Honda Micro Commuter Prototype: Der Kleinsitzer

Honda Micro Commuter Prototype: Der E-Zwerg Fotos
Honda

Mal ganz ehrlich: Für die meisten Stadtfahrten würde eine Art fahrender Sessel ausreichen. Deswegen hat Honda ein Mikromobil mit elektrischem Antrieb entwickelt, das demnächst in Japan getestet wird. Verläuft der Test erfolgreich, könnte der Wagen auch nach Europa kommen.

Extrem klein, sehr sauber und so einfach wie nur möglich. Nach diesem Rezept hat Honda ein Mikromobil entwickelt, das im nächsten Jahr einem groß angelegten Praxistest in Japan unterzogen werden soll. Das elektrisch angetriebene Wägelchen ist eine Reaktion des Auto- und Motorradherstellers auf zwei der akutellen Megatrends, die in Japan besonders ausgeprägt sind: die Verstädterung und der demografische Wandel.

Immer mehr ältere Menschen sind auf Mobilitätshilfen angewiesen und zugleich nimmt die Verkehrsdichte in den Ballungszentren stetig zu. Ein Fahrzeug wie der Micro Commuter Prototype soll beide Entwicklungen aufgreifen und sogar noch ein bisschen Fahrspaß bieten - falls es der Verkehr einmal zulässt. Das Mikromobil bietet Platz für den Fahrer und zwei Kinder oder aber für Fahrer und Beifahrer; der Umbau der Sitze ist mit wenigen Handgriffen erledigt.

Um das Modell so billig wie nur möglich machen, hat Honda eine Plattform entwickelt, bei der sämtliche technische Komponenten unter dem Fahrzeugboden oder im Heck untergebracht sind. Dazu zählen der Elektromotor mit einer Leistung von 20 PS (15 W), die Lithium-Ionen-Batterie sowie die Steuereinheit des Antriebs. Im Prinzip kann darüber eine Fahrgastzelle ganz nach Bedarf konfiguriert werden - zum Beispiel ein Zweisitzer oder aber ein Mini-Lieferwagen, wie er von der Konkurrenzfirma Toyota bereits in Japan angeboten wird.

Bedienung per Tablet-Computer

Bedient wird das Auto - abgesehen vom eigentlichen Fahren mit Lenkrad und Pedalen - über einen Tablet-Computer, über den sowohl das Audio- oder Navigationssystem gesteuert wird und der auch als Monitor für die Rückfahrkamera dient. Eigentlich sollte die bei einem Wagen von lediglich zweieinhalb Meter Gesamtlänge verzichtbar sein, doch gerade für ältere Menschen, denen der Blick über die Schulter nach hinten schwer fällt, ist eine solche Kamera ein Segen. Die Stromversorgung des Computers übernehmen Solarzellen auf dem Dach des Autos, die Reichweite des Wägelchens wird also nicht durch den Gebrauch des Rechners eingeschränkt.

Honda hat das Auto darüber hinaus so konzipiert, dass es sich in das ebenfalls vom Konzern entwickelte Honda Smart Home System einbinden lässt. Zuhause wird das Zwergauto dann mit dem Stromnetz des Gebäudes gekoppelt und je nach Bedarf dient der Akku des Mobils als ergänzender Energiespender für die Wohnung oder er wird möglichst günstig mit im Haus nicht benötigter elektrischer Energie aufgeladen. Erste Tests dieses Gesamtsystems im japanischen Saitama verliefen nach Aussage von Honda vielversprechend.

Noch ist es zu früh, um über einen Export des Mikromobils nach Europa zu spekulieren. Möglich wäre dies in jedem Fall. Denn das Mobil wurde entsprechend der Bestimmungen der europäischen Fahrzeugklasse L7 entwickelt, die unter anderem vier Räder, ein Leergewicht ohne Batterien von maximal 400 Kilogramm sowie eine Maximalleistung von 20 PS vorschreibt. Das passt schon mal.

jüp

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Warum müssen solche Autos
Jobuch 09.12.2012
immer so fürchterlich häßlich sein? Gerade die Japaner haben es mit den Kei-Cars doch vorgemacht, wie man Kleinstwagen baut, die trotzdem erwachsen aussehen. Wer will denn schon mit einem Lego-Auto durch die Gegend fahren? Auch sonst gibt es genügend Beispiele: Der Ur-Mini, das Goggo, der Fiat 500 (Original) - eben lauter Autos aus den 50ern bis 70ern, als man noch nicht meinte, Autos müssten Sicherheitstrutzburgen sein. Für die Stadt, wo man sowieso einen Großteil der Zeit im Stau zubringt, muß das nicht sein.
2. Besserer Twizy?
Yorch 09.12.2012
Erinnert ein wenig an den Twizy, und da kommen gleich die Fragen auf, die mich bisher vom Kauf eines Twizys abgehalten haben, hier aber mal wieder nicht beantwortet werden (Recherche?) -Hat es richtige Türen mit Scheiben? -Wie sieht es mit einer Heizung/Entfeuchter aus? -Preis? Akkumiete? -Stromverbrauch? -ABS? -Chrashsicherheit?
3. Die richtige Richtung!
chaps 09.12.2012
Für große Städte und im Umfeld von Städten ein gutes Konzept. Auch das Honda das Fahrzeug in sein Smart-Home Konzept integriert. Endlich bringt ein Hersteller das Thema Energie und Mobilität mal sinnvoll voran. Ich schätze in der Londoner City gäbe es bereits Käufer für dieses Fahrzeug. Ich fahre einen Renault Twizy. Der hat allerdings eine Reichweite von 80km, da sollte Honda vielleicht nochmal was drauf packen, um mitzuhalten. Die Japaner sollten das Auto auf jeden Fall nach Europa exportieren und die Politik sollte das Fördern! Wäre klasse, wenn in Berlin, Frankfurt und anderen Städten irgendwann die Mehrheit mit solchen Fahrzeugen unterwegs wäre. Weniger Lärm, Abgase, Flächenverbrauch. Wäre auch als Car-Sharing am Flughafen und Bahnhof interessant!
4. Aufrecht sitzend..
kenterziege 09.12.2012
Zitat von Jobuchimmer so fürchterlich häßlich sein? Gerade die Japaner haben es mit den Kei-Cars doch vorgemacht, wie man Kleinstwagen baut, die trotzdem erwachsen aussehen. Wer will denn schon mit einem Lego-Auto durch die Gegend fahren? Auch sonst gibt es genügend Beispiele: Der Ur-Mini, das Goggo, der Fiat 500 (Original) - eben lauter Autos aus den 50ern bis 70ern, als man noch nicht meinte, Autos müssten Sicherheitstrutzburgen sein. Für die Stadt, wo man sowieso einen Großteil der Zeit im Stau zubringt, muß das nicht sein.
...auf 2,5 m Länge geht ja nicht viel anders. Dieses E-Mobil ist für mich ein Verschnitt aus Smart und Twizzy. Darin könnte eine Chance liegen. Insbesondere der bewußte Verzicht auf Reichweite macht Sinn (Preis/Gewicht/Ladezeit). Auf jeden Fall werden bezahlbare E-Mobile eher diesen Zuschnitt haben, als elektrifizierte Golfs oder Astras (>>Ampera). Damit wird Batterie-Technologieabhängig das E-Mobil nur, wenn überhaupt, in dieser Größe und beim völligen Umdenken im Hinblick auf die Karosserie-Struktur haben. Was die Umsetzung anbetrifft traue ich den Japanern nach wie vor mehr Qualität zu , als den sich langsam deindustrieallisierenden Franzosen. Und: Wenn ein E-Mobil bie diesem Wetter "versagt", dann braucht man es gar nicht ernsthaft versuchen!
5. Nö
silberstern 09.12.2012
Zitat von Jobuchimmer so fürchterlich häßlich sein?
Öhm wo das Fahrzeug hässlich sein sollte erschließt sich mir nicht? @topic: Bitte ohne elektronik-Schnickschnack aber dafür mit geschlossener Kabine und Heizung. Ein bis zwei Sitzplätze und Kofferraum für einen kleineren Einkauf - mehr braucht es nicht. Achso und
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