Messe-Blog IAA 2013

IAA-Blog Chinas große Zahlenspiele

IAA-Blog: Changans SUV für die Massen Fotos
Jürgen Pander

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Der chinesische Autobauer Changan will auf der IAA am ganz großen Rad drehen. In Halle 3, wo der Hersteller neben dem Stand der Kfz-Innung Berlin seine Produkte zeigt, prangt der Markenslogan "Changan Drives the World" an der Wand. Auf diese großen Worte lassen die Chinesen große Zahlen folgen.

Unter dem Firmen-Motto steht, von einer Silberplane verhüllt, ein neues Auto. Heute feiert es Weltpremiere. Also tritt Zhu Huarong, Topmanager von Changan und zugleich Parteisekretär der Kommunistischen Partei Chinas, an ein Mikrofon und preist sein Unternehmen: Changan sei der viertgrößte Autohersteller Chinas, werde in diesem Jahr 1,7 Millionen Autos bauen, im Jahr 2020 dann sollen es mindestens 5 Millionen sein. Bislang gibt es 15 Fabriken an sechs Standorten in China, erklärt Zhu Huarong, demnächst werden Werke in Brasilien, Russland und im Iran eröffnet.

Die Zukunftsstrategie laute "3310": Die erste Drei stehe für die USA, Europa und Indien - die wichtigsten Märkte, die es fortan zu erobern gelte. Die zweite Drei stehe für Brasilien, Russland und den Iran. Und die Zehn stehe für weitere wichtige Märkte wie Algerien, Chile, Peru, Kolumbien oder die Ukraine, die Changan als Expansionsziele ins Visier nehmen werde.

Womit das geplante Wachstum gelingen soll? Zum Beispiel mit Autos wie dem, das da noch unter der Silberplane steckt. Als alles gesagt ist, was gesagt werden muss, ziehen Zhu Huarong und drei seiner Kollegen das Tuch von der Karosserie und es erscheint ein rot lackiertes Kompakt-SUV, das den Namen CS 75 trägt. Es sieht aus wie eine Mischung aus Autos von Mitsubishi, Nissan und Toyota, wirkt auf den ersten Blick wohlproportioniert und soll, logisch, schon bald in hohen Stückzahlen verkauft werden.

Das Design stammt von Andreas Zapatinas, einem ehemaligen Mitarbeiter von Chris Bangle, der bei Fiat und BMW arbeitete, ehe er Chefdesigner von Alfa Romeo wurde. Dort entwarf er unter anderem den Alfa 147. Bevor er bei den Chinesen anheuerte, arbeitete er auch für Subaru. Dazwischen stand er auch mal in den Diensten eines griechischen Aufzugherstellers.

Leider hat er sich dort wohl zu seinen Design-Ideen inspirieren lassen. Denn ein bisschen hat der CS 75 die Wirkung von Fahrstuhlmusik, die links ins Ohr geht und rechts sofort raus: Kaum verlässt man die Ausstellungshalle, wo der chinesische SUV gezeigt wird, ist auch die Form des Wagens wieder aus dem Gedächtnis gelöscht.

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8 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
seikor 10.09.2013
raber 10.09.2013
bluemetal 11.09.2013
fessi1 11.09.2013
jocheno.b. 11.09.2013
seluona 11.09.2013
brux 13.09.2013
andreas.zapatinas 26.03.2014
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Eintritt: Eine Tageskarte kostet am Samstag und Sonntag 15 Euro, sonst 13 Euro (ermäßigt immer 7,50 Euro). Von Montag bis Freitag gibt es zudem ein Nachmittagsticket für 8 Euro (ermäßigt 4,50 Euro), das ab 15.00 Uhr gilt. Kinder dürfen bis zum vollendeten 6. Lebensjahr kostenlos auf das Messegelände.

Tickets kaufen: Karten können auf der IAA-Internetseite bestellt werden. Die Vorverkaufsgebühr beträgt 2,50 Euro pro Bestellung. An den Tageskassen gibt es Karten zum gleichen Preis wie im Vorverkauf, dann aber ohne Gebühr.

Öffnungszeiten: Die IAA ist für die Öffentlichkeit vom 14. bis 22. September täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Der 12. und 13. September sind Fachbesuchern vorbehalten.


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