Futuristische Reiseröhre Slowakei prüft Bau einer Hyperloop-Strecke

400 Kilometer in 25 Minuten: Diese Reisegeschwindigkeit verspricht das Hyperloop-System, das Menschen in Kapseln durch Röhren katapultiert. Ein Deutscher will das Projekt jetzt in Europa vorantreiben.

Computerbild eines Hyperloop-Systems
obs/JumpStartFund

Computerbild eines Hyperloop-Systems


Das Projekt Hyperloop klingt nach Science-Fiction: Menschen sollen mit bis zu 1220 km/h von A nach B transportiert werden - in Kapseln, die durch einen Tunnel mit Unterdruck schweben. Doch schon in diesem Jahr soll die Verwirklichung dieser Vision starten, im US-Bundestaat Kalifornien ist eine acht Kilometer lange Teststrecke geplant. Auch in Europa soll es bald losgehen: Laut einer Mitteilung prüfen die Hyperloop-Macher die Slowakei als möglichen Standort, gemeinsam mit der dortigen Regierung.

Chef von Hyperloop Transportation Technologies (HTT), dem Unternehmen hinter dem Projekt, ist der aus Berlin stammende Entrepreneur Dirk Ahlborn (Lesen Sie hier ein kürzlich veröffentlichtes Interview mit ihm). In einer Mail sagte er SPIEGEL ONLINE, dass zunächst die ideale Routenführung sowie die genauen Anforderungen für den Bau einer möglichen Strecke geklärt werden. Bis zum Jahr 2020 solle ein erster Abschnitt fertiggestellt sein. Geplant sei, dass eine öffentlich-private Partnerschaft den europäischen Hyperloop finanziert.

Mit dem Hyperloop könnte die 400 Kilometer lange Strecke zwischen der slowakischen Hauptstadt Bratislava im Westen und der Stadt Košice im Osten des Landes in etwa 25 Minuten zurückgelegt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. "Dieses Transportsystem würde das Pendeln zwischen verschiedenen Orten völlig verändern", wird der Wirtschaftsminister der Slowakei, Vazil Hudak, zitiert. Von Bratislava nach Wien bräuchte man nur noch acht Minuten.

Video: So funktioniert die Technik des Hyperloops

Hyperloop Transportation Technologies
Der Hyperloop besteht aus Kapseln, in denen Menschen oder Waren transportiert werden können. Durch mehrere Pumpen in regelmäßigen Abständen wird in dem geschlossenen Tunnel ein Vakuum erzeugt. Dadurch sinkt der Luftwiderstand und die Kapseln können mit wenig Energieaufwand sehr schnell Fahrt aufnehmen. Die Kapseln werden elektromagnetisch angetrieben und abgebremst.
In Kalifornien soll eine bereits geplante Teststrecke in der Retortenstadt Quay Valley zwischen San Francisco und Los Angeles entstehen. Laut Dirk Ahlborn sollen dort in zwei bis drei Jahren die ersten Passagiere in den Kapseln transportiert werden. Die Baukosten der Strecke schätzt Ahlborn auf rund 12,4 Millionen Euro pro Kilometer.

Die Idee für den Hyperloop geht auf Elon Musk zurück: Der Chef des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X stellte seine Pläne für dieses Verkehrsmittel erstmals 2013 vor. Gleichzeitig ließ er damals wissen, kein Interesse an einer persönlichen Umsetzung des Vorhabens zu hegen.

cst



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 179 Beiträge
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Seite 1
M. Michaelis 10.03.2016
1.
Ein ziemlich absurdes Konzept. Noch unsinniger als der Transrapid der inzwischen überall als gescheitert bezeichnet werden kann.
Strichnid 10.03.2016
2. ...
Die "Idee" ist nicht von Elon Musk. Die hatten viele Menschen schon lange vorher. Sie ist die logische Antwort auf die Frage: Wie kann man das Haupthindernis großer Geschwindigkeiten auf der Erde, nämlich die Reibung, vermeiden? Die Magnetschwebebahn war stets nur ein Teil der Antwort. Vakuumröhren sind der naheliegende Rest der Antwort. Schon als Jugendlicher träumte ich von entsprechenden Röhren, die meinen damaligen Berechnungen zufolge Reisezeiten von Berlin nach Paris in 20 Minuten oder Moskau in unter einer Stunde ermöglichen. Ich wünsche den Verwirklichern viel Erfolg!
FrankS. 10.03.2016
3.
Über die Idee habe ich schon als Kind was gelesen, und tatsächlich ist sie von 1910. Einfach mal nach "vactrain" suchen.
woistmeinaccount 10.03.2016
4. phantastisch - da ist man ja
Wenn das dann tatsächlich bis 2020 in einer ersten Version in Betrieb ginge, dann wär das ja noch vor der teilweise umkämpften Schnellbahnstrecke Stuttgart - Ulm fertig? Wer braucht dann noch den Haltepunkt am Flughafen? Gell Herr Öttinger? und jo-mei Herr Stoiber!
Charlie Hebdo 10.03.2016
5. diese Idee ist sooo alt
dass es fast schon langweilig ist, darüber zu lesen. Ich habe die luftleeren Röhren mit "Geschossen" zur Beförderung von Personen oder Gütern in einem Buch über die zukünftige Technologien von 1973 (!) gesehen. Aber 1910, cool :-)
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