Idiotentest: Dolmetscher half Autofahrern beim Betrug

Mindestens 1500 Autofahrer bundesweit haben sich ihren Führerschein mit Hilfe eines betrügerischen Dolmetschers erschlichen. Der Mann besorgte gefälschte Bescheinigungen und beantwortete sogar die Fragen in der MPU – wegen angeblicher Sprachschwierigkeiten.

Bochum – Der Dolmetscher türkischer Herkunft soll mindestens 1500 Autofahrern gefälschte Bescheinigungen über Alkohol- und Drogentherapien ausgestellt haben, teilte die Bochumer Staatsanwaltschaft heute mit. Bundesweit wurden laut Staatsanwältin Stephanie Koch rund 8000 Türken ermittelt, die ihren verlorenen Führerschein mit Hilfe des Dolmetschers zurückbekommen haben.

Der 51-Jährige muss sich laut Staatsanwaltschaft bereits seit Sommer vergangenen Jahres wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung und Bestechung vor dem Landgericht in Bochum verantworten.

Koch bestätigte einen Bericht des "Westfalenblatts", wonach der Dolmetscher die Männer gegen eine "Gebühr" von 1500 Euro auch zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) begleitet und dort Fragen zum Alkoholkonsum selbständig beantwortet haben soll. "Er hat nur vorgetäuscht, wegen angeblicher Sprachschwierigkeiten übersetzen zu müssen und stattdessen erzählt, was die Gutachter hören wollten", sagte die Staatsanwältin.

Neben einer strafrechtlichen Verfolgung drohe den Autofahrern nun der Entzug der Fahrerlaubnis durch das Straßenverkehrsamt.

abl/dpa

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