Von Roman Büttner
Fahren wir bald alle mit Wasserstoff statt Benzin? Mit Hochdruck arbeiten Autokonzerne und Forscher am Mobilitätswandel - und das Brennstoffzellenauto ist neben dem Elektroauto eine der Möglichkeiten, wie wir in Zukunft vorankommen. Welche Technologie sich am Ende durchsetzen wird, weiß keiner, bislang ist nur bekannt, welche Hürden jedes Konzept überwinden muss. Beim Brennstoffzellenauto ist es vor allem die Frage der Treibstoffversorgung. Während es Steckdosen nahezu überall gibt, sind Wasserstofftankstellen bislang rar.
Eine mögliche Lösung für das Problem hat jetzt Honda präsentiert. Der japanische Autohersteller forscht ebenfalls an der Brennstoffzelle. Sie wandelt chemische in elektrische Energie um - etwa aus Wasserstoff. Davon gibt es auf der Erde reichlich - allerdings in gebundener Form: Wasser. Deshalb muss man das Gas erst aufwendig durch einen speziellen Prozess, die Elektrolyse, herstellen. Dafür wird in riesigen Industrieanlagen viel Energie gebraucht.
Kleine Heimfabrik
Doch es geht auch anders. Honda hat jetzt in der japanischen Präfektur Saitama den Prototyp einer Wasserstofftankstelle im Kleinformat eröffnet. Sie produziert vor einem Verwaltungsgebäude das Element, ohne dabei Kohlendioxid auszustoßen. Die für die Umwandlung nötige Energie liefert die Sonne über Solarzellen. Das System kann nach Herstellerangaben 1,5 Kilogramm Wasserstoff am Tag produzieren. Das reicht für rund 150 Kilometer mit dem Brennstoffzellenauto Honda FCX Clarity.
Das hört sich erst mal gut an - im Rennen um den Pokal des Autos von morgen bedeutet eine derart eingeschränkte Reichweite keinen bedeutenden Vorteil gegenüber herkömmlichen Elektroautos, die über eine Batterie als Energiespeicher verfügen und eine vergleichbare Distanz zurücklegen können.
Ohne ein lückenloses Wasserstofftankstellen-Netz wird es diese Technik schwer haben. Bislang ist eine Fahrt von Hamburg nach Frankfurt ein heikles Unterfangen. Es gibt entlang der Autobahn keine Wasserstofftankstelle. Überhaupt gibt es weltweit nur 215 Stationen - 29 davon in Deutschland.
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