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04. Februar 2013, 06:24 Uhr

Honda Gear Concept

Ist doch ganz einfach

Von Jürgen Pander

Den Autoherstellern gehen junge Kunden aus - die interessieren sich mehr für Smartphones, ihr Lieblingsfortbewegungsmittel ist das Fahrrad. Kein Wunder, dass Honda sich für sein Gear-Konzept sogenannte Fixie-Bikes als Vorbild nahm. Die sind einfach, schön und cool - und so ist auch die Studie.

Die Generation Y - kurz Gen Y genannt - bereitet vielen Unternehmen derzeit Kopfzerbrechen. Vor allem den Autoherstellern. Generation Y, darunter fasst man die heute 15- bis 30-Jährigen zusammen, mit dem Internet aufgewachsenen sind. Gut ausgebildete, ebenso selbstbewusste wie hedonistische junge Menschen, die zunehmend die Trends in der Arbeits- und Konsumwelt setzen.

Eigentlich eine Traumzielgruppe also, wäre da nicht ein Problem. Viele Angehörige dieser sogenannten Generation Y können mit herkömmlichen Autotypen nichts anfangen. "Für sie haben wir das Gear Concept entwickelt", sagt Dave Marek, Design-Direktor im kalifornischen Honda-Entwicklungszentrum in Torrance.

Die in rotem Metallic-Lack schillernde Studie wurde auf der kleinen, eher wenig beachteten Motorshow im kanadischen Montreal der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei hat das Gear Concept eigentlich erhöhte Aufmerksamkeit verdient, denn so erfrischend und clever war schon lange kein Gedankenspiel eines Autoherstellers mehr.

Ein Fahrrad als Ideengeber

"Bislang sind Kleinwagen entweder uninspirierte Nutzwägelchen oder überdrehte, unpraktische und überteuerte Stadtautos", sagt Honda-Mann Marek. "Unser Konzeptauto beendet diese Polarisation. Es ist praktisch, sieht gut aus, steckt voller Individualisierungsmöglichkeiten, lässt sich vernetzen, und es ist billig."

Am Anfang stand die Idee, das Prinzip der fixed-gear bikes auf ein Auto zu übertragen. Bei den sogenannten Fixies gibt es keine Gangschaltung und keinen Freilauf. Die Hinterradnabe ist sozusagen fest über die Kette mit den Pedalen verbunden, deswegen fahren viele diese Räder auch ohne Bremsen, und bremsen stattdessen über die Pedale.

"'Fixies' sind populär bei der Generation Y. Diese Fahrräder sind unkompliziert, wendig, schlank und sehr, sehr reduziert und klar gestaltet. Das sieht cool aus und lässt Raum für die eigene Kreativität", erklärt Honda-Sprecherin Maki Inoue.

Der Gear soll also eine Art Fixie auf vier Rädern sein. Das lässt sich nachvollziehen, denn er fällt von außen durch ein reduziertes, lässiges Design auf. Entfernt erinnern Formen und Proportionen auch an den ersten Civic aus den siebziger Jahren. Im Innenraum läge der Schwerpunkt auf einem frei konfigurierbaren Cockpit und der cleveren Integration von Smartphone oder Tabletcomputer, heißt es bei Honda. Das Auto sei konzipiert, um junge Städter anzusprechen. Und dazu müsse es vor allem gegen Konkurrenten wie öffentliche Verkehrsmittel oder trendige Fahrräder antreten.

Details zur möglichen Technik, zur Art des Antriebs oder zu einer etwaigen Leichtbaukonstruktion der Karosserie nennt Honda bislang nicht. Es scheint, als sei der Autobauer überrascht, wie sehr die Studie offenbar ins Schwarze getroffen hat - und nun zurückzuckt vor der eigenen Courage.

Unternehmenssprecherin Inoue jedenfalls verkündet trotz aller positiven Reaktionen auf das Gear Concept tapfer: "Es gibt gegenwärtig keine Pläne, dieses Auto zu bauen." Schade, kann man da nur sagen.

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