Hybrid-Supersportwagen Jaguar CX-75: Saftlos auf der Zielgeraden

Hybrid-Supersportwagen Jaguar CX-75: Aus der Traum vom Öko-Flitzer Zur Großansicht

Hybrid-Supersportwagen Jaguar CX-75: Aus der Traum vom Öko-Flitzer

Schneller als ein Bugatti Veyron und umweltfreundlicher als ein VW Polo wäre der Jaguar CX-75 gewesen. Nun haben die Briten aber angekündigt, ihr Prestige-Projekt zu beerdigen. Das Antriebskonzept des Hybrid-Supersportwagens war zeitgemäß - sein Preis offenbar nicht.

Im Frühling 2011 herrschte bei Adrian Hallmark, Markenchef des noblen britischen Autobauers Jaguar, pure Euphorie: "Kein anderes Fahrzeug könnte Jaguars neu erwachtes Selbstbewusstsein und die große Innovationsfreude besser widerspiegeln als dieser Hybrid-Supersportwagen."

Gemeint war der CX-75, ein 912-PS-Geschoss mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 320 km/h und Emissionswerten unter 100 Gramm CO2-Ausstoß pro 100 Kilometer. Das technische Wunderwerk, in Zusammenarbeit mit dem Formel-1-Rennstall Williams Engineering entwickelt, sollte laut Hallmarks Ankündigung in einer Kleinserie von 250 Exemplaren gebaut werden.

Im Winter 2012 ist bei Adrian Hallmark Ernüchterung eingetreten. Der CX-75 wird nun doch nicht gebaut, teilt Jaguar mit. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die wirtschaftliche Lage die Einführung eines Supersportwagens wie des CX-75 nicht stützt", lässt Hallmark in einer Pressemitteilung wissen. Auf der Webseite des Automagazins TopGear wird er außerdem mit den Worten zitiert, dass derzeit der falsche Zeitpunkt für dieses eine Millionen Pfund teures Auto sei.

Eine kleine Chance auf den CX-75 bleibt noch

"Schneller als ein Bugatti Veyron" wäre der CX-75 bei der Beschleunigung auf Tempo 100 laut Hallmark gewesen - dank eines Plug-In-Hybridsystems, bestehend aus einem 1,6-Liter Vierzylinder-Motor und einem 23 Kilo leichten Elektroantrieb. Die Produktion hätte 2013 starten sollen, in Handarbeit wollte man die Karbonkarosserie und den hochmodernen Antrieb zusammensetzen.

Statt 250 Serienmodellen werden nun lediglich fünf Prototypen fertig gestellt. Laut Medienberichten ist geplant, zwei davon an Privatleute zu verkaufen. Ob eine Millionen Pfund dann noch ausreichen, um einen CX-75 zu erstehen, bleibt bis zur Versteigerung abzuwarten.

Wer es eine Spur preiswerter mag, muss sich bis zum 18. September 2013 gedulden: dann kommen exakt 918 Exemplare des Porsche 918 Spyder auf den Markt. Der Supersportwagen aus Zuffenhausen wird ebenfalls ein Hybrid - und mit einem Preis von exakt 768.026 Euro sogar billiger als die Luftnummer CX-75.

Aus einer Reihe von angekündigten Elektrosportwagen ist der Porsche 918 Spyder Hybrid einer der letzten Übriggebliebenen. Denn das Vorzeigeprojekt von Jaguar ereilt mit der Einstellung nun das gleiche Schicksal wie der R8 e-Tron von Audi. Der E-Bolide aus Ingolstadt war ebenfalls mit großem Getöse angekündigt worden und hätte in einer Kleinserie produziert werden sollen - ehe im Oktober das Aus verkündet wurde. Als Grund für den Stopp nannte Audi zu hohen Produktionskosten.

cst

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
MashMashMusic 11.12.2012
Zitat von sysop<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn2.spiegel.de/images/image-211639-thumb-srbw.jpg" /><span class="spCredit"></span></span><span id="sysopText">Schneller als ein Bugatti Vyron und umweltfreundlicher als ein VW Polo wäre der Jaguar CX-75 gewesen. Nun haben die Briten aber angekündigt, ihr Prestige-Projekt zu beerdigen. Das Antriebskonzept des Hybrid-Supersportwagens war zeitgemäß - sein Preis offenbar nicht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/hybrid-supersportwagen-jaguar-cx-75-wird-nicht-gebaut-a-872349.html</span></div>
Schneller als ein Veyron? (der sich übrigens mit "e" schreibt) Sind die 320 km/h ein Tippfehler? Ein Veyron wäre über 400 km/h schnell. 320 km/h für ein Fahrzeug mit 912 PS scheinen mir aber auch ein wenig gering zu sein.
2. O Mann ...
quark@mailinator.com 11.12.2012
Zitat von sysop<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn2.spiegel.de/images/image-211639-thumb-srbw.jpg" /><span class="spCredit"></span></span><span id="sysopText">Schneller als ein Bugatti Vyron und umweltfreundlicher als ein VW Polo wäre der Jaguar CX-75 gewesen. Nun haben die Briten aber angekündigt, ihr Prestige-Projekt zu beerdigen. Das Antriebskonzept des Hybrid-Supersportwagens war zeitgemäß - sein Preis offenbar nicht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/hybrid-supersportwagen-jaguar-cx-75-wird-nicht-gebaut-a-872349.html</span></div>
Also nur, weil in der EU der Normverbrauch so absurd berechnet wird, daß die Hybrid-Fahrzeuge zu wahren Sparmonstern werden, muß man als Zeitschrift ja nun nicht auch noch das Attribut "umweltfreundlich" dranhängen. Denn eins ist doch klar - das Hybridkonzept gewinnt beim Bremsen etwas Energie aus dem Wagen zurück, erfordert aber auch ein schwereres Auto. Der maximal mögliche Gewinn bei dieser Aktion macht aus einem Sportwagen noch kein Ökomobil. Und sollten wir über sog. PlugIn-Hybride reden (also Elektroautos mit zusätzlichem Verbrennungsmotor (sog. "Range-Extender")), dann wird die Kiste noch schwerer und ist nur "öko", solange der Steckdosenstrom grün erzeugt wurde und man am Ziel ankommt, bevor der Verbrennungsmotor wesentlich benutzt wurde ... und solange man die häßlichen Bestandteile der Akkus nicht mitrechnet ... Also wie man's auch dreht ... ein Wunder entsteht nur, wenn man die EU-Normverbräuche betrachtet ... und die liefern halt da ein falsches Bild. Ich mag Sportwagen ... so theoretisch ... ggf. mal so im Sommer ab und zu auf kürzeren Strecken ... aber dafür ist es nicht nötig, sich wegen dem Öko-Label einen abzubrechen :-).
3. Hä
matthias_b. 11.12.2012
Der Motor ein Vierzylinder und dazu ein Elektroantrieb mit sage und schreibe... äh, 23 Kilo. Mit 320 km/h Spitze schneller als ein Sechszehnzylinder(!) Bugatti Veyron mit immerhin 640 kg Motor und 407 km/h Spitze. Klingt alles einleuchtend.
4. Während ich dies hier schreibe...
artusdanielhoerfeld 11.12.2012
...läuft draußen mein V8 im Leerlauf, um sich ein wenig aufzuwärmen. Dabei verbraucht er mehr als ein Golf bei Fullspeed. Ich finde, das ist nötig, um die ganze Spritsparhysterie zu konterkarieren. Fahrt, was Ihr wollt, und habt Spaß dabei!
5. Ich beteilige mich...
Cartman1984 11.12.2012
... zwar eigentlich nicht gerne am allgemeinen Flame-War gegen Spon, aber hier hat man sich echt mit Ruhm bekleckert. Davon abgesehen, dass das Fahrzeug C-X75 und nicht CX-75 heißt, hatte die Studie laut Wikipedia 4 Radnabenmotoren à 50 kg. Die Serienversion sollte nur einen Motor je Achse bekommen, aber dass die zusammen halb soviel wiegen wie ein Radnabenmotor... Naja. Manchmal habe ich das Gefühl, die Kollegen vom Kulturressort helfen schonmal aus.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Jaguar-Modelle
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 16 Kommentare
Facebook

Fotostrecke
Jaguar C-X 75: Noch ein Öko-Supersportwagen

Aktuelles zu