Auto-Jahrgang 1983: Wenn Alteisen zu Gold wird

Von Jürgen Pander

Auto-Jahrgang 1983: Altersanmut Fotos
Renault

Endlich alt genug: Auf der IAA in Frankfurt werden nicht nur die Auto-Neuheiten enthüllt, sondern in einer Sonderschau auch die Stars der Messe 1983 gezeigt. Die Newcomer von einst dürfen jetzt das H-Kennzeichen tragen - auch wenn man das manchen Exponaten nicht zutraut.

Bling-Bling, wohin das Auge reicht: So werden sich die Autohersteller der Welt auf der IAA in Frankfurt zeigen. Doch die wahren Automobil-Juwelen findet man 2013 im Obergeschoss der Halle 3. In einer Sonderschau mit dem Namen "Die Stars von 1983 - Wo sind sie geblieben?" werden jene Schätzchen auf vier Rädern präsentiert, die dieses Jahr 30 werden - und damit die Hürde zum Klassiker überspringen.

Sie dürfen nun ein H-Kennzeichen tragen, und sind damit das, was man allgemein als "Oldtimer" bezeichnet. Interessant ist dabei vor allem, wie wenig manche der Exponate mit der landläufigen Vorstellung eines Klassikers zu tun haben. Der Golf II ist so ein Kandidat, der bislang noch eher als abgeranzter Gebrauchsgegenstand wahrgenommen wird, nicht unbedingt als schützenswertes Kulturgut.

Doch das wird sich ändern. Gegenwärtig sind mehr als eine Viertelmillion Fahrzeuge in Deutschland mit einem H-Kennzeichen unterwegs, Altmetall boomt. Und mit dem Eintritt in die geburtenstarken Jahrgänge der Autotypologie, von denen viele vollverzinkte Karosserien haben und entsprechend nicht so leicht vom Rost dahingerafft werden, dürfte diese Zahl schon bald nach oben schnellen.

Gedacht ist die Retrospektive vor allem als "Marktplatz für Oldtimer-Interessierte", wie Peter Mair vom Verband der Automobilindustrie (VDA) sagt. Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Historische Fahrzeuge aus dem Autoclub ADAC, dem Zentralverband des Kfz-Gewerbes (ZDK) und des VDA wollen mit IAA-Besuchern darüber ins Gespräch kommen, was eigentlich einen Auto-Klassiker ausmacht und welche Kriterien bei dieser Einschätzung wichtig sind.

Damit klar wird, wie wechselhaft die Geschichte einer Pkw-Baureihe oft ist, wird außer dem Autojahrgang '83 auch ein Opel Kapitän von 1963 gezeigt und ein Opel Calibra von 1993. Der Kapitän L ist heute ein gefragter Oldie, der Calibra gilt als charakterschwaches Alteisen. Allerdings wurde auch der Kapitän mal genau als das betrachtet, und heute sind die Leute entzückt, wenn sie das Auto sehen. "Autos werden eben nicht als Klassiker geboren, sondern müssen reifen, und das braucht meist viel Zeit", sagt Mair.

Die Liste der restlichen Exponate reicht vom erwähnten VW Golf II, der damals debütierte, bis zum BMW M 635 CSi, vom Renault Fuego Turbo bis zum Audi Sport Quattro, vom Opel Monza GSE bis zum Ford Sierra XR 4i. Hier geht es zur Bildergalerie der ehemaligen IAA-Stars.

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1. Gebetsmühlen wieder in SchwungZitat:
osbourne68 03.09.2013
Zitat aus dem Artikel: "Doch das wird sich ändern. Gegenwärtig sind mehr als eine Viertelmillion Fahrzeuge in Deutschland mit einem H-Kennzeichen unterwegs, Altmetall boomt. Und mit dem Eintritt in die geburtenstarken Jahrgänge der Autotypologie, von denen viele vollverzinkte Karosserien haben und entsprechend nicht so leicht vom Rost dahingerafft werden, dürfte diese Zahl schon bald nach oben schnellen." Dieser Aussage widerspreche ich vehement! Die Zahl der neu auf H-Kennzeichen zugelassenen Oldtimer ist bei der Gruppe der 30-40-Jährigen rückläufig. Momentan "boomt" die Neuzulassung bei den 40-50-Jährigen. Darüberhinaus wird es ab den Baujahren um 1985 herum gar keine Veranlassung geben, diese auf H-Kennzeichen zuzulassen (Dieselfahrzeuge ausgenommen), denn durch den um diese Zeit bi vielen Fahrzeugen serienmäßig verbauten geregelten Katalystor fahren diese Autos ohnhin mit grüner Plakette und somit 1.kostengünstiger als mit H-Kennzeichen und 2.mit Berechtigung, Umweltzonen zu durchfahren. Leider verbreitet sich die Mär von der Young- und Oldtimerschwemme derart unreflektiert durch alle Medien und auch durch die Oldtimerszene, daß einem die Haare zu Berge stehen. Schauen Sie sich doch auf Oldtimertreffen um. Wo sind denn die Fahrzteuge der 80er? Wo sind denn die Fiats, Renaults, Peugeots, Alfas, Lancias etc. abgeblieben? Die "Schwemme" an ein paar robust gebauten und noch im Straßenbild präsenten Fahrzeugen á la Mercedes-Benz W124 oder W201 sowie VW Golf II festzumachen zeugt eher von einem einst qualitativen Aufbäumen der beiden Hersteller, denn von einem Heer an unüberschaubaren angehenden Klassikern.
2. Gebetsmühlen wieder in Schwung
osbourne68 03.09.2013
Zitat aus dem Artikel: "Doch das wird sich ändern. Gegenwärtig sind mehr als eine Viertelmillion Fahrzeuge in Deutschland mit einem H-Kennzeichen unterwegs, Altmetall boomt. Und mit dem Eintritt in die geburtenstarken Jahrgänge der Autotypologie, von denen viele vollverzinkte Karosserien haben und entsprechend nicht so leicht vom Rost dahingerafft werden, dürfte diese Zahl schon bald nach oben schnellen." Dieser Aussage widerspreche ich vehement! Die Zahl der neu auf H-Kennzeichen zugelassenen Oldtimer ist bei der Gruppe der 30-40-Jährigen rückläufig. Momentan "boomt" die Neuzulassung bei den 40-50-Jährigen. Darüberhinaus wird es ab den Baujahren um 1985 herum gar keine Veranlassung geben, diese auf H-Kennzeichen zuzulassen (Dieselfahrzeuge ausgenommen), denn durch den um diese Zeit bi vielen Fahrzeugen serienmäßig verbauten geregelten Katalystor fahren diese Autos ohnhin mit grüner Plakette und somit 1.kostengünstiger als mit H-Kennzeichen und 2.mit Berechtigung, Umweltzonen zu durchfahren. Leider verbreitet sich die Mär von der Young- und Oldtimerschwemme derart unreflektiert durch alle Medien und auch durch die Oldtimerszene, daß einem die Haare zu Berge stehen. Schauen Sie sich doch auf Oldtimertreffen um. Wo sind denn die Fahrzteuge der 80er? Wo sind denn die Fiats, Renaults, Peugeots, Alfas, Lancias etc. abgeblieben? Die "Schwemme" an ein paar robust gebauten und noch im Straßenbild präsenten Fahrzeugen á la Mercedes-Benz W124 oder W201 sowie VW Golf II festzumachen zeugt eher von einem einst qualitativen Aufbäumen der beiden Hersteller, denn von einem Heer an unüberschaubaren angehenden Klassikern.
3. Der Lancia hieß anders
sampleman 03.09.2013
Bitte korrigieren: Der Lancia in der Sonderschau heißt nicht Volume, sondern Volumex, ein Kürzel für den verbauten Kompressor.
4.
saywer,tom 03.09.2013
Zitat von sysopEndlich alt genug: Auf der IAA in Frankfurt werden nicht nur die Auto-Neuheiten enthüllt, sondern in einer Sonderschau auch die Stars der Messe 1983 gezeigt. Die Newcomer von einst dürfen jetzt das H-Kennzeichen tragen - auch wenn man das manchen Exponaten nicht zutraut. IAA-Sonderschau: Die Neuheiten des Jahres 1983 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/iaa-sonderschau-die-neuheiten-des-jahres-1983-a-918706.html)
Wenn ich den Monza GSE mit dem OPEL-Frontantriebseinheitsschrott von heute vergleiche, könnte ich schwermütig werden.
5. Praktikantenwerk
MDen 03.09.2013
Der Satz "Denn dieser Kapitän [von 1963] galt beispielsweise 1983 ganz gewiss noch nicht als Klassiker, sondern eher als vollkommen aus der Mode geratenes Altmetall." zeigt, dass hier jemand den Artikel schreiben durfte, der die 80er allenfalls vom Hörnsagen kennt. Dieses Auto wäre auch in den 80ern schn als Oldtimer wahrgenommen worden. Offensichtlich hat sich das Autodesign Ende der 60er in die Richtung gewendet, die bis heute bestimmend ist. Natürlich wirken die Modelle aus den 70ern und 80ern heute sehr kantig, aber die Wende zur rationalen Formgebung wurde damals eingeschlagen, der Luftwiderstand als Hauptmerkmal des Karosseriedesigns wurde in den 80ern dominierend. Und der Calibra von 1992 zeigt, dass das Autodesign in den letzten 20 Jahren nichts wirklich Neues vervorgebracht hat: Die Retrowelle hat die Chromverzierungen zurückgebracht und orientirt sich ansonsten bezeichnenderweise an den 50ern. Das alles hätte auch ein Praktikant mit etwas Recherche, Interesse am Thema oder einem kurzen Gespräch mit einem Kollegen in den 40ern herausfinden können. Aber die Generation "Praktikum" googlet sich ihre Realität ja lieber virtuell zusammen, denn was kümmert einen schon, was wirklich, wahr und richtig ist?
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