Messe-Blog IAA 2015

IAA-Blog Revolution in Halle 3

New Mobility World c/o CommCode

Von Jürgen Pander


Sportwagen, Kompaktwagen, Luxuswagen, dazwischen ab und zu ein E-Auto oder eins mit Plug-in-Hybrid: Das ist die IAA auf dem Boden der Tatsachen. Eine Ebene darüber, im Obergeschoss der Halle 3, interessiert sich niemand für Hubraum oder PS. Sondern für die Zukunft.

"New Mobility World" heißt dieser Ausstellungsbereich, der aus der Autoshow IAA eine zukunftsweisende Mobilitätsmesse machen soll. Rund 180 Unternehmen haben sich hier versammelt, von Konzernen wie SAP oder ZF über Firmen wie Neonode (Infotainment), Baimo (App-Entwicklung) oder Gemalto (Chipkarten) bis hin zu rund 50 Start-ups.

"Wir stehen vor einer neuen industriellen Revolution, die mit der Entwicklung der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist", sagte Robert Wolcott, Professor an der Kellogg School of Management in Evanston, USA. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner sieht das ähnlich, formuliert es jedoch lakonischer: "Digitalisierung ist der neue Trend? Wir digitalisieren Autos seit 30 Jahren." Neu hinzu komme allerdings die Vernetzung. "Das Auto war bislang isoliert und wird in Zukunft zum Internetknoten."

"Sechs von sieben Autos werden überflüssig"

Und natürlich soll es weitgehend autonom fahren. Das zentrale Argument der Befürworter einer möglichst umfassenden Vernetzung des Pkw ist die Sicherheit. Chris Urmson, bei Google verantwortlich für das Projekt "fahrerloses Auto", erklärte, fast 36.000 Verkehrstote pro Jahr in den USA seien nicht hinnehmbar. "Das ist so, als ob an fünf Tagen in der Woche jeweils eine Boeing 737 abstürzt."

Wenn rundum vernetzte und womöglich selbstständig fahrende Autos das ändern könnten, wäre es gewiss ein Segen. Aber was passiert mit den Abermilliarden von Daten, die dafür gesammelt und ausgewertet werden müssen? Wer setzt die Standards, wer den rechtlichen Rahmen? Und wer trägt dann eigentlich noch Verantwortung?

Solche Fragen schwingen bei allem, was in der "New Mobility World" diskutiert und visioniert wird, mit - Antworten darauf gibt es jedoch noch nicht. Die Revolution, so viel immerhin scheint für alle Experten sicher zu sein, wird kommen. Und sie wird nicht für jeden angenehm werden, allen voran die Autohersteller.

Rutt Bridges, der Autor des Buches "Driverless Car Revolution - Buy Mobility, Not Metal", macht den Unternehmen im Erdgeschoss der IAA wenig Hoffnung: "Durch Vernetzung, Carsharing und Mitfahrgelegenheiten werden in Zukunft sechs von sieben Autos überflüssig werden."



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13 Leserkommentare
Qual 19.09.2015
prefec2 19.09.2015
vitalik 19.09.2015
andreaslocker 20.09.2015
Dumme Fragen 20.09.2015
AndreasJ 20.09.2015
ovi100 20.09.2015
fitfor 20.09.2015
FrankDr 20.09.2015
polltroll 20.09.2015
aka-d-miker 20.09.2015
jasper366 20.09.2015
mapegu 20.09.2015

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