Hybridautos Akku-Explosionsgefahr wirft Toyota zurück

Toyotas nächste Generation von Hybridautos wird sich einem Zeitungsbericht zufolge um mehrere Jahre verzögern. Der japanische Autobauer befürchte, dass in den Wagen verwendete Lithium-Ionen-Akkus sich im Betrieb überhitzen oder explodieren könnten.


New York - Das Problem ist von Laptops bekannt - Lithium-Ionen-Akkus können sich unter bestimmten Umständen überhitzen und in Flammen aufgehen. Zwar kommt dies nur äußerst selten vor - wenige spektakuläre Fälle reichten jedoch im vergangenen Jahr aus, um das Image des US-Computerbauers Dell zu ruinieren.

Amerikanerin mit Toyota Prius: Angst vor einem Imagedesaster
AP

Amerikanerin mit Toyota Prius: Angst vor einem Imagedesaster

Vor einem derartigen Szenario fürchtet sich einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge offenbar auch der japanische Autokonzern Toyota, der mit seinem Prius als führender Hersteller von Hybridautos mit kombiniertem Sprit- und Stromantrieb gilt. Wegen Sicherheitsbedenken würden etliche Toyota-Modelle erst mit mehrjähriger Verzögerung auf den Markt kommen.

Derzeit verwendet Toyota Nickel-Metallhydrid-Akkus, die jedoch weniger leistungsfähig sind als ihre Lithium-Ionen-Pendants. Laut "Journal" will Toyota Probleme vermeiden, wie sie Dell und andere Hardwarehersteller hatten. Das Blatt beruft sich auf mit dem Vorgang informierte Toyota-Manager. Ein Grund für die Besorgnis: Die Toyota-Akkus gleichen angeblich technisch jenen des Elektronikkonzerns Sony, der wegen explodierender Laptops eine umfangreiche Rückrufaktion hatte starten müssen.

Toyota wollte dem Bericht zufolge in den USA ursprünglich zwischen 2008 und 2010 ein Reihe neuer Modelle mit Hybrid-Antrieb auf den Markt bringen, bei denen die Batterien während der Fahrt mit dem Benzinmotor durch einen eingebauten Generator aufgeladen werden. Wegen deren Sicherheitsproblemen werde Toyota die neuen Modelle nun aber nicht vor 2011 in den USA anbieten.

Toyota gehört bei Hybrid-Autos zu den weltweit führenden Herstellern und verkaufte das Modell Prius bereits mehr als eine Million Mal. Verzögerungen beim Marktstart modernerer Hybrid-Technologien könnten nach Ansicht der Zeitung Wettbewerbern wie General Motors Spielraum im Konkurrenzkampf verschaffen.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte zu dem Bericht, Toyota nehme keine Stellung zum Marktstart künftiger Produkte und zu Produktstrategien. Ein Datum, ab wann Autos mit den neuen Batterien verkauft werden sollten, habe Toyota nie genannt.

hil/AFP



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