose unfehlbarer Wissenschaftler und sensationshungriger Medien als unausweichbar, belegt und gesichert gepredigt wurde? MfG
3.
JeeperWH 19.06.2013
Zitat von Privatieres schafft, den Schaden von 2003 einmal zu wiederholen? Anstatt uns jährlich damit in Zivilisations-bedrohende Katastrophen zu stürzen, wie ebenfalls vor einem Jahrzehnt von der geballten Deutungshoheit-Symbiose unfehlbarer Wissenschaftler und sensationshungriger Medien als unausweichbar, belegt und gesichert gepredigt wurde? MfG
Keine Sorge, sind die Sommerschäden erst repariert, kommt der Winter ... Ähem.
4. Forschermeinung nicht gleich Journalistenmeinung
amseeistsschön 19.06.2013
@Privatier Sie sollten nicht das nachplappern, was über den Klimawandel in journalistisch verwässerter Form an den Normalbürger gelangt. Mal davon abgesehen könnte auch sie wissen, dass das Klima nicht das Wetter ist. In diesem Zusammenhang können sie sich vielleicht klar machen, das statistische Ausreißer nichts, aber auch gar nichts, über das Klima aussagen. Kein Klimaforscher würde z. B. behaupten: GENAU dieser Sommer in Deutschland ist ein klares Indiz für den Klimawandel.
5. optional
snahdog 19.06.2013
Deutschland = Entwicklungsland ;)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 129 Kommentare
Facebook


Aktuelles zu