Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Hot Rod aus Lego: Klötzchen statt Kleckern

Von Christian Frahm

Hot Rod aus Lego: Spielmobil mit Druckluft-Antrieb Fotos
Steve Sammartino

Ein Hot Rod mit vier Sternmotoren und 256 Zylindern, gebaut aus einer halben Million Legosteinen: Hört sich verrückt an, ist aber Realität. Zwei Tüftler haben das Gefährt konstruiert - es fährt mit Luft.

"Ist irgendjemand daran interessiert, 500 bis 1000 Dollar in ein Projekt zu investieren, das aufregend und einzigartig ist, dann meldet euch." Diesen simplen Satz twitterte der australische Blogger Steve Sammartino und warb damit für ein geheimes Crowdfunding-Projekt. Dann ging alles ziemlich schnell. "Es hat gerade mal eine Woche gedauert, bis ich vierzig Leute gefunden hatte, die bereit waren, jeweils 500 Dollar zur Verfügung zu stellen", sagt Sammartino. Was mit dem Geld geschehen sollte, das wussten bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nur Sammartino und sein Kumpel Raul Oiada aus Rumänien.

Das Projekt war Oiadas Idee. Er wollte einen Hot Rod in Originalgröße bauen (also einen offenen, typisch amerikanisch aussehenden Wagen), und zwar erstens komplett aus Legosteinen und zweitens voll fahrtüchtig. "Es wurden schon so viele Legoautos gebaut, aber keines von ihnen war fahrtüchtig. Das wollten wir ändern", erläutert Sammartino, der strategische Kopf des Duos, der sich vor allem ums Geldauftreiben kümmerte. Oiada stöpselte währenddessen Steinchen auf Steinchen, probierte, verwarf, veränderte.

Bis dahin allerdings vergingen gut eineinhalb Jahre. Anfangs gab es zwar einige Pläne, die Oiada und Sammartino am Computer erstellt hatten, doch das meiste an dem Auto entstand nach dem Trial-and-Error-Prinzip: Es wurde so lange ausprobiert und herumgetüftelt, bis es endlich klappte.

Moderner Leichtbau dank Lego

Das ist inzwischen der Fall. Der gelb-schwarze Hot Rod besteht aus rund einer halben Million Legoklötzchen, wiegt etwa 500 Kilogramm und ist so groß wie ein normales Auto. Herzstück des Fahrzeugs sind die frei stehenden Sternmotoren mit insgesamt 256 Zylinderchen, die mittels Druckluft angetrieben werden. Wenn die Strecke frei und gerade ist, erreicht der Lego-Hot-Rod bis zu 30 km/h. Dafür muss der Fahrer einen Hebel, ähnlich dem Schubhebel eines Flugzeugs, lösen. Schon zischt die Druckluft in die Zylinder und die Vollplastikkonstruktion gerät in Bewegung.

Vorkenntnisse in Sachen Autobau hatte Oiada, der Chefingenieur des Mobils, übrigens nicht. Er schloss erst kürzlich die Schule ab. "Alles was Raul über den Bau und die Funktionsweise von Motoren weiß, hat er sich selbst mit Hilfe des Internets beigebracht", berichtet Sammartino. Und jetzt? Hofft das ungleiche Duo Oiada/Sammartino auf einen weiteren Investor, der das ganze Auto kaufen möchte. "Wir sind offen für Angebote", sagt Sammartino. Einen Preis für das Auto nennt er nicht. Doch er deutet an, dass er gerne 60.000 australische Dollar (umgerechnet etwa 39.000 Euro) hätte.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das...
peekaboo75 30.12.2013
...ist das richtige Auto für meine Frau: 30 km/h Spitze, kein Lack zum zerkratzen und wenn sie irgendwo dagegen rempelt, wird einfach wieder alles zusammen gesteckt. Genial...wann geht das in Serie ? :-)
2.
sample-d 30.12.2013
ein Auto "komplett aus Legosteinen" zu bauen, dürfte weiter die große Herausforderung bleiben. Wie man auf den Photos sieht, sind tragende Teile (wie z.b. Achsen) natürlich aus Metall gefertigt - was das "komplett" nicht ganz erfüllt.... (Was keine Kritik sein soll - der Motor ist sicherlich ein Meisterstück...)
3.
Oberleerer 30.12.2013
Zitat von sample-dein Auto "komplett aus Legosteinen" zu bauen, dürfte weiter die große Herausforderung bleiben. Wie man auf den Photos sieht, sind tragende Teile (wie z.b. Achsen) natürlich aus Metall gefertigt - was das "komplett" nicht ganz erfüllt.... (Was keine Kritik sein soll - der Motor ist sicherlich ein Meisterstück...)
Eher sehen die Felgen nach Metall aus, die Achsenkönnten womöglich auch Bündel von diesen schwarzen Plastestangen sein. Ich vermute, daß bei dem Bau auch jede Menge Sekundenkleber verwendet wurde. Da sieht man wieder, wie einfach und billig Automobilbau sein kann. Wenn die Karren nur nicht so schnell rosten würden ... aber jetzt gibts ja Lego :)
4.
jasper366 30.12.2013
Vielleicht hat der Erbauer sich ja selbst so bezeichnet? Und das darf er auch, denn in nahzeu allen englischsprachigen Staaten ist 'Engineer' keine geschützte Berufsbezeichnung. Unglaublich was man aus Lego nicht alles machen kann, Respekt.
5. Wieso nicht Lego?
aber_nicht_doch 30.12.2013
Wenn ich in der Marketingabteilung von Lego wäre würde ich das Ding sofort für Die Firma sichern. 40000€ dürfte für sie kaum ein Problem sein. Und was würde es für eine Bessere WErbung geben? Und wenn sie das Ding in klein als Lego-Technik Bausatz rausbingen würden wäre ich ein Käufer ;)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Facebook


Aktuelles zu