Dieselautos Verkehrsministerium macht Weg für Hardware-Nachrüstung frei

Dieselfahrer können jetzt bessere Abgastechnik nachrüsten lassen - das Verkehrsministerium hat dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen. Die Autoindustrie will für umgerüstete Autos allerdings nicht garantieren.

Nachgerüsteter SCR-Katalysator
DPA

Nachgerüsteter SCR-Katalysator


Das Bundesverkehrsministerium hat die rechtlichen Voraussetzungen zur Nachrüstung älterer Dieselmotoren geschaffen. Dadurch können Hersteller der Nachrüstsätze eine Betriebserlaubnis für ihre Systeme beantragen - und Autofahrer danach ihre Wagen mit besserer Abgasreinigungstechnik ausstatten.

"Jetzt ist die Nachrüstindustrie am Zug, wirksame Systeme zu entwickeln, mit denen alle Grenzwerte und Vorschriften eingehalten werden", erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag in Berlin. Sofern alle Grenzwerte erfüllt seien, werde das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) schnellstmöglich die Genehmigung erteilen, damit die Nachrüstsysteme zeitnah auf dem Markt angeboten werden können, so Scheuer weiter.

Autohersteller wollen keine Garantie übernehmen

Die Nachrüstungen sollen den Ausstoß giftiger NOX-Emissionen verringern. Dieselautos der Schadstoffklassen Euro 4 und 5 sollen dadurch im Alltag nicht mehr als 270 Milligramm Stickstoffdioxid pro gefahrenem Kilometer ausstoßen. Nachgerüstete Fahrzeuge sollen künftig auch von Fahrverboten ausgenommen werden.

Die deutschen Autohersteller wollen für umgerüstete ältere Diesel allerdings keine Garantie übernehmen. "Wir können keine Garantie für ein Fahrzeug übernehmen, in das nachträglich Abgasreinigungssysteme Dritter eingebaut wurden", sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, der "Welt". "Wenn ein Kunde sein Fahrzeug umbauen lässt, dann tragen er und der Nachrüster auch die Verantwortung für mögliche Folgeschäden", so Mattes.

ene/Reuters/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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brutus972 28.12.2018
1. 3 Jahre zu spät!
Das hätte der göttliche Dobrindt schon vor 3 Jahren machen müssen, dann hätten wir heute den Ärger mit den Fahrverboten nicht! Die CSU Verkehrsminister sind halt besonders schlecht!
chipawa 28.12.2018
2. Original-Nachrüstsets gibt es bereits
Die Original-Nachrüstsets liegen bei den Herstellern doch schon längst in den Regalen und finden z. B. in Amerika direkt Verwendung. Am Ende wird der Kunde doch nur wieder zur Kasse gebeten...
syt 28.12.2018
3. Warum kann die Politik nicht
einfach einmal klar und deutlich sagen,Entschuldigung, an alle Mitbürger,wir haben uns verrannt ! Leider ist uns ein Fehler unterlaufen,bei der Bestimmung der Luft Reinhaltung !
harald441 28.12.2018
4. Ich, selbst Dieselfahrer,
wäre ja verrückt diese Dieselnachrüstung machen zu lassen. Die Autoindustrie gibt keine Garantie und ab der nächsten Abgaswertesenkung, die die Politik - angeblich - nicht stoppen kann, bin ich mit meinen Kosten und dem Ärger wieder der Genasführte. Da fahre ich doch lieber mit Hundertausenden anderer Dieselfahrzeuge nach (hier z. B.) nach Stuttgart - selten - rein, wo die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist, daß ich ausgrechnet dann durch eine der "gesperrten" Straßen fahren muß, daß geade dann kontrolliert wird, und daß ich gerade dann angehalten werde. Denn meinem Auto würde man die Nachrüstung von außen ja nicht ansehen, und auch nicht die Nichtnachrüstung.. Also lieber alle fünf Jahre mal dreißig EURO bezahlt und sich weiterhin an dem guten und sparsamen Dieselauto erfreut.
modemhamster 28.12.2018
5. Lieber Herr Mattes,
genau wegen diese Haltung lieben wir Sie alle. Und mein nächstes Auto kommt mit Sicherheit nicht aus Deutschland.
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