Honda Jazz Kleiner Lademeister

In Zeiten hoher Benzinpreise gilt: Klein ist fein. Deshalb kommt die zweite Auflage des Honda Jazz gerade zur rechten Zeit. Obwohl noch immer kürzer als Polo und Konsorten bietet der zum November angekündigte Fünfsitzer innen mehr Platz als manche kompakte Großraumlimousine.


In Japan gibt es den neuen Honda Jazz schon seit einem knappen Jahr, und auch die Amerikaner haben bereits einen Narren an dem pfiffigen Kleinwagen gefressen. Vielleicht, weil er dort gerade so schön in die Zeit passt und sich entsprechend gut verkauft, mussten die Europäer etwas länger auf die zweite Generation warten. Auf dem Pariser Autosalon im Oktober feiert der neue Jazz seine Europa-Premiere, im November steht er beim Händler. Nun haben die Japaner die ersten Informationen und Fotos zum neuen Modell veröffentlicht.

Sie zeigen einen hoch aufgeschossenen Kleinwagen an der Grenze zum Minivan, der im Windkanal ein wenig runder geschliffen wurde - mit einer stärker konturierten Motorhaube und kantigeren Scheinwerfern. So hat Honda den Jazz um fünf Zentimeter verlängert und um drei Zentimeter verbreitert. Trotzdem ist auch der neue Jazz mit seinen nunmehr 3,90 Metern noch immer eine Handbreit kürzer als konventionelle Kleinwagen, und auch die Breite von 1,70 Metern bleibt im Rahmen. Mit seiner Höhe von 1,53 Metern überragt er jedoch die Konkurrenz.

Mit seinem ganz speziellen Zuschnitt bietet der Jazz innen mehr Möglichkeiten als manche Großraumlimousine: Weil der Tank unter den vorderen Sitzen steckt, hatten die Ingenieure hinten reichlich Platz für Kind und Kegel und kommen auf ein rekordverdächtiges Kofferraumvolumen von 427 Litern. Ihre Freiheiten nutzen sie für eine ausgesprochen variable Rückbank, die man mit einem Handgriff flachlegen kann, ohne dass man die Vordersitze nach vorn schieben müsste.

Außerdem lassen sich, wie sonst fast nirgends, auch die Sitzkissen aufstellen. Wer sie wie bei einem Kinosessel nach oben klappt, kann im Fußraum problemlos Fahrräder und Yucca-Palmen befördern. Nicht, dass man das täglich bräuchte, doch beim Allradantrieb von Geländewagen fragt schließlich auch keiner nach dem Alltagsnutzen. Unter dem doppelten Ladeboden gibt es zudem 64 Liter zusätzlichen Stauraum. Die Bodenplatte taugt ferner als Raumteiler, mit dem einzelne Gepäckstücke geschützt oder fixiert werden können.

ESP serienmäßig, Motorenpalette erneuert

Wendig war der Jazz schon immer, aber jetzt soll man im Stadtverkehr und im Parkhaus auch besser sehen können: Die Windschutzscheibe sei größer, die sogenannten A-Säulen links und rechts davon seien dünner, und die Fläche des Dreiecksfensters auf Höhe der Außenspiegel sei verdreifacht worden, sagt Honda. Außerdem kann man die Kopfstützen im Fond nun für eine bessere Rücksicht voll versenken.

Außer der Sicht haben die Japaner auch die Sicherheit verbessert: Die vorderen Kopfstützen schützen nun vor einem Schleudertrauma, sechs Airbags sind Standard, und zum ersten Mal beim Jazz gehört auch das elektronische Stabilitätsprogramm zur Serienausstattung.

Zum weiterentwickelten Innenraum und dem aktualisierten Design gibt es auch Feinschliff für die Motoren. Zwar bleibt es bei der Wahl zwischen zwei Benzinern mit 1,2 oder 1,4 Litern Hubraum. Doch sind die beiden Vierzylinder zugleich stärker und sparsamer geworden. Das Basismodell leistet deshalb künftig 90 statt 78 PS und braucht 5,1 Liter (120 Gramm CO2 pro Kilometer).

Und die stärkere Variante legt um 17 auf 100 PS zu, der Verbrauch liegt bei 5,3 Litern (124 Gramm CO2). Noch sparsamer ist der Jazz 1.4 mit automatisiertem Schaltgetriebe, für den Honda 5,2 Liter und 122 g/km in Aussicht stellt. Damit der Verbrauch in der Praxis auch möglichst nah an den theoretischen Wert vom Prüfstand kommt, gibt es zudem in jedem Jazz eine Schaltanzeige, die dem Fahrer stets den sparsamsten Gang empfiehlt.

Obwohl die Japaner nun schon vieles zum neuen Jazz verraten haben, behalten sie eine der wichtigsten Informationen noch für sich: den Preis. Den erfährt man wohl erst Anfang Oktober auf dem Pariser Salon.



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