Strategiepapier IG Metall fordert rasche Abkehr von Benzin- und Dieselautos

Die IG Metall fürchtet, dass deutsche Autokonzerne die Elektromobilität verschlafen. Die Gewerkschaft macht nach SPIEGEL-Informationen nun Druck auf die Industrie - und unterstützt sogar Fahrverbote.

Elektroauto BMW i3
DPA

Elektroauto BMW i3


Die Gewerkschaften drängen die deutsche Automobilindustrie, sich schneller auf den drohenden Abschied vom herkömmlichen Verbrennungsmotor einzustellen. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, fordert die IG Metall die deutschen Konzerne in einem Strategiepapier auf, "sich nicht in eine Rolle des ,Bremsers und Blockierers' gegen strenge Grenzwerte" drängen zu lassen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 45/2016
Drehbuch einer Tragödie

"Wir haben zwar noch Wachstum, aber langfristig gesehen in einer End-of-Pipe-Technologie", kritisiert IG-Metall-Planungschef Frank Iwer. Allen voran China als potenziell größter Markt könne "den Durchbruch elektromobiler Technologien und damit eine Mobilitätswende forcieren".

"Es geht um eine Verkehrswende"

Ab 2018, so die Empfehlung der Gewerkschaftsstrategen, sollten die Hersteller in allen Fahrzeugsegmenten zumindest ein Modell mit Elektro- oder anderem alternativen Antrieb anbieten. Übergangsweise raten sie zur Einführung der sogenannten Blauen Plakette, die nur noch Fahrzeugen mit der neuesten Dieseltechnologie (Euro-6-Norm) Einfahrt in die Innenstädte gewährt.

Iwer: "Technische Raffinessen, um die Emissionen zu senken, helfen uns nicht mehr weiter. Es geht um einen Systemwechsel bei Vollgas. Es geht um eine Verkehrswende - da werden wir nicht drum herumkommen."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 362 Beiträge
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henry.miller 05.11.2016
1.
Wenn man selbst nicht in der Verantwortung ist, dann schreiben sich solche Strategiepapiere doch sehr leicht.
markus.w77 05.11.2016
2.
hybrid würde mir schon reichen, dss Anfahren muss generell elektrisch sein, da es am meisten Energie verbraucht und beim Verkehr den meisten Lärm verursacht. es wäre ein Gewinn für alle
udo l 05.11.2016
3. Ein absolut richtiger Vorschlag,
sonst geht es der deutschen Auto Industrie wie einst Kodak oder Nokia, um nur die spektakulärsten zu nennen, die auch zu lange an Ihren Umsatztechniken festhielten und dann feststellten dass sich die Zeiten schneller änderten als vermutet. Bei Kodak war es sogar noch kurioser, die waren die Erfinder der Digitalphotografie und haben den Wandel dennoch verschlafen. Der Entwicklung hinterher zu laufen klappt halt heute nicht mehr wirklich.
nachtmacher 05.11.2016
4. Wird interessant....
wie die IG Metall dies ihren Mitgliedern in der Autoindustrie erklären wird... zum Beispiel den 5000 Mitarbeitern der Motorenproduktion alleine bei BMW in München in der Motorenproduktion....die werden bei Elektrofahrzeugen nicht mehr gebraucht...
marthaimschnee 05.11.2016
5. schlechte Idee
Es wird sich alleine auf Elektromobilität, eigentlich sogar nur auf Akkufahrzeuge konzentriert. Leider hat die Akkuproduktion überhaupt nicht die Kapazität, um alle Verbrenner zu ersetzen, auch in 10 oder 20 Jahren nicht. Als Folge könnte hier eintreten, daß bei einem Verbot von Verbrennern die Preise für Elektrofahrzeuge rapide ansteigen (Angebot, Nachfrage, you know?) und Mobilität für viele unbezahlbar wird. Das tut dem Gesellschaftssystem, das anderweitig bereits nahe an den Kollaps gebracht wird, bestimmt ziemlich gut.
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