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Messe-Blog IAA 2013

IAA-Blog-Fazit Die Schizo-Strategien der deutschen Hersteller

Daimler-Chef Zetsche mit Concept S-Class Coupé: Ohne klare Richtung Zur Großansicht
DPA

Daimler-Chef Zetsche mit Concept S-Class Coupé: Ohne klare Richtung

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Die Chefs der sogenannten deutschen Premiumhersteller sind zur Zeit akut schizophreniegefährdet. Diesen Eindruck zumindest erwecken deren Pressekonferenzen.

Nehmen wir zum Beispiel BMW. Auf der einen Seite treiben die Bayern wie kein anderer Hersteller dieser Größenordnung den Mobilitätswandel voran. Sie investieren Milliarden in eine Zukunftswette namens i3 und brechen mit dem i8 gusseiserne Traditionen im Sportwagenbau. Auf der anderen Seite preist BMW auf der gleichen Pressekonferenz Autos wie den neuen X5, ein SUV. Oder die aufgepumpten Kraftmeier der Tuningsparte M-GmbH.

Und BMW ist nicht allein. Mercedes feiert auf der IAA den S-Klasse Plug-In-Hybrid, die elektrifizierte B Klasse und die klitzekleinen Smarts. Gleichzeitig rollen die Schwaben mit dem Concept S-Klasse Coupé eine Karre auf die Bühne, als hätte es den Effizienzgedanken nie gegeben. Und auch Audi scheint sich nicht für einen Kurs entscheiden zu können und präsentiert mit dem XYZ und dem Nanuk Quattro zwei Konzepte, die gegensätzlicher nicht sein könnten.

Beim Schlendern über die IAA bekommt man auch eine Idee davon, warum das so ist: Je mehr Stände man besucht, je mehr Autos man sieht, desto klarer wird, dass die IAA zwar in Deutschland stattfindet, in großen Teilen aber auf ein Publikum aus einem ganz anderen Teil der Welt zielt. Und zwar auf Märkte wie China und Russland, wo es viel Neues Geld gibt, aber wenig Bewusstsein für Nachhaltigkeit.

Allerdings sollten auch wir Europäer uns in der Hinsicht nicht allzu edel fühlen. Dass die Hersteller in Frankfurt ein Modell nach dem anderen auch als SUV anbieten, was den Nutzwert nicht erhöht, wohl aber den Verbrauch, ist nicht ihrer Ignoranz geschuldet, sondern unserer. Schließlich werden diese Fahrzeuge auch in Europa wie blöd gekauft. Und auch wenn die Hersteller alles technologisch Mögliche tun, um das Image des Spritschlucker-Kolosses zu widerlegen - die Physik können sich nicht aushebeln. Ein schwereres, weniger windschlüpfriges Auto wird immer mehr verbrauchen als sein nicht hochgebocktes Pendant.

Und so bleibt am Ende der IAA ein inkonsistenter Eindruck zurück - eine klare Richtung, eine reine Lehre ist nicht erkennbar. Glühendes Bekenntnis zur Nachhaltigkeit und Spritschlucker unter einem Dach - das wirkt so glaubhaft, als würde ein Anti-Alkoholiker einen Weinladen betreiben. Es wird interessant sein zu sehen, ob diese Widersprüchlichkeit die Hersteller irgendwann zerreißt.

8 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
scripteur 13.09.2013
Jörg Mergenthaler 13.09.2013
chefrationalist 13.09.2013
chefrationalist 13.09.2013
Jule29 14.09.2013
paula_f 14.09.2013
alburger_k 14.09.2013
hsr_spon 15.09.2013

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    Elf Hallen, 230.000 Quadratmeter Standfläche - am 9. September öffnet die IAA 2013 ihre Pforten für die Presse, dann dreht sich in Frankfurt für knapp zwei Wochen alles ums Auto. Feiert die Elektromobilität ein Comeback? Kann BMW mit seiner Zukunftswette i3 die Kunden begeistern? Was gibt es Neues, Sparsames, Innovatives, Begeisterndes aus der Autowelt? SPIEGEL ONLINE ist vor Ort und berichtet im IAA-Messe-Blog.
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Eintritt: Eine Tageskarte kostet am Samstag und Sonntag 15 Euro, sonst 13 Euro (ermäßigt immer 7,50 Euro). Von Montag bis Freitag gibt es zudem ein Nachmittagsticket für 8 Euro (ermäßigt 4,50 Euro), das ab 15.00 Uhr gilt. Kinder dürfen bis zum vollendeten 6. Lebensjahr kostenlos auf das Messegelände.

Tickets kaufen: Karten können auf der IAA-Internetseite bestellt werden. Die Vorverkaufsgebühr beträgt 2,50 Euro pro Bestellung. An den Tageskassen gibt es Karten zum gleichen Preis wie im Vorverkauf, dann aber ohne Gebühr.

Öffnungszeiten: Die IAA ist für die Öffentlichkeit vom 14. bis 22. September täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Der 12. und 13. September sind Fachbesuchern vorbehalten.


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