Honda FCX Clarity: Reines Gewissen für 600 Dollar im Monat

Von Tom Hillenbrand

Auf der Los Angeles Motor Show zeigt Honda derzeit den Brennstoffzellen-Pkw FCX Clarity. Bereits ab Sommer 2008 wollen die Japaner den emissionsfreien Öko-Primus als Leasing-Fahrzeug anbieten - allerdings zunächst nur in Kalifornien.

Die Brennstoffzelle gilt als vielleicht sauberste aller Antriebslösungen: In ihr reagieren Wasserstoff aus dem Autotank und Luft aus der Umgebung. Die dabei freigesetzte Energie wird in Strom umgewandelt, aus dem Auspuff entweicht Wasserdampf. Klimaschädliches CO2 fällt nicht an.

Was im Prinzip relativ simpel klingt, ist in der Praxis problematisch. Zwar haben BMW, Daimler oder Honda umfangreiche Brennstoffzellenprojekte, an eine Serienfertigung ist bisher jedoch nicht zu denken. Die Reichweite vieler Fahrzeuge ist bescheiden, der Preis der Komponenten exorbitant. Honda-Chef Takeo Fukui etwa rechnet damit, dass preiswerte Serienfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb erst 2015 bis 2020 verfügbar sein werden.

Honda Clarity FCX: Erste Wasserstoff-Kleinserie der Welt

Honda Clarity FCX: Erste Wasserstoff-Kleinserie der Welt

Die rühmliche Ausnahme ist Südkalifornien. Dort wird Honda sein jetzt in L.A. präsentiertes Modell FCX Clarity ab Sommer 2008 in einer Kleinserie als Leasingfahrzeug anbieten. Für drei Jahre können US-Kunden das Auto mieten, die Monatsrate liegt bei 600 Dollar - Wartung und Versicherung inklusive. Wann der Wagen in Europa verfügbar sein wird ist hingegen noch offen. nach Angaben eines Sprechers kommt nach Kalifornien zunächst Hondas Heimatmarkt Japan an die Reihe.

Kleine Wasserstofffabrik fürs Eigenheim

Optisch macht der Clarity nicht allzu viel her, dafür ist das Innenleben umso interessanter. Der 4,8 Meter lange Viersitzer ist mit Hondas neuem Brennstoffzellenmodul V Flow ausgestaltet. Das liefert 136 PS und kann den Wagen auf bis zu 160 km/h beschleunigen, was für Kalifornien (Tempolimit. 90 km/h) ausreichen sollte.

Der 350-Bar-Druckgastank des Clarity fasst 171 Liter Wasserstoff. Eine Ladung verschafft dem Auto einen Aktionsradius von rund 430 Kilometern. Zusätzlich besitzt der FCX einen Lithium-Ionen-Akku, ähnlich dem eines Laptops. Dort landet überschüssige Energie, die nicht direkt in den Antrieb gespeist wird.

Wer seinen Hydroflitzer trocken fährt, dürfte allerdings ein größeres Problem haben - Wasserstoff-Tankstellen als selten zu bezeichnen, ist eine Untertreibung. Mittelfristig möchte Honda die Versorgungslücke durch Minitankstationen schließen. Im Forschungszentrum der Japaner im kalifornischen Torrance ist bereits die erste dieser Home Energy Stations in Betrieb.

Bei Managern von BP, Shell und E.on dürfte das Projekt für Tobsuchtsanfälle sorgen. Die Honda-Station ist etwa so groß wie ein Telekom-Kabelkasten und wird an das Erdgas- und Wassernetz angeschlossen. Dann produziert sie nach Angaben eines Honda-Sprechers selbsttätig bis zu 350 Liter Wasserstoff am Tag - sowie Strom und Warmwasser für das Eigenheim. Zur Tankstelle muss man dann nur noch, um Zigaretten zu kaufen.

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